Botschaften: Die häufigsten Fehler und wie wir sie vermeidet

„Ich bin so frustriert!“ ruft meine Kundin Sabine ins Telefon. „Ich erzähle alles was ich kann, aber der Kunde versteht mein Angebot einfach nicht.“ Sabines Leistungsangebot scheint genau auf die Bedürfnisse des Kunden zu passen. Trotzdem geht der Auftrag an die Konkurrenz. Meine Analyse zeigt, dass ihre Sprache nicht ankommt oder, um es im Public Relations Jargon zu sagen, ihre Botschaften die Zielgruppe verfehlen. Kein Einzelfall und daher eine gute Gelegenheit das Thema hier und heute zu vertiefen.

„Botschaften sind kurze, für den Empfänger bedeutsame Nachrichten, die das Image prägen und zum Handeln motivieren.“

Erfolgreichen Unternehmen gelingt es mithilfe klar formulierter Botschaften den Wert ihrer Marke auf verschiedenen Wegen (Boten!) zu transportieren. Ziel ist es, Menschen anzusprechen, die diese Werte teilen. So entsteht Markenbindung. Sehr erfolgreich darin sind große Marken wie z.B. der FC Bayern München+, Mercedes Benzoder Apple+.

Botschaften sind der Kitt zwischen dem Unternehmenskern und den Bedürfnissen der Kunden. Sie laden uns ein, eine positive Erfahrung zu machen. Gut formuliert erzeugen sie ein einheitliches Bild in den Köpfen der Empfänger.

Ihre Wirkung entfalten sie allerdings nur, wenn sie sowohl verstanden als auch behalten werden. Damit dies gelingt, sind Botschaften in dreierlei Hinsicht geschliffen:
In Bezug auf die Form, den Inhalt und die Dosis.

Fehler Nr. 1: Die Botschaft ist zu lang und zu komplex

Zugegeben, es ist eine Herausforderung den Kern des eigenen Unternehmens in wenigen Worten auf den Punkt zu bringen ohne der Versuchung zu erliegen mit Fachwissen zu glänzen. Wie wir trotzdem Kompetenz ausstrahlen dazu kommen wir gleich noch. Hier geht es zunächst um die Form. Was ich erlebe sind gute Ansätze, die durch Freigabeverfahren zu einer juristischen Abhandlung, einem wissenschaftlichen Paper oder einer Gebrauchsanweisung mutieren. Mut zur Vereinfachung ist gefragt! Dies ist schon deshalb wichtig, weil Botschaften nicht nur gedruckt werden. Sie sind auch unsere Anker für das Kundengespräch oder Fixpunkte beim Interview. Machen Sie also den Selbsttest:
Wenn Sie die Botschaft nicht flüssig sprechen können
, dann ist sie nicht gut.

Tipps zur Form von Botschaften:

  • Bilden Sie kurze Sätze.
  • Verwenden Sie allgemein verständliche Begriffe.
    Vermeiden Sie Fachjargon.
  • Beschränken Sie sich auf einfachen Satzbau.
  • Achten Sie darauf, dass die Formulierung für Sie und Ihre Kunden einprägsam ist.

Fehler Nr. 2: Der Inhalt fliegt am Kunden vorbei

Botschaften sind zum Scheitern verurteilt, wenn sie aus der Perspektive des Unternehmens heraus formuliert werden. Sie beantworten egozentrische Fragen: Wie wollen wir dastehen? Wie lässt sich mit unseren Produkten Geld verdienen? Worauf sind wir besonders stolz? Verstehen Sie mich nicht falsch, dies sind wichtige Fragen, aber sie gehören in die Positionierung, nicht in die Botschaften.

„Botschaften werden aus der Perspektive des Kunden gedacht.“

Klären Sie daher in Ihren Botschaften, welche Bedürfnisse durch Ihr Angebot gestillt werden.

Ein guter Ausgangspunkt sind folgende Fragen:

  • Welches Ziel verfolgt der Kunde?
  • Welchen Vorteil hat er durch den Kauf unseres Produkts/unserer Dienstleistung?
  • Welches Problem hat er zu lösen?
  • Wobei erhofft er sich Unterstützung?
  • Was stellt für den Kunden eine Arbeitserleichterung dar?
  • Wie kann er Zeit/Geld sparen?
  • Womit kommt er bei anderen gut an?
  • Womit steigt sein gesellschaftliches Ansehen?
  • Was bereitet ihm Zufriedenheit oder Spaß?

“Das Fundament einer guten Botschaft sind Fakten”

„Fakten, Fakten, Fakten“, die Werbekampagne des Focusfeiert dieses Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum. Helmut Markwort – der Herausgeber – wusste damals schon, dass Wissen alleine nicht genügt. In diesem YouTube-Werbe-Video aus der Zeit gibt er den entscheidenden Hinweis. Übertragen auf Ihr Business heißt das: Orientieren Sie sich an der Lebenswirklichkeit des Verbrauchers oder Kunden, wenn Sie ihre Botschaften formulieren.

“Überzeugend werden unsere Botschaften durch Emotionen”

„Das Auto ist in 9 Sekunden von 0 auf 100, fein. Aber kann ich meine Freundin mit der Innenausstattung beeindrucken?“ Untermauern Sie Ihre Fakten mit Beispielen, die Kopfkino entfachen. In diesem Fall vielleicht die Beschreibung einer romantischen Autofahrt zur Berghütte. Dabei könnten Sie Aspekte von Komfort und Sicherheit geschickt verpacken.

Schaffen Sie Möglichkeiten zur Identifikation. Appellieren Sie – wo es sich anbietet – an den Instinkt. Und schließlich: Bauen Sie Vertrauen auf. Dazu gehört eine Kommunikation die Ihr Gegenüber als glaubwürdig empfindet. Zeigen Sie sich offen und authentisch. Punkten Sie mit Erfahrungswerten. Wenn es zu Ihrer Firmenkultur gehört, sprechen sie auch über soziale Verantwortung.

Eine beliebte Botschaften-Falle die in jedem Brainstorming auf ihre Chance lauert betrifft übrigens das Thema Kompetenz. Wir neigen dazu sie zu benennen. Also: „Wir backen die besten Torten“ oder „Niemand verlegt einen Fußboden schneller als wir“. Das taugt vielleicht als Werbeslogan (nein, nicht wirklich!). Als Botschaft sind diese Aussagen voll daneben, denn Eigenlob hat schon immer gestunken. Die Aufgabe die es zu meistern gilt: Kompetenz durch Beispiele, Expertenaussagen oder Kennzahlen offenzulegen, ohne sie beim Namen zu nennen.

Da wir nicht alle kleine Steve Jobs sind – der im Akkord nie Dagewesenes erfand – gibt es wahrscheinlich Konkurrenz um Ihr Geschäft. Lauter zu sein als alle anderen ist eine (teure) Lösung, die bessere heißt Differenzierung. Alleinstellungsmerkmale („einzige, größte, erste, auf neuesten Forschungsergebnissen basierend“ etc.) fallen hier sehr stark ins Gewicht. Aber auch ohne können Sie punkten, wenn Sie aufzeigen, wo Sie sich von anderen unterscheiden: hochwertig, nachhaltig, klimaschonend oder Bio, um nur einige Beispiele zu nennen.

Wie Sie sehen gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten Unternehmensbotschaften inhaltlich auszugestalten. Und darin lauert schon die nächste Gefahr – kein Ende zu finden.

Fehler Nr. 3: Der Empfänger kann die Menge der Information nicht verarbeiten

Unternehmensbotschaften kommen auf vielen Wegen an die Öffentlichkeit. Firmen verbreiten sie über das Internet, durch Pressetexte, mittels Printmaterial, über Vorträge und nicht zuletzt durch Kundengespräche oder Medien-Interviews.

Das Bedürfnis andere durch eine Fülle von Argumenten überzeugen zu wollen ist menschlich. So wie meine Kundin Sabine die ihr komplettes Leistungsspektrum in kürzester Zeit herunterbetet. Leider ist unsere Aufnahmefähigkeit für neues sehr begrenzt und das nicht erst seit dem Zeitalter der Digitalisierung.

Unsere Aufmerksamkeitsspanne als Gesellschaft sinkt allerdings seither messbar. In diesem Artikel sind die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung zu diesem Thema von Philipp Lorenz-Spreen und Kollegen aus dem Jahr 2019 sehr anschaulich zusammengefasst

Umso mehr gilt heute: Fokus auf das Wesentliche, damit es behalten wird.

„Die Faustregel lautet: Besser 3×3 als 9×1“

Nur wenige Menschen können sich aus einem Gespräch, einem Vortrag oder einem Text mehr als drei Aspekte einprägen. Wiederholung stützt unser Gedächtnis. Scheuen Sie sich also nicht, Ihre wichtigsten Inhalte – die Kernbotschaften– in einem Gespräch mehrfach zur Sprache zu bringen, z.B. indem Sie sie mit verschiedenen Beispielen belegen und durch Expertenmeinung einordnen. Wie Sie diese Technik erfolgreich bei Interviews einsetzen beschreibe ich übrigens in diesem Blogbeitrag zum Thema “Interviews geben”.

Das Baukastenprinzip hilft Ihnen zu fokussieren:

  • Botschaften in thematische Gruppen gliedern.
  • Priorisieren in Kernbotschaften und unterstützende Botschaften.

Als Vorbereitung auf die Kommunikation wählen Sie aus diesem Baukasten die Teile, die auf die jeweilige Zielgruppe oder Situation am besten passen. Je nachdem wie viel Zeit oder Raum Ihnen eingeräumt wird, belegen Sie Ihre drei Kernbotschaften mit einer wachsenden Zahl an Unterbotschaften, das zementiert die Aussage beim Empfänger.

Noch etwas wird hier deutlich: Botschaften sind Leitsätze die allenfalls in Nuancen verändert vorgetragen werden. Hier geht es nicht um Kreativität in der Kommunikation sondern um Kontinuität. Insbesondere in der Medienarbeit ist dies von entscheidender Bedeutung. Lassen Sie sich nicht von der vereinbarten Sprachregelung abbringen. Vor allem dann nicht, wenn es mehrere Sprecher zum gleichen Thema gibt. Nur so ist der Wiedererkennungseffekt beim Empfänger sichergestellt.

Auf wundersame Weise hat es sich nun gefügt, dass ich Ihnen genau drei Aspekte über wirkungsvolle Botschaften mitgegeben habe, die ich hier noch einmal zusammenfasse:

  1. Botschaften haben den Kunden im Fokus. Sie basieren auf Fakten, erzeugen Emotionen, arbeiten mit Beispielen und schaffen so Identifikationsmöglichkeiten und Markenbindung.
  2. Botschaften sind kurz, leicht verständlich und einprägsam.
  3. Botschaften werden dosiert und auf die Zielgruppe zugeschnitten eingesetzt.

Ein Poster mit diesen Tipps können Sie sich hier herunterladen.
(Weitere Inhalte zum freien Download gibt es übrigens im Bereich “Wissen zu verschenken“).

Von der Theorie zur Praxis

Die folgende Tabelle gibt links Textbeispiele vor, die wir rechts analysieren:

„Wir von Xolygolygol produzieren elektronische Bauteile für Haushaltsgeräte. Unser Spezialgebiet ist die Steuerung über Mobiltelefone.  Mithilfe unserer Lösungen können Geräte ortsunabhängig bedient werden.” Hier wird der technische Begriff für die Bauteile ebenso vermieden, wie der Anglizismus für das Telefon. Die drei Sätze sind kurz, der Unternehmenskern ist klar definiert, der Nutzen für den Verbraucher offensichtlich.
Zympfel-Pharm entwickelt Impfstoffe gegen Viren die Pandemien auslösen. Unser Ziel ist es, die Ausbreitung von Viruskrankheiten zu stoppen und damit menschliches Leid zu verhindern. Erste Forschungsergebnisse zeigen, dass die Anwendung gut verträglich ist. In diesem Beispiel steht das Prinzip „Hoffnung“ im Vordergrund, denn das Produkt gibt es noch gar nicht. Durch Fakten (Forschungsergebnisse) wird Vertrauen erzeugt. Die emotionale Bindung gelingt durch die Erinnerung an jüngste Ereignisse.
Wir bringen bewährtes Wissen zurück in deinen Alltag: Unsere erfrischend-herben Kräuterauszüge basieren auf einer jahrtausendealten Rezeptur und beinhalten ausschließlich heimische Superfoods wie Giersch, Brennnessel und Co. In diesem realen Beispiel von kruutimplizieren die Begriffe „bewährt“ und  „jahrtausendealt“ geschickt eine Erfahrung, über die das junge Team selbst gar nicht verfügen kann. Dass sie diese nutzen ist jedoch glaubhaft. Die Zielgruppe der Käufer wurde hier sehr genau definiert.  Mit den Begriffen „heimisch“ und „Superfood“ spricht die Firma gezielt ein Publikum an, das sich gesund ernähren möchte und lokale Produkte kauft.

 

 Wie steht es um Ihre Botschaften?

Wenn Sie bis hierhin gelesen haben vermute ich, Sie sind noch in der Phase der Konzeption oder sehen Bedarf zur Verbesserung.

Haben Sie schon Material? Ich kann den Botschaften darin gerne auf den Zahn fühlen.

Sie brauchen Hilfe bei der Entwicklung Ihrer Botschaften? Dann gehen wir es gemeinsam an. Nehmen Sie gerne direkt Kontakt auf:

heike@picus-communications.de oder 0170-7619980.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit!

Ihre

Heike Specht

+Disclaimer: Die in diesem Beitrag genannten Unternehmen gehören nicht zu meinem Kundenstamm und bezahlen mich auch nicht für ihre Nennung. Sie dienen lediglich als Beispiel, um das Thema realitätsnah und praktisch zu vertiefen.

Manifest einer Wiederholungstäterin: Was ein Sabbatical Angestellten und Arbeitgebern bringt

Ich kann Sie hören! „Wie kann man denn in diesen Tagen über eine Auszeit schreiben? Jetzt, wo viele von uns Angst um ihren Job, ja um ihre Existenz haben! Wie unsensibel gerade im Lockdown das Reisen zu thematisieren.“
Ich vermute es ist die Rebellin in mir, die das Bedürfnis hat über Freiheit und Selbstbestimmung nachzudenken, wenn es am wenigsten möglich ist. Davon abgesehen gibt es einen konkreten Anlass: Mein Partner, mein Hund und ich sind zwei Tage bevor die Grenzen für uns alle geschlossen wurden von einer Abenteuerreise über Land in den Iran zurückgekehrt. Das Sabbatical hat ein Jahr gedauert, es war mein drittes.

Das Sabbatical-Modell taugt aus Sicht vieler Arbeitgeber vor allem, um Mitarbeiter in Zeiten dünner Auftragslage freizustellen oder Headcount kurzfristig einzusparen. So wird das Risiko minimiert Talente an die Konkurrenz zu verlieren. Bei der zweiten von Führungskräften gerne akzeptierten Variante nutzt der Mitarbeiter das Sabbatical, um in eine Zusatzausbildung in Vollzeit zu investieren. Darüber hinaus fällt es vielen Vorgesetzten eher schwer eine Daseinsberechtigung für das Sabbatical zu finden, obwohl es in vielen innerbetrieblichen Vereinbarungen inzwischen festgeschrieben ist. Proaktiv kommuniziert wird es selten.

Ich dachte lange, ich bin eine Exotin, aber den Wunsch nach langen Auslandsreisen habe ich offenbar mit vielen Arbeitnehmern gemeinsam.1
Der Unterschied ist: Ich mache es, während 60 Prozent derer die sich eine Pause vorstellen können diesen Wunsch nie artikulieren.2
Und ich vermute, dass viele die Begründung „Perspektivwechsel“ für zu wenig salonfähig halten.

In diesem Manifest möchte ich eine Lanze brechen für das was ich inzwischen Potenzialzeit nenne, denn beide Seiten profitieren davon. Sie werden gleich verstehen warum.

“Potenzial entdecken und heben”

Ich finde den Ausdruck “Auszeit” sehr unglücklich, weil irreführend. Wir sind als Mitarbeiter nicht “AUSgeschaltet” nur weil wir zeitweise einer anderen Tätigkeit nachgehen. Die Erfahrung zeigt sogar, dass da sehr viel “ANgeschaltet” wird, wenn wir uns in neuem Kontext bewegen. Ob das nun Ziegenhüten auf einer Alphütte ist, oder Abenteuerleben im afrikanischen Busch. Wir stellen unsere Projektmanagement-Qualitäten schon bei der Vorbereitung eines solch komplexen Unternehmens unter Beweis. Auch Flexibilität und Lernfähigkeit sind in der neuen Lebenslage gefragt, denn wir setzen uns unbekanntem Territorium aus. Von der Problemlösungskompetenz kann ich seit diversen Autopannen fernab der Zivilisation ein Lied singen. Ganz zu schweigen von der interkulturellen Kompetenz die exponentiell ansteigt, je weiter sich der besuchte Kulturkreis vom eigenen unterscheidet. So mancher entdeckt sein Händchen für´s Tüfteln, andere werden Reiseblogger oder entwickeln ein Talent zur Fotografie. Nicht alles wird zum bisherigen Jobprofil passen, aber den Horizont auf diese Weise zu erweitern und sich auch bei Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen bleibt auf lange Sicht als Erfahrungsschatz erhalten der auch dem Arbeitgeber zugute kommt.

“Daher biete ich als alternative Bezeichnung für die Auszeit hier optimistisch die ´Potenzialzeit´ an, angelehnt an die Definition des Potenzials aus der Physik:  Die Fähigkeit eines Kraftfelds, Arbeit zu verrichten.”

Ich selbst kenne übrigens keinen Reise-Aussteiger, bei dem die Potenzialzeit zu einem Karriere-Knick geführt hätte. Im Gegenteil. Als ich mich zum ersten Mal aufgemacht habe – damals hatte ich den Job gekündigt – hat mich mein Chef kontaktiert noch bevor ich zurück war und mir die Stelle bei doppeltem Gehalt wieder angeboten. Wer gut ist in dem was er tut und selbstbewusst zu seinen Fähigkeiten steht, wird auch nach Potenzialzeiten gute Chancen auf einen Aufstieg haben. Wir vergessen ja nicht gleich alles was wir können und kommen ausgeruht zurück, mit frischer Motivation und dem Kopf voller kreativer neuer Ideen. 

“Job-Rotation”

Die meisten träumen von einer Pause zwischen 3 und 12 Monaten.1
Das ist eine Zeit, die – zugegeben eher in größeren Unternehmen – durch Job-Rotation gut überbrückt werden kann. So lässt sich im Team auch bei anderen Mitarbeitern neue Kompetenz aufbauen. Vielleicht gibt es einen Kollegen, den die Aufgabe schon länger reizt und der jetzt die Gelegenheit bekommt sich auszuprobieren. Möglicherweise kann ich die Stelle auch mit einem Mitarbeiter besetzen der in einer ausländischen Dependance arbeitet, jemandem den ich aufbauen möchte, der lernen kann, wie im Headquarter gearbeitet wird und die Perspektive aus einer operativen Einheit einbringt. So wird das Sabbatical zur win-win-Situation.

“Luft holen”

Den richtigen Zeitpunkt für eine Potenzialzeit zu finden ist gewiss eine der größten Herausforderungen. Tragisch ist, dass jeder zweite hofft mit dem Sabbatical ein Burn-Out zu verhindern oder gar zu überwinden.1
Sollte das der Fall sein sehe ich die Vorgesetzten sogar in der Pflicht das scheinbar unmögliche möglich zu machen, denn nur wer sich auf gesunde, kraftvolle Mitarbeiter verlassen kann, wird sich erfolgreich am Markt behaupten können.

Mein Rat ist gerade bei anspruchsvollen Tätigkeiten mit viel Verantwortung zwischendurch einmal Luft zu holen, damit die Energie bis zum Ende reicht.

Diejenigen, die den Mut nicht aufbringen über ihre Reise-Wünsche zu sprechen trösten sich häufig damit, alles in der Rente nachzuholen. Auf meiner letzten Reise habe ich ein Wohnmobil mit der Aufschrift gesehen „Bisher war Pflicht, jetzt kommt die Kür.“ Das hat mich sehr traurig gemacht, denn offenbar hat hier jemand sein Leben in einem Job zugebracht, der ihn weder erfüllt, noch stolz oder glücklich gemacht hat.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Auch Abenteuerreisen können körperlich anstrengende Unterfangen mit bisweilen hohem Stressfaktor sein. Ganz sicher bewegt man sich permanent im Ungewissen. Meiner Einschätzung nach nimmt die Bereitschaft sich dem auszusetzen – solange man es nicht in jüngeren Jahren geübt hat – mit fortschreitendem Alter ab.

Wichtig ist zu erkennen, worin die eigene Motivation liegt. Wer seinen Job als quälend empfindet, ist im Sabbatical mit Maßnahmen zur beruflichen Neuorientierung gut beraten. Wer seine Arbeit liebt aber spürt, dass aus dem  Feuer eine klägliche Flamme geworden ist, oder der Akku gar leer ist, für den kann sich die Potenzialzeit auf Reisen zum Jungbrunnen entwickeln.

“Kreativer Tapetenwechsel”

Nun bin ich also zurück von meiner dritten Auszeit und Sie lieber Leser, lieber Kunde fragen sich: „Was hat´s gebracht außer einem Loch in deiner Rentenkasse?“ Nun, zunächst einmal bin ich ins Schreiben gekommen.
Da die Urlaubsziele für uns alle gerade noch ferner sind als üblich, finden Sie möglicherweise gefallen an einem virtuellen Besuch in Georgien, dem Iran oder den griechischen Inseln.

Auf autowanderer.de finden Sie all dies und mehr.

Über mein Business-Modell bin ich intensiv ins Nachdenken gekommen.
Wie können wir uns besser kennenlernen und in einen guten Dialog kommen? Wie kann ich Sie bei Ihren Herausforderungen noch wirkungsvoller unterstützen?

Ich habe mir einige neue Initiativen überlegt die dazu führen werden, dass sich mein Angebot, meine Internetseite und schließlich auch dieser Blog in den nächsten Monaten verändern wird. Bleiben Sie also gespannt auf das was kommt.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mit mir zu diesem Thema diskutierten. Haben Sie selbst Potenzialzeit-Erfahrungen die Sie ergänzen möchten? Sind Sie Unternehmer und sehen die Causa Sabbatical aus einer anderen Perspektive? Ich freue mich auf Ihre Kommentare unter diesem Post.

Und für alle die sich jetzt einen Ruck geben aber viele offene Fragen haben, biete ich gerne meine Hilfe als Sabbatical-Berater an. Es gibt vieles zu bedenken, wenn das Leben zu Hause für längere Zeit auf Eis gelegt wird, nicht nur die Finanzierung einer solchen Unternehmung.

Sprechen Sie mich gerne an.

Kommen Sie gesund durch diese Zeit!

Ihre Heike Specht

Quellennachweis:

  1. Wimdu – Größte deutsche Sabbatical-Studie: Fast jeder 2. Deutsche will eine Auszeit vom Job nehmen
  2. Pressemitteilung XING vom 18. Januar 2017 “XING Sabbatical-Studie: Zahlreiche Berufstätige wollen Auszeit, stoßen allerdings auf Widerstände”

„Wechselweib“ – Ein Tusch auf die Lebensmitte

Als Rheinhessin ist mir die fünfte Jahreszeit – anderen besser bekannt als Fasching oder Karneval – als besonderes Geschenk in die Wiege gelegt worden. So ist es wohl zu erklären, dass ich mich bisweilen berufen fühle, in Vierzeilern zu reimen.

Heute tue ich dies mit viel Vergnügen für das online-Magazin Lemondays, welches sich mit femininer Weisheit an Frauen in den Wechseljahren wendet. Die Herausgeberin und Chefredakteurin Angela (Gela) Löhr (die an dieser Stelle schon interessantes zum Thema Kooperationsmöglichkeiten für online Unternehmer zu erzählen wusste), wird dieser Tage 50 Jahre jung und schenkt sich und uns eine Blogparade zum Thema „50 Jahre ICH“.
Die Einladung dazu und alle Links zu Texten, Podcasts und Videos gibt´s hier.

Achtung! Hinweis für das andere Geschlecht: Das folgende Gedicht enthält schonungslose Schilderungen der weiblichen Symptomatik in der Menopause. Ich ermutige Sie trotzdem weiterzulesen, da es meiner Meinung nach nicht schaden kann zu wissen, was mit der Mutter, der Ehefrau oder der Kollegin manchmal los ist.

—————–

Wäre es nach mir gegangen,
hätten die 50er nie angefangen.
Ich fühlte mich so jung geblieben!
Es galt, den Wechsel aufzuschieben.

Das Haar blondiert, die Brust gepusht,
den Rettungsreif mit Mieder vertuscht.
So konnte es nicht weiter gehen!
An Augen und Stirn war´s eh zu sehen.

Die Frau hat stets das Leben genossen,
Tränen vor Freude und Leid vergossen
und als Erinnerung an wilde Zeiten,
gab´s Fältchen im Dutzend – die sieht man vom Weiten.

Mit den Hormonen ging die Figur,
es kam die Gier auf Süßes pur.
Des Nachts ohne Schlaf an die Decke gestarrt,
bei Tag auf der eigenen Meinung beharrt.

Im Schweiße des geröteten Angesichts,
ging auf der Arbeit sowieso nichts.
Die schwankende Stimmung mit Wein begossen,
den Kopfschmerz danach mit Tabletten beschossen.

Den Wechsel als positiv für mich zu begreifen,
das hat gedauert, das will ja auch reifen.
Irgendwann aber erkannte ich,
die Phase ist eine Chance für mich.

So habe ich mir viele Fragen gestellt,
und damit die Stimmung aufgehellt:

Wo will ich in der Zukunft noch hin?
Was verleiht meinem Leben denn Sinn?
Meine Tage verbringen mit Fenster putzen?
Ich hab doch Erfahrungen die anderen nutzen!

Jetzt stecke ich drin, in den 50er Jahren,
und darf mit Freude dieses erfahren:
Ich bin ein waschechtes Wechselweib,
weil ich positiv in der Veränderung bleib.

Die Liebe ist jetzt noch viel mehr ein Genuss,
weil ich über´s Verhüten nicht nachdenken muss.
Und kann ich nicht schlafen, werd´ ich kreativ,
schreib´ Gedichte wie dieses, mit Reimen recht schief.

Zum Schluss noch ein Tusch auf die Königin Gela,
Lemondays kennen ist sicher kein Fehler, (aha!)
Lasst uns die „50er Jahre“ genießen,
und aus der Feder die Hymnen fließen.

Denn eines ist sicher, das hab´ ich kapiert,
bei uns ist nichts falsch oder gehört repariert,
die 50er sind ein Geschenk liebe Leute,
also macht was daraus und beginnt damit heute!

—————–

Vielen Dank an meine liebe Freundin Anne Melro, die mit viel Sprachgefühl meinen bisweilen etwas holprigen Sprachrhythmus geglättet hat.

Als Biologin und freie Redakteurin schreibe ich übrigens für Lemondays auch größere Hintergrundartikel, wie z.B. über die Ursachen und Therapiemöglichkeiten bei Hitzewallungen.

Sie sind auf der Suche?

… nach einem Texter für Ihren Blog oder Ihr Online-Magazin?

…nach einer Wissenschafts- bzw. Medizinjournalistin, die komplexe aktuelle Themen allgemeinverständlich und trotzdem korrekt
aufbereiten kann, wobei es Spaß macht weiterzulesen?
 

Dann sind Sie bei mir richtig!

Mail an heike@picus-communications.de oder Anruf (0170-7619980) genügt.

Wie gut sind Sie auf Krisen vorbereitet? Das können wir von der Corona-Pandemie lernen

Wie wohl Historiker in 100 Jahren auf die Corona-Pandemie 2020 zurückblicken werden?
Vielleicht werden sie in dieser für uns turbulenten Zeit eine Zäsur sehen, den Anfang eines neuen Zeitalters. Geschichtsbücher könnten davon erzählen, wie  wir – ausgelöst durch das menschliche Leid und die wirtschaftlichen Folgen – zu debattieren begannen, wie wir in Zukunft miteinander leben wollen. Wie wir sowohl unser Gesundheits- als auch unser Wirtschaftssystem umbauten und damit weniger anfällig für globale Krisen wurden.

Wichtiger noch: Wie wir das System angepasst haben, damit es unsere gesellschaftlichen und moralischen Werte abbildet. Vielleicht wird so mancher Erdling der Zukunft darüber staunen, was ein kleines Virus imstande war zu bewirken, wo zuvor Jahrhunderte der Auseinandersetzung versagt haben.

Bevor ich nun als Utopistin beschimpft werde: Ich gehöre auch zu den Selbstständigen, die von der Wucht des wirtschaftlichen Aufpralls gerade getroffen werden. Aber es entspricht nicht meinem Naturell die Situation nur als Katastrophe zu sehen. Die Psychologie verweist uns gerne darauf, dass das Potential wesentlich größer ist an einer Krise zu wachsen, als an einem Erfolg.

Ich kann nicht umhin dieses Potenzial bereits jetzt zu erkennen, sowohl in der realen, wie in der digitalen Welt: Ist es nicht bemerkenswert, wie kreativ wir dieser Tage darin werden trotz Quarantäne zusammenzurücken? Insbesondere die Talente der künstlerischen Branche tragen dazu bei, dass uns zu Hause die Decke nicht auf den Kopf fällt. Nachbarschaftshilfe für Hochrisikopatienten, unkonventionelle Kinderbetreuung oder konkurrenzüberschreitender Austausch von Mitarbeitern sind weitere Beispiele. Die sozialen Medien bzw. digitalen Kanäle werden in der Aufrechterhaltung der Kommunikation über Distanz zum Segen. Da zeigt sich früh der kreative Kopf, der dem Opa über Skype Gute-Nacht-Geschichten vorliest.

Mein Postfach füllt sich mit Angeboten für kostenfreie Webinare und Coachings zu Methoden und Techniken die ich auch im Normalbetrieb gut gebrauchen kann. Das Home-Office wird dadurch zum Kosmos neuer Möglichkeiten.

Kommunikation in der Krise

Was können wir also lernen aus dieser Mutter aller Krisen für die Kommunikation im Ausnahmezustand in Unternehmen und Betrieben?

Wir müssen jederzeit damit rechnen von unvorhersehbaren Situationen eingeholt zu werden, deren Dynamik sich so schnell ändert, dass wir als Beteiligte kaum hinterherkommen. Alle die mit uns über Kommunikation in Verbindung stehen, seien es Mitarbeiter, Kooperationspartner, Kunden oder Nachbarn, haben dann ein großes Informationsbedürfnis. Gepaart mit hoher Aufmerksamkeit durch die Medien entsteht ein immens hoher Entscheidungsdruck. Dieser geht in Krisen meist einher mit Unsicherheit, weil Wissen zur Situation fehlt, oder Fakten erst zusammengetragen werden müssen. Lösungsstrategien beruhen dann zwangsläufig auf Annahmen und Erfahrungswerten und müssen daher mehrfach angepasst werden. Ein hoher Grad an Komplexität der Unternehmensstruktur, unklare Berichtswege, der Mangel an Entscheidern oder gar zu viele Meinungen sind Faktoren die sich negativ auf den Prozess der Krisenbewältigung und damit auf die Außendarstellung auswirken. In der Krise ist zudem eine transparente, glaubwürdige und kontinuierliche Kommunikation – bei mehreren Sprechern mit möglichst einheitlichem Wortlaut -besonders wichtig, um Vertrauen wiederzugewinnen und Sicherheit auszustrahlen.

„Wir haben eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Wir können die Verbreitung des Virus zwar nicht aufhalten, aber wir können die Ausbreitung  verlangsamen, indem wir voneinander Abstand halten.”

Es hat eine Weile gedauert bis diese einfache und wirkungsvolle Kernbotschaft allen Politikern geschmeidig über die Lippen kam. Zwei Sätze die gut zu merken sind, von jedem verstanden werden und gleich mehrere Anforderungen an Kommunikation in der Krise erfüllen: Es wird Stärke signalisiert, Sicherheit aufgebaut, Vertrauen erzeugt und um Verständnis geworben. Zuletzt hat sich sogar die Bundeskanzlerin eingeschaltet, um der Botschaft Nachdruck zu verleihen. Die Autorität des Sprechers ist in der Krise ebenso entscheidend, wie das was er sagt.

Bei der hohen Dynamik einer Krisensituation und der Geschwindigkeit mit der sich heute Informationen verbreiten ist eine parallele Auswertung der Maßnahmen zur Eindämmung der Krise von hoher Bedeutung. Dazu gehört auch die permanente Beobachtung des Medienechos und der Social Media-Plattformen. Und wenn dann wirklich alles vorbei ist, sorgt die abschließende Aufarbeitung dafür, dass aus Fehlern gelernt werden kann.

Krisenprävention

Sind wir also der Krise hilflos ausgeliefert? Nein! Ich möchte Ihnen hier aufzeigen, dass es wesentliche Schritte gibt, die im Rahmen einer Krisenpräventionsstrategie geplant UND geübt werden können, damit sich im stressigen Ernstfall jeder auf seine Aufgaben konzentrieren kann, anstatt wertvolle Zeit darüber zu verlieren das „wie“ und „was“ zu definieren.

Maßnahmen zur Krisenprävention

1. Krisenhandbuch erstellen

Es liegt in der Natur der Krise, dass niemand Zeit haben wird dicke Handbücher zu lesen. Das Krisenhandbuch sollte daher die absolut nötigsten Informationen enthalten (lose Blattsammlung), die in regelmäßigen Abständen auf Aktualität hin überprüft werden und jedem im Unternehmen bekannt sind.

Flussdiagramm: Entscheidungsbaum und Ablaufplan
Wesentlicher Bestandteil sind Diagramme die vor allem eines leisten sollen: Komplexität reduzieren – Zeit gewinnen. Wer einen Krisenherd feststellt – egal in welcher Position im Unternehmen er sich befindet – sollte rasch dazu in der Lage sein, die richtige Kontaktperson vom Auslöser zu unterrichten. Ein Entscheidungsbaum soll dann dazu anleiten die Information an die relevanten Unternehmensteile weiterzuleiten, damit sich umgehend der Krisenstab bilden kann, der über alle weiteren Handlungsschritte und Kommunikationswege entscheidet.

Kontaktlisten
Da sich die Diagramme auf Funktionen (z.B. Geschäftsleitung, Forschung, Recht, Marketing oder Kommunikation) beziehen ist es ratsam separat eine Kontaktliste zu pflegen. In dieser werden die aktuellen Daten der zum Krisenstab und den Entscheidern gehörenden Mitarbeiter leserlich eingetragen. Wichtig sind hier besonders die Mobiltelefon-Nummern, da sich Krisen nicht an Wochenenden oder den Feierabend halten.

Zuständigkeiten des Krisenstabes bzw. Kernteams
Je nach Art der Krise (z.B. Produktionsunfall, Crash der Börsenwerte oder Social-Media Shitstorm) kann die Zusammensetzung des Krisenstabs stark schwanken. Kernfunktionen werden jedoch immer involviert sein, wie die Kommunikations- oder die Rechtsabteilung. Es ist ratsam im Vorfeld festzulegen, wer sich im Ernstfall um welche Aufgaben kümmert, insbesondere wenn die Abläufe rechtlichen Vorgaben unterliegen (z.B. die Information bestimmter Behörden).

2. Szenarienplanung

Gerade weil sich in einer Krise die Ereignisse überschlagen ist es ratsam für potentielle Krisenherde die Fakten zur Hand zu haben. Diese Krisenherde zu identifizieren bedarf einer Analyse an der meist mehrere Fachabteilungen beteiligt sind.

In forschungsaktiven Unternehmen die z.B. mit neuen oder gefährlichen Substanzen arbeiten kann darüber hinaus wissenschaftliches Basiswissen aus der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von der PR-Abteilung bereits in allgemeinverständliche Informationen „übersetzt“ werden.

3. Krisensimulationsübung

Hocheffizient sind Workshops in denen der Ernstfall der Krise an einem fiktiven Beispiel im Verlauf eines Tages geübt wird. An einem neutralen Ort (ohne Ablenkung) wird eine Situation nachgestellt, die sich in dieser Form tatsächlich ereignen könnte. Alle an der Krisenbewältigung beteiligten Funktionen nehmen mit mindestens einem Mitarbeiter an dieser Übung teil. Was dabei erreicht werden soll ist nicht – wie gemeinhin von Mitarbeitern befürchtet – zu ermitteln wie stressfest der jeweilige Kollege ist, sondern wie gut der Personenkreis zusammenarbeitet, mit welchen Lösungsstrategien sie aufwarten und wie gut sie kommunizieren – innerhalb der Organisation UND mit der Außenwelt. Fester Bestandteil dieser Krisentrainings sind daher auch Medienanfragen (von versierten Medien-Trainern) durch die geübt werden kann wie sich Statements und Interviews in Krisensituationen anfühlen. Mitarbeiter merken dabei schnell welche Botschaften gut funktionieren und welche haarsträubenden Headlines Journalisten aus einer Bemerkung im Nebensatz generieren.

Diese Übungen sind in vielerlei Hinsicht aufschlussreich. Sie decken beispielsweise Lücken in der Organisationsstruktur auf. So mancher entdeckt aber auch sein Talent vor der Kamera und bietet sich als Sprecher aus der Fachabteilung an. Im besten Falle gehen die Mitarbeiter mit einem positiven Gefühl aus der Übung, weil sie die Herausforderung gemeinsam gemeistert haben. Ich jedenfalls habe sehr häufig am Ende solcher Tage das Feedback bekommen: „Das sollten wir viel häufiger machen!“

Lassen Sie mich zum Schluss versichern, dass es zahllose Beispiele für gelungene Kommunikation in der Krise gibt, aus der Unternehmen am Ende gestärkt und mit positivem Image hervorgegangen sind.

Ich wünsche uns allen, dass wir die Corona-Pandemie gut überstehen. Vielleicht werden die Historiker der Zukunft ja mit Stolz in ihren Büchern festhalten in welchem Maße wir über uns hinausgewachsen sind.

Bleiben Sie gesund und optimistisch!

Ihre

Heike Specht

 

Eigenverantwortung für die Gesundheit zu übernehmen ist ein Schlüssel (nicht nur) bei Stress

Ende Januar 2020 hat sich die Techniker Krankenkasse mit einer Vorabauswertung ihres jährlichen Gesundheitsreports zu Wort gemeldet und verkündet, was zu befürchten war: Psychische Erkrankungen sind unter ihren Versicherten für rund 19 Prozent aller gesundheitsbedingten Fehlzeiten im Job verantwortlich. Das sei der höchste Wert im Vergleich zu anderen Diagnosen – noch vor Rückenbeschwerden und Erkältungskrankheiten.1

Wer sich heute in seinem Freundeskreis oder unter Kollegen umschaut wird den traurigen Trend bestätigen können. Stress ist schon lange nicht mehr chic und so mancher der ins Burn-Out schlittert braucht Monate, um wieder zu sich zu kommen. Es steht zu befürchten, dass wir vom Maximum noch weit entfernt sind: Die rasante Geschwindigkeit der Digitalisierung, permanente Informationsüberflutung, globalisiertes Arbeiten, Neuausrichtung des Arbeitsfeldes durch künstliche Intelligenz und erhöhte Arbeitsbelastung bei schrumpfender Mitarbeiterzahl sind nur einige der Stimuli, die zu Stress und Depressionen führen können.

Was können wir tun, um der Stress-Falle zu entgehen? Ein ganzheitliches Konzept das mir viel versprechend erscheint ist Ayurveda. Deshalb spreche ich mit Sunitha Kadirvel. Sie ist Heilpraktikerin und Ayurveda-Therapeutin (mehr zu ihrem spannenden Lebensweg und ihren Angeboten am Ende dieses Textes).

„Ayurveda ist eine Lebensphilosophie und Gesundheitslehre aus Indien. Sie hat im Wesentlichen zwei Ziele, Kranke zu behandeln und Gesunde gesund zu halten“, erklärt Sunitha dieses ganzheitliche System. Ayurveda enthält also Prinzipien für die Prävention ebenso wie für die Heilung.

Gleich zu Beginn unseres Gesprächs sagt Sunitha etwas für mich entscheidendes: Eigenverantwortung für die Gesundheit ist ein Schlüsselwort, wenn es darum geht Stress zu vermeiden.“ Eigenverantwortlich zu arbeiten ist genau das was viele an ihrem herausfordernden Job reizt, mich eingeschlossen. Aber wenn ich mir vor Augen führe wie ich Krankheit begegne muss ich zugeben, dass Sunitha recht hat: Ignorieren bis es nicht mehr geht und dann vom Arzt erwarten, dass er eine Lösung für mein „Problem“ parat hat. Das ist klassisches Outsourcing, aber in Bezug auf die eigene Gesundheit natürlich wenig hilfreich.

Achtsamkeit und Energiebilanz

Die gute Nachricht ist, Eigenverantwortung für die Gesundheit ist erlernbar.

Sunitha:Wir sind uns selbst gegenüber meist zu wenig achtsam. Achtsamkeit für den Körper spielt im Ayurveda eine große Rolle. Das ist natürlich eine Herausforderung. Es wäre einfacher, wenn die Gesellschaft anders ticken würde, lockerer, aber so müssen wir lernen nein zu sagen, wenn uns etwas nicht gut tut, auch zu uns selbst.“

Ayurveda baut auf drei gleichberechtigen Säulen auf: Schlaf, Ernährung und körperliche Aktivität. „In allen drei Bereichen können wir Achtsamkeit entwickeln und üben, indem wir uns immer wieder fragen WAS FUNKTIONIERT FÜR MICH?“, so Sunitha Kadirvel.

Denn es gibt kein Allheilmittel. Jeder kann für sich selbst herausfinden, was die beste Lösung ist. Das liegt, so Sunitha, an den Energien die uns zur Verfügung stehen. Besonders wichtig sei es, MIT den eigenen Kräften zu arbeiten und nicht dagegen. So wie wir automatisch darauf achten, dass das Haushaltsgeld bis zum Ende des Monats reicht, wäre es wichtig Achtsamkeit für den Energiehaushalt zu entwickeln, weil auch unsere Energien endlich sind. Die Aufgabe besteht also darin zu unterscheiden, welche Tätigkeiten uns Energie geben und welche uns Energie nehmen. Eine gute Energiebilanz haben wir, wenn wir über den Tag hinweg Dinge tun, die unsere Energiereserven auffüllen.

Dazu gehören beispielsweise Pausen. Wer unter Dauerstrom steht lässt gerne die Mittagspause ausfallen und isst ein Brötchen, zwischen zwei Meetings vor dem Rechner, dabei die aufgelaufenen E-Mails checkend. Sunithas Rat ist, sich zumindest 10 Minuten geistigen und physikalischen Abstand zu gönnen. Dem Rechner beim Essen den Rücken zuzudrehen wäre schon ein Anfang. „In den meisten Jobs betreiben wir Missbrauch der Sinnessorgane. Wer die Möglichkeit hat einen kleinen Spaziergang zu machen, damit sich die Sinne wieder erholen können, der sollte davon Gebrauch machen.“

Überhaupt erlegen wir uns in der Arbeitswelt häufig Verhaltensweisen auf die unseren natürlichen Bedürfnissen zuwiderlaufen. Wer an der Kasse sitzt kann erst zur Toilette, wenn die Kollegin ablöst. Während des Meetings bloss nicht durch unangenehmes Husten auffallen! Getrunken wird nur in der Mittagspause. Ayurveda unterscheidet bis zu 14 solcher körperlichen Bedürfnisse, die nicht unterdrückt werden sollten. Sie genauer zu betrachten gehört zur Praxis im Ayurveda.

Die drei Säulen des Lebens

Schlaf

Es gibt keine Faustregel wie viele Stunden Schlaf für uns gesund sind, denn das ist typenabhängig, sagt die Heilpraktikerin. Wichtig ist, dass wir die Menge an Schlaf die wir bekommen bei guter Qualität verbringen. Dazu gehört auch, dass wir uns auf die Ruhephase einstimmen. Nach der ayurvedischen Lehre wäre es zum Beispiel vorzuziehen nicht direkt vor dem Schlafengehen die letzte Mahlzeit einzunehmen. Wann wir zuletzt etwas essen können ohne uns zu belasten hängt von unserem individuellen Verdauungssystem ab. Also ist auch hier ausprobieren angesagt.

Außerdem können wir unser Verhalten daraufhin überprüfen, was wir als aufputschend empfinden. Also zum Beispiel, wann wir zum letzten Mal am Abend unsere geschäftlichen E-Mails beantworten oder wann wir den Computer abschalten.

Vielleicht ist es ein Anfang das Mobiltelefon ganz aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Auch kleine Rituale können helfen uns am Abend entspannen zu lassen, wie etwa ein Buch zu lesen (nicht unbedingt Fachliteratur) oder ein Tagebuch zu führen das uns auf positives Denken fokussiert, wie beispielsweise Ideen für Reiseziele, Gerichte auf die wir Lust haben, oder einfach Dinge für die wir dankbar sind.

Ernährung

Nahrungsmittel geben Energie und füllen unsere Reserven auf. So weit so simpel. Aber ob uns die Nahrungsmittel wirklich gut tun hängt nicht nur davon ab was und wie viel wir essen, sondern auch wann. „Unser Darm muss bereit sein die Nahrungsmittel zu verarbeiten“, erklärt Sunitha. Konkret heißt das erst zu essen wenn wir Hunger verspüren, dann aber auch zeitnah zu essen und nicht noch Stunden zu warten bis es uns in die Agenda passt. Denn sonst bauen wir ein Ungleichgewicht auf. „Wenn ich achtsam esse, merke ich eher, ob mir das was ich da gerade auf dem Teller habe wirklich gut tut“, so die Heilpraktikerin. „Außerdem merke ich nur bei voller Konzentration auf das Essen, wann ich satt bin.“ Die meisten von uns verpassen diesen Moment und fallen dann in das viel zitierte Verdauungsloch.

Mit generellen Ratschlägen zu Speisen für Stressgeplagte tut sich die Ayurveda-Therapeutin schwer, denn was uns gerade gut tut hängt von vielen individuellen Parametern ab. Eine Anamnese durch einen Heilpraktiker vor der Ernährungsumstellung wäre auf jeden Fall besser. Anregende Speisen und Getränke seien aber grundsätzlich zu vermeiden. Dazu gehören Kaffee und kohlensäurehaltige Getränke.

Körperliche Aktivität

Die oberste Regel für Sport im Ayurveda heißt „tu das wofür du die Kraft hast!“ Es muss für stressgeplagte nicht schädlich sein nach einem langen Arbeitstag noch 10 Kilometer zu joggen. Ich muss aber der Typ dafür sein, damit es mir wirklich Energie zurückgibt. Wenn ich mich quäle – adieu!

Ich selbst bin vor einiger Zeit wegen Rückenbeschwerden zum Yoga gekommen. Inzwischen weiß ich aus Erfahrung, dass es sich sehr positiv auf mein Gesamtbefinden auswirkt. Die Ayurveda-Therapeutin bestätigt, dass ähnliche Konzepte und Philosophien beides verbindet. Daher bezeichnet man Ayurveda und Yoga auch als Geschwister. „Bei Yoga kommen Geist und Körper zusammen. Es gibt viele verschiedene Traditionen. Manche betonen eher das Körperliche, andere eher das Mentale oder Spirituelle. Meine Empfehlung für Menschen die unter Stress leiden wäre, verschiedene Stile auszuprobieren und zu schauen was momentan am Besten passt. Das kann sich über die Zeit durchaus ändern“, so Sunitha Kadirvel.

Einen Artikel zum Thema Harta-Yoga hat im PICUS Blog an anderer Stelle Patricia Wolf veröffentlicht. Von ihr habe ich die folgende Atemübung gelernt, die ich gerne weitergebe:

Wir konzentrieren uns dabei auf die natürliche Atembewegung, also nicht besonders tief oder lang atmen, sondern den Atem fließen lassen. Es kann hilfreich sein während der Atembewegung zu zählen oder den Satz in Stille zu wiederholen „ich atme Ruhe und Gelassenheit ein und Anspannung aus“.

Das Praktische daran ist, dass wir den Atem immer zur Verfügung haben, um uns darauf zu konzentrieren, auch bei Stress-Situationen im Büro. Ziel ist es zur Ruhe zu kommen, Abstand zu gewinnen und sich darauf zu besinnen, dass die Lage nicht lebensgefährlich ist. (Das Gegenteil von dem was uns die Stresshormone suggerieren).

Wenn es zum Äußersten kommt: Burn-Out

Sunitha Kadirvel: „Menschen die an Burn-Out leiden sind in ein Ungleichgewicht geraten, haben keine Energie mehr, dafür aber jede Menge Schlacke und Toxine im Körper. Ayurveda kann hier helfen, wobei die Behandlung des Körpers meist auch der Psyche hilft. Das ist ein Prozess, bei dem ich den Patienten über längere Zeit begleite. Am Anfang steht die Anamnese. Wir analysieren gemeinsam seinen Gesundheitszustand, seine Verhaltensweisen und Gewohnheiten und seine Ernährung. Ziel ist es, den Körper zu reinigen und die Energien durch Medikamente und Behandlungen wieder aufzubauen. Eine schöne Nebenwirkung dieses Prozesses ist, dass der Patient lernt mehr Achtsamkeit für sich und seine Bedürfnisse zu entwickeln und Ungleichgewichte selbst zu erkennen.“

Zum Ende unseres Gesprächs ist es der Heilpraktikerin ganz wichtig zu betonen, dass im Ayurveda der Mensch ganzheitlich angeschaut wird, um ihm bei seiner gesundheitlichen Situation zu helfen. Diese Betrachtung geht über den Auslöser – mag es Stress sein oder etwas anderes – hinaus. „Ayurveda ist ein sehr komplexes Medizin-System das seine Wirkung durch die individuelle Arbeit am Patienten entfaltet, mit für ihn massgeschneiderten Behandlungsmethoden. Empfehlenswert wäre, wenn jeder Ratsuchende sich für seine individuelle Situation Hilfe bei einem Therapeuten holt“, so Sunitha Kadirvel.

Nach dem Interview mit der Ayurveda-Therapeutin denke ich darüber nach, wie ich in Zukunft mehr Eigenverantwortung für meine Gesundheit übernehmen kann. Den Anfang macht das neue „selbst bewusst sein“. Ich werde meine Gewohnheiten hinterfragen. Dinge die ich tue oder esse, ohne darüber nachzudenken, möchte ich mir bewusst machen und mich fragen „warum tue ich das? Tut mir das wirklich gut?“ Es ist ein Versuch achtsamer zu sein, mich langsam aber stetig neu zu programmieren und darüber gesündere Gewohnheiten zu entwickeln.

Denn wie der berühmte indische Arzt Deepak Chopra sagt: „Gesundheit ist unser Geburtsrecht.“

Darf ich vorstellen: Sunitha Kadirvel

Sunitha´s eigener Lebensweg zeigt, dass beruflicher Wandel möglich ist, wenn Klarheit über das Ziel herrscht. Ihren Beruf als Ingenieurin hat sie in der Telekommunikations-Branche ausgeübt. “Ich wollte Menschen zusammenbringen“ erklärt sie mir. Als sie erkannte, dass eine direkte Arbeit mit Menschen sie ihren Zielen näher bringen könnte, entschied sie sich zur Ausbildung als Heilpraktikerin. Warum ihre Wahl dabei auf Ayurveda gefallen ist erklärt sie so: „Ich wollte immer etwas für Menschen tun, dabei aber ein System anwenden, das bei vielen gesundheitlichen Problemen hilft und mich nicht auf eine spezielle Behandlungsmethode einschränkt. Ayurveda ist ein ganzheitlicher Ansatz der es möglich Macht die Wurzel des Problems zu behandeln. Das hat mir gefallen. Dass ich selbst aus Indien komme hat sicher dazu beigetragen, dass ich mich für Ayurveda besonders interessiere.“

Sunitha Kadirvel ist seit 2015 Heilpraktikerin mit eigener Praxis in Aachen. Dort arbeitet sie hauptsächlich mit der Traditionellen Indischen Medizin Ayurveda und bildet sich auf diesem Gebiet ständig weiter. Neben der Praxistätigkeit ist sie Dozentin bei den Deutschen Paracelsus Schulen und der VHS Aachen. Zusätzlich ist sie als Aroha Trainerin sportlich engagiert und im sozialen Bereich als Sprach- und Integrationsmittlerin bei PÄZ, Aachen.

Wer in der Nähe von Aachen wohnt, dem sei ihr Kurs „Ayurveda im Alltag“ im Mai 2020 empfohlen. Die Details zur Veranstaltung der VHS können über den folgenden Link abgefragt werden:

https://www.vhs-aachen.de/kurssuche/kurs/Ayurveda-fuer-den-Alltag/nr/201-08205C/bereich/details/

Wer sich über ihre Angebote informieren oder einen Termin vereinbaren möchte, der findet alle Informationen auf der Webseite ihrer Praxis:
https://praxis-kadirvel.de/

 

Zu guter Letzt: Mein Angebot an Sie

Nicht selten entsteht Stress aus Situationen heraus, in denen uns Argumente fehlen oder es uns gar die Sprache verschlägt. Aber Kommunikation – auch in Krisensituationen – kann man lernen.

Wenn Sie sich vorstellen können Gespräche – die Sie eigentlich lieber vermeiden wollen – im geschützten Raum zu üben, dann sprechen Sie mich gerne an.

Ihre

Heike Specht

 

Quellennachweis

1Pressemitteilung der Techniker Krankenkasse vom 31.01.2020 „Krankenstand sinkt leicht – psychische Erkrankungen auf Rekordhoch“

Disclaimer

Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten Behandlungen dar. Der Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt. Er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens.

Auf ein (gutes) Neues!

Ich bin doch sicher nicht die Einzige die gerade ein Déjà-vu hat, oder? Die Liste meiner guten Vorsätze sieht der aus dem letzten Jahr verdächtig ähnlich – mehr Sport, weniger Stress, mehr Zeit mit Freunden und Familie verbringen. Nach Plätzchen, Marzipankugeln und dem Braten von Tante Gerda meldet sich außerdem Adalbert, meine innere Stimme der Vernunft  und ruft nach Diät. Mit dem neuen Datum habe ich auch noch so meine Schwierigkeiten.

Und so manche(r) wird dieser Tage zurück ins Büro kommen und sich – auch ein Klassiker – fragen, warum der PR-Plan für das inzwischen laufende Jahr 2020 noch nicht fertig ist. Gute Antworten auf diese Frage gibt es viele, aber Schwamm drüber. Viel wichtiger als das „warum“ ist jetzt das „wie“. Wie kriegen wir den Plan in trockene Tücher? Hier ein paar Ansätze, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe, um den losen Enden Struktur zu geben:

1) Einen Meilensteinkalender aufsetzen

Sicher, der strategische Überbau ist wichtig für die Planung, aber sind wir einmal ehrlich: Es gibt stets wiederkehrende Ereignisse, die einen guten Teil unserer Energie über das Jahr erfordern, wie z.B. Messen, Kongresse, Bilanzen, Geschäftsberichte und ähnliches. Wenn wir all das einmal in einen Jahreskalender eintragen, haben wir schon die ersten Fixpunkte. Dazu kommt in diesem Jahr vielleicht ein Firmenjubiläum, oder ein wichtiges Produkt hat „Geburtstag“. Stehen personelle Veränderungen an? Sind Neueinführungen geplant oder werden neue Erkenntnissen aus der Forschungs- und Entwicklungs-Abteilung publiziert?

Meist können wir diese Fragen alleine gar nicht beantworten, dafür braucht es die Rückmeldung aus unterschiedlichen Fachabteilungen und auch der Geschäftsleitung. Sie bringen sich durch die Meilensteinplanung ins Gespräch mit Kollegen, haben so eher den Draht ins Zentrum des Geschehens und können daran erinnern, dass auch die PR vorausschauende Planung braucht und nicht etwa den Zuruf: „Wir haben ein Paper veröffentlicht, könnt ihr dazu mal einen Pressetext machen, bitte!“

Das was jetzt vor Ihnen auf dem Bildschirm flimmert sind ihre Taktgeber für die strategische Kommunikationsarbeit. Vorzugsweise passt dieser Jahreskalender ausgedruckt noch lesbar auf ein DIN-A4 Blatt. Wenn nicht, wissen Sie, dass Sie priorisieren müssen oder um personelle Unterstützung bitten, um die Spitzen abzufangen.

Eine beispielhafte Vorlage finden Sie in der Präsentation “Meilensteinkalender und Redaktionsplan” im Bereich Downloads.

2) Unternehmensziele auf die PR übertragen

Ihnen wurden (so hoffe ich doch!) von der Geschäftsführung die strategischen Ziele für 2020 vermittelt. Fragen Sie sich, wie Sie diese auf die PR übertragen können. Steht beispielsweise eine innovative Technologie im Zentrum einer Neuentwicklung? Dann können Sie hierfür den Boden bereiten. Für wen ist diese Neuentwicklung relevant? Ist die Technologie erklärungsbedürftig? Ist das Produkt kostenintensiv oder müssen gar politische Entscheider überzeugt werden? Formulieren sie konkrete PR-Ziele und legen Sie sich auf bestimmte Zielgruppen fest. Gleichen Sie jetzt mit dem Meilensteinkalender ab. Erreichen sie die relevanten Teil-Öffentlichkeiten oder müssen sie nachsteuern?

Formulieren Sie nun für jede Zielgruppe möglichst kurze, prägnante und verständliche Botschaften. Bleiben wir beim Beispiel der Neueinführung. Die Kernbotschaften sollten folgende Aspekte betreffen:

Bedeutung – Warum ist diese Technik/dieses Produkt ein Gewinn für den Kunden, vielleicht sogar für die Gesellschaft?

Nutzen – Wobei hilft die Neuentwicklung dem Anwender?

Kosten – An welcher Stelle ergeben sich Einsparungen durch die Neuentwicklung?

Verantwortung – Übernimmt das Unternehmen durch die Neuentwicklung gesellschaftliche Verantwortung z.B. bei Klimaschutz, Gesundheit oder im Bereich Bildung?

3) Eine Jahres-Agenda anlegen

Sie haben jetzt Gelegenheiten (Meilensteine), Kernaussagen (Botschaften) und wissen, mit wem Sie kommunizieren wollen (Zielgruppen). Wie können Sie diese Punkte nun über einen natürlichen Fluss verbinden? Oder anders gesagt: Wie wollen Sie ihre Geschichte über das Jahr hinweg erzählen? Zerlegen Sie die Story in quartalsweise Häppchen und entscheiden Sie, wen Sie als Mitstreiter brauchen. Wer hat so viel Autorität in ihrem Bereich, dass man ihm oder ihr zuhört (Meinungsbildner)? Und wer hat ein Interesse daran Ihre Geschichte weiterzusagen? Überprüfen Sie Ihre Verteiler hinsichtlich der Vollständigkeit ihrer Meinungsmittler. Dies sind heute nicht nur Journalisten, sondern auch digitale Influencer. Kennen Sie alle Mitspieler auf dem Feld oder bedarf es hier noch einer Recherche?

4) Den Redaktionsplan erstellen

Nun sind Sie bereit für die Festlegung der einzelnen Maßnahmen. Fragen Sie sich bei jedem Meilenstein, was die beste Methode ist, den Teil der Geschichte zu erzählen, der auf der Jahres-Agenda steht. Vielleicht eignet sich der internationale Kongress im Frühjahr für ein Hintergrundgespräch, um den Boden zu bereiten. Vielleicht ist eine Jahrespressekonferenz im Herbst der richtige Moment, um die Neueinführung zu kommunizieren.

PR-Abteilungen mit mehreren Mitarbeitern haben es leichter als Einzelkämpfer, aber wir teilen alle inzwischen den Anspruch selbst Publisher zu sein, sei es über Social Media Kanäle, Videoplattformen oder Internetseiten. Das vergrößert unsere Möglichkeiten direkt in Kontakt mit unseren Zielgruppen zu treten, aber es stellt uns auch vor neue Herausforderungen. Wir sind dazu angehalten, die Geschichte noch stärker vom Empfänger her zu denken. Dem Patienten werde ich beispielsweise die Wirkung eines neuen Medikamentes anders erläutern als dem behandelnden Arzt. Hilft mir die Infografik mit Zahlen und Fakten bei der Erläuterung meiner Geschichte oder brauche ich ein emotionales Video?

Es ist empfehlenswert – gleich den Kollegen auf der journalistischen Seite – einen Redaktionsplan anzulegen. Dieser hilft uns nicht nur im Auge zu behalten, welchen Teil der Agenda wir gerade erzählen, sondern er ermöglicht auch eine Übersicht der Mittel und Maßnahmen, die für die jeweiligen Kanäle zum Einsatz kommen. Aus dieser Vogelperspektive lassen sich auch Möglichkeiten des Mehrfachnutzens erkennen.

Eine beispielhafte Vorlage finden Sie in der Präsentation “Meilensteinkalender und Redaktionsplan” im Bereich Downloads.

5) Evaluation – Nichts ist in Stein gemeißelt!

Es war nie einfacher als heute den Erfolg von PR-Maßnahmen zu messen. Wichtig ist, dass Sie definiert haben, was Erfolg für Sie bedeutet. Legen Sie zu Anfang des Jahres Erfolgsfaktoren fest und lassen Sie sich dabei nicht von den Kollegen des Marketings über den Tisch ziehen, KPIs aus deren Bereich lassen sich nämlich nur selten direkt übertragen.

Beziehen Sie Social Media Analysen ein. Es sagt eine Menge über ihre Arbeit aus, wenn es z.B. viel Interaktion mit Ihren Inhalten auf Social Media Kanälen gibt. Wenn Tweets echte Diskussionen auslösen, kann das sehr bereichernd sein.

Behalten Sie nicht nur die Reichweiten der Printmedien im Auge, sondern schauen Sie sich auch an, welche Inhalte auf Ihrer Internetseite häufig geklickt oder heruntergeladen werden.

Und warten Sie mit der Auswertung nicht bis vor dem Meeting, in dem es um weiteres Budget geht. Schauen Sie regelmäßig hin (ein monatlicher Kalendereintrag kann hilfreich sein). Und haben Sie Mut, aus dem was nicht funktioniert zu lernen. Unterjährig ist immer noch Zeit, die Strategie anzupassen, auf andere Maßnahmen umzusatteln.

Ich habe zum Jahresende in einem Newsletter von Barack Obama gelesen, dass er sich eine Liste der Hoffnung anlegt. Das finde ich eine schöne Idee, die ich gerne weitergebe. Statt sich über verpatzte Interviews, untergegangene Botschaften und nicht erfüllte KPIs zu ärgern ist es doch viel schöner sich die Momente ins Gedächtnis zu rufen (oder sogar aufzuschreiben), in denen die PR im letzten Jahr geglänzt hat oder wir dachten „genau deshalb liebe ich diesen Job”. Denn diese Momente und Ereignisse sind es, die uns die Energie geben, uns auch dieses Jahr wieder mitten ins Geschehen zu stürzen.

Ich wünsche Ihnen allen für 2020 viel positive Energie, innere Gelassenheit und das nötige Quäntchen Glück, um Ihre Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

Falls es dann doch an der einen oder anderen Stelle klemmt oder personell eng wird, nehmen Sie Kontakt auf, ich berate Sie gerne oder packe mit an.

Kommen Sie gesund durch das Jahr!

Ihre

Heike Specht

 

 

 

Dein Körper ist ein weiser Coach: Interne Kommunikation mal anders

Heute bloggt für Sie Ilona Tamas, Autorin, Redakteurin und Gesundheitspraktikerin. Sie schreibt über ihre Lieblingsthemen Frauengesundheit, weibliche Sexualkultur und Genuss an körperlichem Erleben und betreut Webseiten für Firmen und Institutionen, wenn das Thema ihr zusagt.
Als Gesundheitspraktikerin für Frauenmassage und weibliche Sexualkultur arbeitet Ilona mit Frauen, die sich mehr Genuss mit ihrem Körper wünschen und Freude mit ihrer Sexualität erleben wollen.

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Die Kommunikation mit Körperorganen kannte ich bis vor fünf Jahren nur von Otto, dem Komiker: „Milz an Großhirn, Milz an Großhirn: Was ist denn da los bei euch?“ Was Otto so komisch im Sketch beschreibt, die Kommunikation der Körperorgane untereinander, habe ich in einem körperorientierten Coaching kennengelernt. Das körperorientierte Coaching macht sich die Kommunikation mit dem Körper zunutze, um eine „gesunde“ Lebensweise, z.B. im Beruf, in Beziehungen oder bei körperlichen Beschwerden zu gestalten. Als ich im körperorientierten Coaching angefangen habe mit meinem Körper zu sprechen, hatte das wenig von der Komik, wie bei Otto, sondern war richtungsweisend für mich, mein Leben neu zu ordnen und zu gestalten. Diese besondere Art von Kommunikation – Gespräche mit dem Körper  – möchte ich hier vorstellen.

Auf der Suche nach neuen beruflichen Perspektiven kam ich in Kontakt mit meinem Körper

Ein Samstagvormittag vor fünf Jahren. Ich saß in einem Seminarraum und wollte neue Perspektiven für mein Berufsleben finden. Die Seminarleiterin erklärte die Aufgabe: Ich sollte ein Gespräch führen mit meinem Körper. Die Methode ist im Grunde einfach: Ich stellte meinem Körper Fragen. Dem Körper Fragen stellen? Wofür sollte das gut sein? Die Absicht war, vom Körper Tipps und Hinweise zu bekommen, z.B. wie ich ein gesundheitsförderliches Berufsleben gestalten könnte. Eine der Fragen, die ich meinem Körper damals stellte, lautete: „Was brauchst du nicht mehr in deinem Leben?“ Die Antwort aus meinem Körperinneren kam prompt und unmissverständlich: „Das Angestellten-Dasein als Redakteurin.“ Himmelherrschaft, mein Körper war also der Meinung, dass er auf meinen Angestellten-Job verzichten konnte. Ich war seit mehr als 20 Jahren Angestellte im gleichen Unternehmen und arbeitete als Redakteurin in der Abteilung “Communications”. Schon einige Jahre hatte ich den Eindruck, dass „die Firma“ und ich uns auseinandergelebt hatten. Ich war bereit für eine Veränderung, aber so radikal hatte ich es bisher nicht ausgedrückt.

Jetzt war es ausgesprochen! Hinter diese Information konnte ich nicht mehr zurück. Die Dinge nahmen ihren Lauf: 2 Jahre später hatte sich die Trennung von meinem Arbeitgeber vollzogen. Heute bin ich selbständige Redakteurin und schreibe über Themen, die mich wirklich interessieren und viel mit mir zu tun haben: Frauengesundheit, weibliche Sexualkultur und Genuss an körperlichem Erleben.

Der Kontakt mit meinem Körper schenkte mir ein neues Körperbild

In unserer Gesellschaft ähnelt das Bild, das wir vom Körper haben, mehr einer Maschine, die bitteschön funktionieren soll. Auch ich dachte so. Ich redete davon, was mein Körper für mich tun sollte: Bei der Arbeit funktionieren, fit sein, gut aussehen, genügsam sein, mich nicht im Stich lassen.

Ganz ehrlich: Wie oft hatte ich meinen Körper schon im Stich gelassen? Hatte ihm zu wenig Schlaf gegönnt, zu wenige Pausen, weil eine Arbeit noch fertig werden sollte. Wie oft saß ich zu lange unbeweglich vor dem Computer. Gerne auch mal mit Kopf- oder Nackenschmerzen und überhörte stur alle Signale meines Körpers. „Nacken an Großhirn, Nacken an Großhirn, mach doch bitte mal Pause und bewege dich, damit ich mich entspannen kann!“ „Jaja, gleich, antwortete das Großhirn. „Nur eben schnell noch diesen Beitrag fertigschreiben.“

Die Dialoge mit meiner Körperweisheit, die bei diesem körperorientierten Coaching geführt wurden, drehten dieses alte Körperbild und die Kommunikations-Hierarchie auf den Kopf: Ich habe meinen Körper gefragt, was ich für ihn tun kann und er ließ es mich wissen. Zuvor lief die Kommunikation ja vor allem in die andere Richtung: Ich ließ meinen Körper wissen, was er für mich tun konnte.

Negative Kommunikation mit mir selbst fand ich ganz normal

Innere Dialoge führen wir ja alle ganz gerne, oft unbewusst und automatisch. Früher drehten sich meine Selbstgespräche vor allem darum, was ich alles nicht kann. Da sprach der innere Kritiker laut aus, was er über mich dachte. Die altbekannten Themen eben: Das habe ich dir doch gleich gesagt … was bildest du dir ein, als ob du dir so etwas erlauben könntest … glaub bloß nicht, dass das klappt … und so weiter. Diese negativen Stimmen machten sich auch nach dem körperorientierten Coaching lautstark bemerkbar. Aber jetzt gab es auch diese andere Stimme in mir – eine freundliche und weise Stimme. Ich hatte jetzt die Wahl, der alten Leier über Misserfolge und Scheitern zuzuhören oder der neuen positiven Stimme zu folgen, die mir Mut machte und mich bestärkte. Auf diese negativen inneren Dialoge, die mich klein und mutlos machen, kann ich inzwischen gut verzichten.

Aus Dialogen mit meinem Körper gehe ich gestärkt hervor

Die Kommunikation mit meinem Körperinnenleben stärkt mich. Sie bringt mich mit meinem Bauchgefühl und meiner Intuition in Kontakt. Meine Körperweisheit weiß, was gut für mich ist. Der Weg in die Selbständigkeit hat sich für mich als goldrichtig erwiesen. Ich habe wieder Freude beim Arbeiten. Fragen nach dem Sinn meines Tuns stelle ich mir keine mehr: Ich schreibe aus ganzem Herzen gerne über meine Lieblingsthemen. Davon profitiert auch mein Körper, ich erlebe weniger Anspannung und mehr Lebensfreude. Im Sommer verlege ich mein Schreib-Büro nach draußen auf die Terrasse oder gleich in ferne Länder. Diesen Sommer habe ich fünf Wochen auf Reisen verbracht, täglich einige Stunden gearbeitet und mindestens genau so viel Zeit im Liegestuhl oder am Strand verbracht.

3 Dinge brauche ich für meinen Körper-Dialog: Entspannung, Fantasie und meine 5 Sinne

Elemente, die mich beim Dialog mit meinem Körper unterstützen sind Entspannung, Fantasie und meine fünf Sinne. In den Dialog mit dem Körper starte ich aus einem entspannten Zustand heraus, z.B. nach einer kurzen Meditation. Die Entspannung vertiefe ich, indem ich vor meinem inneren Auge eine Landschaft auftauchen lasse. Eine Landschaft oder ein Ort, an dem ich mich wohl fühle. Mein Wohlfühlort ist meist eine grüne Wiese mit Blumen zwischen sanften Hügeln und unter blauem Himmel. So heidimäßig halt. An meinem Wohlfühlort kann ich mit meinen fünf Sinnen das Summen der Bienen hören, den lauen Wind auf meiner Haut spüren, höre das Klingen der Kuhglocken und habe den Duft der Blumenwiese in der Nase. Von diesem Ort aus starte ich die Reise, um in Kontakt mit meinem Körper zu kommen. Manchmal führt mich meine Fantasiereise auch in meinen Körper hinein. Im körperorientierten Coaching reisen Menschen oft zu einem Kraftort im Körper oder zu einem Ort, der etwas über das Coaching-Thema weiß. Mit diesem Ort nehme ich dann Kontakt auf. Gehe in einen Dialog mit diesem Ort und kann wichtige Fragen stellen, vor 5 Jahren lautete meine Frage: „Was brauchst du nicht mehr in deinem Leben“? Die Antworten aus dem Körperinneren sind so vielfältig und individuell wie die Menschen und die Themen, die sie in das Coaching mitbringen. Meine Fragen an den Körper beziehen sich meist darauf, was mein Körper braucht, um sich gut zu fühlen und was ihm Kraft und Energie bringt. Die Antworten meines Körpers beziehen sich dann darauf, was gesundheitsfördernd für mich ist und es mir ermöglicht, mehr Zeit zu verbringen, in der ich mich gut fühle und weniger Zeit, in der es mir nicht gut geht. In der Kommunikation mit dem Körper erhalte ich Hinweise, wie ich mein Leben gesünder, stimmiger und mehr im Einklang mit mir selbst gestalten kann. Aus den Informationen und Bildern aus dem Körperinneren kann ich eine Art „Gesundheitsrezept“ erstellen, das mir hilft, mein Leben kraftvoll und vital zu führen.

Mein Körper und ich sind auf diese Art inzwischen beste Freunde geworden.

Das wünsche ich Ihnen auch!

Herzlichst,

Ilona Tamas

Kontaktmöglichkeiten zu Ilona Tamas:
Als Redakteurin und Webdesignerin: Wortmerken Texte und Webdesign
Als Gesundheitspraktikerin für Frauen-Massage und weibliche Sexualkultur: Ilona Tamas Coaching

Wenn körperorientiertes Coaching auch interessant für Sie ist, können Sie hier mehr darüber erfahren Körperorientiertes Coaching nach der Methode Wildwuchs

 

Mein Weg von der Agenturchefin in ein vielfältigeres Leben durch mehr und mehr innere Freiheit

Donate Schreiner gründete 2000 die Healthcare Agentur circle comm. Wegweisende, mit ganz verschiedenen Zielgruppen gemeinsam gestaltete Kampagnen sind das erklärte Steckenpferd der Gründerin und wurden mit den wichtigsten Preisen der Branche ausgezeichnet. Acht Jahre nach Gründung, als die Agentur ziemlich gewachsen war, taucht für sie erstmals überraschend die Frage auf: „Will ich das eigentlich noch?” Es keimt der Wunsch für etwas Neues, aber was? „Kann ich überhaupt etwas anderes?” Neun Jahre später schließt sie die Agentur, ohne einen Plan zu haben was danach folgt. Erst einmal Luft holen und neue Erfahrungen sammeln. Ihr Appell ist so klar wie vermeintlich abgedroschen: „Höre auf deine innere Stimme! Und zwar immer wieder.” Und: „einfach weitermachen” ist nur eine Option.

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Über Weggabelungen – Träume verwirklichen – Handlungsspielräume schaffen

Wie oft sage ich zu meinen Kindern: „Du kannst alles erreichen, was du wirklich willst.“ Ebenso: “Hör auf dein Bauchgefühl. Verwirkliche deine Träume. Leben ist Veränderung“. Und ja, ich glaube daran, schon. Und doch scheint es sozusagen eine tiefere Schicht und Bedeutung dieser Weisheiten (wahlweise Kalendersprüche) zu geben. Denn was sie wirklich bedeuten, wird mir immer noch und irgendwie auch immer wieder noch klarer. Offenbar eröffnet sich die Weisheit dahinter erst im unmittelbaren Erleben.

Ich habe das Glück, dass viele meiner Träume bereits in Erfüllung gegangen sind. Gleichzeitig gab und gibt es Zeiten, in denen ich manches wegdrücke, mehr funktioniere und nicht wage, auf meine innere Stimme zu hören.

Heute ist wohl ein guter Tag zum Schreiben – es ist kälter geworden und regnet – und ich miste im Keller aus. Mit Freude nehme ich zur Kenntnis, dass ich mich wieder eines Kartons Buchhaltung entledigen kann – dem 2008er – dem neben 2007 wirtschaftlich erfolgreichsten Jahr in der Geschichte von circlecomm – mit der Kampagne zur Einführung des neuen HPV Impfstoffes. Was taucht da auf an Gefühlen? Wehmut? Nur ein klein wenig. Erinnerungen an ein großartiges Team. Ja, und Freude an der Zusammenarbeit. Wut, dass ich so lange gebraucht habe, was Neues zu machen? Nicht mehr. Beim Schreddern dann vor allem Gefühle von Freiheit und Dankbarkeit. Dankbarkeit, dass ich eine Arbeit hatte, die mir im Kern immer richtig viel Spaß gemacht hat, und mir jetzt eine gefühlt unbegrenzte Auszeit ermöglicht.

Meine Arbeit selbst gestalten

Eigentlich wollte ich mich nie selbständig machen. Ich fühlte mich als angestellte PR-Beraterin ganz wohl. Doch spätestens als stellvertretende Geschäftsführerin einer Healthcare Agentur wurde ich mit Vielem immer unzufriedener, vor allen Dingen wollte ich die Zusammenarbeit untereinander besser gestalten, stellte aber fest, dass ich viele Pflichten, aber wenig Rechte hatte. Die Konsequenz war klar – zumindest für mein Umfeld. Ich selbst brauchte eine Weile, nicht nur um zu begreifen, „das kann ich alles selbst“, sondern auch – „ich will es, jetzt!“ Keine 3 Monate später, im August 2000 war circlecomm gegründet. Die Location, ein Loft in einer alten Fabrik. Das siebenköpfige Team – überwiegend Vertraute. Die start-up Zeit war einfach nur perfekt. Viel Arbeit – mit fließendem Übergang zu Privatem mit Filmegucken abends zusammen, Chips und Vino von der Tanke. Ich dachte, so kann es weitergehen – und wenn es nicht funktioniert, dann mach ich eben etwas anderes. Zweifel kamen mir nie. Auch wenn Selbständigkeit zunächst nicht mein Traum war, so bot sie mir die erträumte Gestaltungsfreiheit: Ich konnte mir aussuchen, mit wem ich zusammenarbeite. Und dann war da natürlich für mich auch immer der Traum von Kindern: „Ich will Berufstätigkeit und Familie locker unter einen Hut kriegen.“ Und da das damals in Agenturen ein Unding war, noch ein Grund mehr für eine eigene Firma. Knapp vier Jahre nach Gründung kam meine Tochter auf die Welt, die Kombi mit Arbeiten erst mal kein Problem, sie war ein Agenturkind.

Meine Arbeit gestaltet mich zunehmend

Der Agenturname circle comm steht für Veränderung, circle für die Kreisläufe in der Kommunikation. So veränderte sich auch meine Agentur, der Markt, mein Team. Die Agentur wuchs, das Team wurde immer größer und ich immer mehr zur Managerin. Wollte ich das? Nein, eigentlich nicht. Kampagnen im Team zu entwickeln war immer schon meine Leidenschaft, meine neueste, Coaching. Rechnungswesen, Controlling, Vertragswesen – alles kein Hexenwerk, aber nicht so meine Lieblingsbereiche, die aber gerade mit reduzierter Arbeitszeit und wachsender Agentur mehr ins Gewicht fallen.

“Wollte ich das? Ich fragte mich das nicht ernsthaft. Es ging einfach weiter. Es wurde plötzlich mühsam.”

Ich hätte nicht gedacht, dass mich allein das Schreddern der Buchhaltungsunterlagen so tief in die Zeit zurückbringt. Warum machte ich damals weiter? Für mich war es immer ein Privileg, mit den Menschen zusammen arbeiten zu dürfen mit denen ich auf gleicher Wellenlänge bin. Und dann – im Jahr 2008 – entscheiden sich gleich drei meiner engsten Kollegen für eine andere Richtung. Für mich ein tiefer Einbruch, gleichzeitig hatte ich das Gefühl, es muss weitergehen. Die Kampagne war mittendrin, die Firma wuchs weiter… und ich funktionierte. Weitermachen, immer das Beste aus allem machen, viel verdrängen … 

“Meine Konditionierung – Leistung und Loyalität und „nimm dich selbst bloß nicht zu wichtig“

Ich bin in einer Zeit großgeworden, wo Aufstieg durch Leistung und Bildung der Weg war. Schule ging bei uns zu Hause immer vor. Ich komme aus dem Saarland – mein Vater Bergmann und Nebenerwerbslandwirt und meine Mutter Hausfrau und diejenige, die alles zusammenhielt. Arbeiten stand im Vordergrund. An sich selber denken? Der pure Egoismus und total verpönt! Die Bedürfnisse Anderer zu erahnen, zu erfragen war schon immer eine meiner Stärken. Bestimmt auch ein Grund, weshalb unsere Kampagnen so erfolgreich waren. Und meine Coachingausbildung festigte noch meine Haltung. Die Entwicklung Anderer lag mir immer schon am Herzen. 

“Wieso brauchte ich so lange, mich von nicht mehr Passendem zu lösen?”

Und doch – es kam etwas Neues: Mein Traum von einem zweiten Kind ging in Erfüllung, 2009 kam mein Sohn auf die Welt. Gleich zu Beginn meiner Schwangerschaft kündigte der Hauptkunde, die Agentur ging in den Keller, aber ich war erst einmal in meiner Hormonwolke. Egal was kommt, zuerst bringe ich mein Kind auf die Welt! In meiner Familie war ich plötzlich die Hauptversorgerin. Und damit hatte ich das Gefühl, ich kann jetzt nicht mehr aussteigen… Baute die Agentur wieder auf. Es war mühsam!

Zwei Umzüge später – mit wieder neuem und passenderem Team und Kunden – darauf besonnen was ich will und wofür ich stehe, ist die Agentur wieder super erfolgreich. Und doch habe ich immer öfter das Gefühl, dass Viele um mich herum ihre Bedürfnisse viel besser leben als ich: Sabbatical, Arbeiten im Ausland, natürlich Teilzeit, tolle Urlaube …. so viel Arbeitszeitmodelle wie es Mitarbeiter gab. Ich habe sehr viel von meinen jüngeren Kollegen und vor allem meinen Kooperationspartnern gelernt, sie haben mir meine Träume quasi vorgelebt: Und ich stellte mit Grauen für mich fest, dass ich meine Bedürfnisse zusehends der Firma und meinem Team untergeordnet hatte. Stolz darauf, für alle das Passende zu kreieren, habe ich mich komplett aus den Augen verloren. Ich fühlte mich einsam, selbst in einer kleinen Agentur. Ich dachte: “Ich will gar keine Chefin sein!” Wollte ich das jemals?

Chefin eines start ups mit Gleichaltrigen ist etwas komplett anderes als nach etlichen Jahren. Meine Mitarbeiter setzten komplett andere Prioritäten. Und ich… ich fühle, dass meine Prioritäten auch einmal langsam weg von meiner Arbeit gehen sollten. Ich fragte mich zunehmend: “Wann nehme ich mir die Freiheit, meine Urlaubswünsche, meine Wünsche nach einer Auszeit oder was Neuem zu leben?”

Einige Workshops später – die immer zum Ziel hatten „wie lebt circle comm seine Werte mit weniger Präsenz von mir?“ – wird mir immer bewusster, es geht nicht ohne mich, zumindest jetzt noch nicht. Hochmut? Kann ich Verantwortung nicht abgeben? Ich glaube nicht, aber was tun, wenn die abgegebene Verantwortung nicht wirklich angenommen wird? Vielleicht habe ich mir auch immer die Menschen gesucht, mit denen ich gerne zusammengearbeitet habe, die aber nicht wirklich die volle wirtschaftliche Verantwortung übernehmen wollten? Wollte ich das insgeheim gar nicht? circle comm bin ich, durch und durch, meine Werte, meine Vorstellungen – ich kann die Firma so nicht weitergeben. Das Konzept zum Neustart war bereits entwickelt. Also noch einmal die Prioritäten in Richtung Firma setzen? Aber dann kam der Moment als ich mich fragte: “Will ich das wirklich? Nein! Dieses Mal nicht.”

Diese Erkenntnis und als mir zunehmend klar wurde, wie sehr ich das Leben meiner Mutter wiederholte – nur natürlich ganz anders – stieg für mich auch die Bedeutung neue Freiheiten nicht nur für mich, sondern auch für meine Kinder zu schaffen. Sie von quasi vorgefertigten Mustern zu befreien, die in der Familiengeschichte liegen. 

Und plötzlich ist es ganz leicht:
Ich nehme mir die Freiheit, zu tun, was ich will!

Es erforderte keinen außerordentlichen Mut für die Agenturschließung, sondern ausschließlich Klarheit darüber, was ich will bzw. vielleicht im ersten Schritt über das, was ich nicht mehr will. Verbunden mit der Frage: “Was will ich stattdessen?” Ich brauchte keinen Plan B mehr, keine Absicherung.

Erstmal eine Pause und dann Zusammenarbeit anders leben, nicht nur menschlich auf Augenhöhe, sondern auch so, dass Jeder seine Verantwortung selbst trägt. Keine Wehmut, keine Resignation, sondern Klarheit pur …. Und Vorfreude auf das was kommt. 

“Ich will mehr! Weg von meiner Konditionierung auf Leistung und Erfolg, aber was stattdessen?”

Eigentlich wollte ich schon wieder angefangen haben zu arbeiten. Ein Jahr Auszeit – das war meine Vorstellung. Ok, das Abwickeln zog sich dann erst einmal hin. Aber auch jetzt, ich spüre keinen Druck, wieder anfangen zu müssen. Erst einmal möchte ich noch viel mehr von mir erfahren, was will ich noch alles ausprobieren, was ist mir wichtig?

Mittlerweile nenne ich es nachgeholte Elternzeit. Ich fange an zu definieren. Meine Rollen – was will ich? Wie will ich arbeiten? Mit wem? Vor 19 Jahren wusste ich nur, ich will, ich kann, ich mache… aber jetzt ist alles viel bewusster.

Und es ist ein Prozess, der noch nicht zu Ende ist. Wo ist die Sogwirkung am größten? Das Ziel kenne ich noch nicht, aber die Richtung. Im Moment bin ich eine Sammlerin, die all das an Wissen und Erfahrungen einsammelt, was nötig ist, um den nächsten Schritt zu gehen. Dann wird es sich wie ein Puzzle zu meiner neuen Tätigkeit zusammenfügen. Ich probiere einfach all das aus, was mich anzieht, Resonanz-Ausbildung, Yogalehrerin, Arbeiten im Hospiz, im Bildungsbereich… raus aus meinen Business-Ghetto – rein in die Vielfalt. Mein innerer Kompass, meine Werte sind unverändert – und mittlerweile sehr bewusst. Und auch das weiter tun, was ich als Agenturchefin geliebt habe: Menschen inspirieren und begleiten. Am liebsten Menschen an Weggabelungen und am liebsten Mädchen und Frauen. 

“Lebe ich meine Bedürfnisse? Was brauche ich? Diese Frage stelle ich mir heute – immer öfter”

Durch meine neue Ausbildung (Kutschera Resonanz Coach) lerne ich, wie wichtig es ist, in seiner eigenen Resonanz zu sein. Ich lerne, die Bedürfnisse der Anderen sind wichtig und meine Bedürfnisse sind es auch. Ich denke ohne schlechtes Gewissen nur an mich, probiere Neues aus, reise viel ……und lasse schneller von Dingen und Menschen los, gestalte mein Leben immer mehr nach meinen Bedürfnissen und Sehnsüchten.

Es fühlt sich grade an, wie ein weiteres Abschiednehmen. Der ewige Kreislauf, Abschied und Neubeginn: Oder einfach nur eine nächste Welle Ausmisten – Loswerden von dem was nicht mehr passt. Ich löse mich von meinen nicht mehr passenden Mustern und Glaubenssätzen. Der fast letzte Schritt Agenturabwicklung – der Abschied von meiner E-Mail-Adresse, die all die Jahre auch als private E-Mail-Adresse fungierte. Die letzte Archivierung, das Entsorgen von weiteren Materialien ebenso das Reflektieren der letzten Jahre. Die Liquidationsabschluss -Bilanz.

Beim Mittagessen diskutiere ich mit meinen Kindern (15 und 10 Jahre) über das veraltete Schulsystem und über die Frage, warum man in der Schule nicht die wesentlichen Dinge fürs Leben lernt. Das ist es, was ich so sehr an meiner Auszeit liebe: Intensiv Zeit mit meinen Kindern zu verbringen, über Werte zu diskutieren, sie dabei zu unterstützen, in diesem veralteten Schulsystem ihren Weg zu gehen, Vorbild zu sein.

Über meinen Weg, mehr und mehr meine eigenen (inneren) Grenzen sprengen

Träume ändern sich. Ich habe mich entschieden: Für eine gute Balance zwischen meinem zukünftigen Beruf und meinen privaten Träumen. Ich will mich auf das für mich Wesentliche konzentrieren, glücklich sein und gute und gleichwertige Beziehungen leben – und meinen Kindern ein gutes Vorbild sein. Ihnen vorleben, wie wichtig es ist, Träume zu haben und sich diese zu erfüllen. Wie wichtig es ist, sich seiner Werte bewusst zu sein und auf die eigene Intuition zu hören. Sich nicht selbst zu beschränken. Und ich bin sehr neugierig darauf, was noch alles kommt. Mein Leben jetzt: bunter, facettenreicher, unberechenbarer, mit mehr Höhen und mehr Tiefen, ein Tanz.

Donate Schreiner, Coach und Kutschera Resonanz Practitioner

(Donate.schreiner@icloud.com)

 

Entspannung ist der Schlüssel zum Glück

Heute bloggt für Sie Patricia Wolf, ausgebildete Bühnentänzerin mit Engagements auch in New York, wo sie bereits 1997  ihre erste Yoga-Weiterbildung machte. Sie gibt seit 15 Jahren in Deutschland regelmäßig Kurse. Hier bringt sie Licht ins Dunkel der Angebote und zeigt auf, worauf es bei der Wahl des Lehrers und des Yoga-Stils ankommt. Die ersten Übungen liefert sie gleich mit.
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Suchen Sie mehr Entspannung und Stressabbau in Beruf und Alltag?
Sie interessieren sich für Yoga und suchen Orientierung im Dschungel des vielfältigen Angebotes?

Meine Empfehlung wäre Hatha Yoga.
Der Begriff Hatha Yoga wird für die körperlichen Yoga- Übungen verwendet und bedeutet im weitesten Sinne Anstrengung.
Ha steht für Sonne, Tha für Mond. Es soll also eine ausgewogene Mischung von aktivierenden und entspannenden Übungen praktiziert werden.

Bei meinen Yoga Kursen wende ich während der Yoga- Stellungen zusätzlich gerne ergänzende Prinzipien aus meinem Erfahrungsschatz an. Andere somatische und funktionelle Körper-Techniken wie zum Beispiel Feldenkrais, Alexander-Technik, Skinner-Release-Technik, Body Mind Centering oder Franklin-Technik können Yoga gut ergänzen und haben sich als bereichernd erwiesen.

Damit bereitet man zu Beginn der Praxis den Körper möglichst gut auf die fordernden Asanas (Körperstellungen) vor und kann unnötige Körperspannung zuerst einmal loswerden.
So starten Sie mit optimalen Voraussetzungen und vermindern die Gefahr von Muskelkater und Verletzungen.

Dieses ergänzende Wissen eignete ich mir während der Sportlehrerausbildung und über viele Jahre in meiner Zeit als Tänzerin und Tanzpädagogin an.
Funktionell und organisch zu trainieren, habe ich sehr zu schätzen gelernt, bevor ich mich vermehrt dem Yoga zuwandte.

Diese vorbereitenden Übungen haben mir sowohl bei meiner langjährigen aktiven Bühnenlaufbahn als auch bei der Unterrichtstätigkeit ermöglicht, viele Jahre lang verletzungsfrei zu bleiben.

Trailer Hatha Yoga bei Patricia Wolf.

Entspannung ist der Schlüssel

Probieren Sie es jetzt gleich einmal aus, wenn Sie mögen…
Atmen Sie ein paar mal tief in den Bauch hinunter.
Spüren Sie, wie Sie beim Lesen gerade da sitzen?
Nehmen Sie bitte nur einmal Ihren Körper wahr – ohne etwas verändern zu wollen.
Nun spüren Sie Ihre Fußsohlen, spüren Sie Ihr Gesicht, entspannen Sie den Kiefer und die Schultern.

Hat sich etwas verändert?

Diese wohlige Befreiung, die sich sofort einstellt, erleben Sie beim Yoga noch intensiver und befreiender.

Sehr wichtig ist wie man eine Yoga Stellung, Asana genannt, ausführt. Ob ich meditativ und achtsam übe, den Fokus auf eine gleichmäßige tiefe und zugleich sanfte Atmung lege, ob ich wohlwollend mit meinem Körper umgehe, unnötige Anspannung loswerde – das macht einen großen Unterschied zu anderen Sportarten und Trainingsmethoden aus. Manche Lehrer empfehlen sogar, beim Üben die Augen geschlossen zu lassen.
So können Sie sich ganz auf Ihre Körperwahrnehmung konzentrieren und lassen sich nicht von anderen Teilnehmern ablenken.

Gelassenheit ist Trumpf

Geben Sie den Ehrgeiz an der Garderobe ab.
Leistungsdruck und übertriebener Ehrgeiz beim Üben, können die gegenteilige Wirkung haben und sogar Verletzungen zur Folge haben.

Meine größten Fortschritte und Aha-Effekte erlebe ich immer, wenn ich ganz fokussiert bleibe – in der Haltung eines Beobachters auf den Atem und die Wahrnehmung konzentriert. Man löst sich von den Ergebnissen des Handelns und bleibt offen und neugierig für alles was geschieht. Das wirkt sehr befreiend.

Im Idealfall geht man ans Yoga ganz anders heran als bei anderen sportlichen Aktivitäten.

Zu Beginn der Stunde zum Beispiel trägt eine tiefe und ausführliche Entspannung dazu bei, zunächst einmal Stresshormone und unnötige Anspannung im Körper abzubauen, so dass man danach als Ausgangspunkt mit einem viel besseren Zustand des Körpers für die herausfordernden Stellungen startet.

Inzwischen wurde ja desöfteren wissenschaftlich bei Untersuchungen mit Computertomographie bewiesen, wie wirkungsvoll Entspannungsmethoden, Yoga und Meditation sind und sich auch insbesondere auf das Gehirn positiv auswirken.

Link: Meditation und Bodyscan

Home sweet Home

Bevor Sie zuhause üben, wäre es gut einen Yoga Kurs zu besuchen oder einige Privatstunden bei einem geschulten Personal-Trainer zu nehmen.
Bei der Auswahl des Lehrers können Sie darauf achten, ob sie/er zusätzlich einen Gesundheitsberuf wie zum Beispiel Physiotherapeut, Sportlehrer oder Pädagoge hat. Damit steigen die Chancen, dass Ihr Yoga-Trainer weiß wovon er redet und die passenden Stellungen anleitet.

Nimmt sich der Lehrer Zeit, strahlt er Ruhe aus, ist die Stimme angenehm? Die Anleitungen im Unterricht sind klar verständlich und es wird auf einen achtsamen wohlwollenden Umgang mit dem Körper Wert gelegt? Hält der Lehrer eine professionelle Distanz ein?

Bingo! Dann haben Sie mit großer Wahrscheinlichkeit jemanden gefunden, bei dem Sie gut aufgehoben sein werden.
Lassen Sie sich nicht von schicken Hippie-Hosen, Buddha Statuen oder gestählten Bizeps beeindrucken.

Es gibt leider viele Trainer, die bei dem Yoga Hype mitschwimmen ohne eine fundierte Ausbildung zu besitzen.
Wichtiger als das Aussehen sind immer die Fragen “Wie fühlt es sich an?” und “Tut mir das gut?”!

Lassen Sie sich bei der Kursauswahl unbedingt von Ihrem Bauchgefühl leiten.

“Sthiram Sukham Asanam” empfiehlt Patanjali, der “Oberguru” der Yogis. Patanjali war indischer Gelehrter ca. 200 Jahre vor Christus, der in den berühmten Yoga Sutras die Philosophie des Ashtanga Yoga begründete – der achtgliedrige Yoga Pfad.
Flexibel, leicht und zugleich kraftvoll und stabil sollen die Asanas ausgeführt werden. Dabei können verschiedene Atemtechniken unterstützend wirken.

Hier finden Sie ein ausgewogenes Trainingsprogramm, auch für das Thema Rücken Yoga.

Ursprünglich bildete Hatha Yoga bei der Ausbildung von Yogis auf dem Weg zur Erleuchtung eine Stufe des Pfades.
Weitere Stufen, die der Yogi erklimmt, führen über Atemübungen “Pranayama”, Konzentration, Meditation, ethischen Richtlinien für das Verhalten zum höchsten Ziel: Samadhi – der Zustand der Erleuchtung.

Das Einssein mit dem höchsten Bewusstsein wird als ein Zustand von Glückseligkeit beschrieben.

Auf dem Weg zu diesem hehren Ziel gibt es jedoch Stolpersteine – die sogenannten Kleshas, die es zu überwinden gilt. Wo es menschelt gibt es eben meist auch Neid, Gier, Missgunst und Trägheit.

Wenn Sie mit einem Yoga Kurs starten, werden Sie vielleicht nicht gleich Erleuchtung finden wollen.
Aber Sie werden sogleich die wohltuende Wirkung spüren und mehr Wohlbefinden in ihren (Berufs-)Alltag einladen – egal ob Sie sich für einen Anfänger Kurs oder für eine fortgeschrittene Praxis eintragen.

Für Sportliche oder als Ergänzung zu anderen Sportarten und um Kondition aufzubauen eignet sich das Yoga Trainingsprogramm für Kräftigung und Kondition.

Falls Sie die Philosophie lieber hintenan stellen,anderen das Mantra-Singen überlassen und sich nur auf die körperlichen Auswirkungen konzentrieren, werden trotzdem Ihr Körper, Geist und letzendlich auch Ihre Seele davon profitieren.

Sind Sie am Ende des Tages oder der Woche ausgepowert und möchten die Couch eigentlich gar nicht mehr verlassen?
Hier finden Sie ein Trainingsprogramm, um die Seele baumeln zu lassen mit dem Fokus auf entspannen und regenerieren.

Das Schöne bei Yoga ist, dass Sie es sehr gut in Ihren Alltag integrieren können. Ob Sie sich in einem Kurs anmelden, zuhause üben oder viel unterwegs sind. Sie brauchen im Grunde nur genügend Platz, um sich lang auszustrecken.

Anstatt sich gleich dreimal pro Woche Yoga vorzunehmen und dann am inneren Schweinehund ganz zu scheitern, können Sie sich etwas vornehmen, das wirklich machbar ist und gut in Ihren Zeitplan passt. Zum Beispiel einmal pro Woche einen 90 Minuten Kurs, den Sie ganz regelmäßig besuchen.

Falls Sie oft auf Reisen sind, können Sie auch ein Minimal-Programm, dass Sie jederzeit durchführen können einplanen. Fünf Minuten pro Tag sind immer machbar und man spürt sofort die positive Wirkung.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Om Shanti

Patricia Wolf

patricia.wolf.yogatreff@gmail.com.

Unter dieser Mail-Adresse können Sie auch das Trainingsprogramm für das Thema Rücken-Yoga oder das Training zur Kräftigung und Kondition als DVD bestellen, ebenso wie die Anleitungen zur Entspannung pur.

Aktuelle Kurse und weitere Informationen auf der Homepage:

www.PatriciaWolfYogatreff.jimdo.com

Fotos: Bernd Hentschel

Eine Chefredakteurin erzählt: Barcamps, Masterminds, Blogparaden – was soll das eigentlich alles?

In diesem Monat bloggt für Sie Angela (Gela) Löhr. Sie ist die Initiatorin, Herausgeberin und Chefredakteurin von LEMONDAYS. Mit diesem Online-Magazin möchte sie Frauen ab Vierzig unterstützen, inspirieren und vernetzen. Frisch und rebellisch. Weiblich und positiv. Mit femininer Weisheit für eine bessere Welt.

Die Tageszeitungen liegen mit frischen gelben Markierungen geordnet auf dem Schreibtisch, die Espressomaschine ist vorgewärmt und die Tasten der Redakteure klappern im vorgelagerten Großraumbüro schon seit Stunden um die Wette.

Spätestens seit Meryl Streep uns in „Der Teufel trägt Prada“ in den glamourösen Alltag der Zeitschriftenverlage hat schauen lassen, haben wir eine gewisse Vorstellung vom Leben einer Herausgeberin und Chefredakteurin.

Cut.

Montagmorgen, halb neun in Hamburg. Mein Blick fällt direkt auf die Rechnungen, die seit Tagen darauf warten, in die Finanzbuchhaltungssoftware einlesen zu werden. „Heute aber!“, denke ich, schnappe mir mein Notizbuch und schlappe in die Küche. Mit einem dampfenden Darjeeling bewaffnet, widme ich mich als erstes der To Do Liste. Direkt an der Küchentheke, weil sich an einem aufgeräumten Platz auch die Gedanken besser sortieren lassen.

Beim Durchsehen der aktuellen Projekte fällt mir wieder einmal auf, wie abwechslungsreich mein Chefredakteurinnen-Alltag ist. Ich konzipiere, schreibe, plane, telefoniere, brainstorme, redigiere, lektoriere, lese, lerne und rechne. Ab und an feiere ich auch, denn das gehört ebenfalls dazu.

Das Herzstück eines Magazins ist jedoch die Redaktion mit RedakteurInnen und GastautorInnen und dem großen Redaktionsplan, mit seinen Monatsthemen und einzelnen Artikeln.

Wenn ich mich in den LEMONDAYS Redaktionsplan vertiefe, bin ich in meinem Element. Ich liebe es, mir gute Themen und konkrete Artikel für unsere Leserinnen zu überlegen, Ideen für neue Bereiche im Magazin zu entwickeln, brandneue Projekte zu konzipieren und LEMONDAYS in meinem Kopf bis über Brigitte Women und Donna hinaus wachsen zu lassen. (Ja, Träume sollten zugelassen und aufgeschrieben werden!)

Fast noch lieber mag ich es allerdings, wenn ich dabei nicht still in meinem Kämmerlein meine Gedanken Pingpong spielen lasse, sondern mir ein echtes Gegenüber auch mal die ehrliche Meinung zu so manch spinnerter Idee geigt.

Zusammen ist man nämlich nicht nur weniger allein, sondern kann auch mehr bewegen. Viel schneller. Und einfach besser.

Für Online-Unternehmer gibt es viele Möglichkeiten, zusammen zu arbeiten oder sogar geschäftlich zu kooperieren.

Einige Kooperationsideen, mit denen ich gute Erfahrungen gesammelt habe, stelle ich  hier vor:

Mastermind-Gruppen

In Mastermind-Gruppen treffen sich Selbstständige, die sich zu ihren geschäftlichen Themen austauschen wollen. Sie erzählen sich von ihren aktuellen Projekten, geben einander Feedback und helfen auf jedwede mögliche Art. Die Treffen erfolgen regelmäßig oder unregelmäßig, persönlich oder per Videokonferenz.

Meine Empfehlung für Mastermind-Gruppen ist, sich Menschen zu suchen, die nicht unbedingt genauso ticken wie man selbst. Das mag durchaus herausfordernd sein, öffnet aber den Blick für manch neue Sichtweise. Wer sich mit seinem Business weiterentwickeln möchte, sollte auch Mastermind-Partner haben, die vielleicht schon einen Schritt weiter sind als man selbst. Der Mix macht´s.

Facebook-Gruppen

Mit persönlich geführten Facebook-Gruppen mache ich immer wieder sehr gute Erfahrungen, um schnell Antworten auf – besonders technische – Fragen zu bekommen. Dabei ist entscheidend, die richtigen Gruppe zu finden, in der Fragen willkommen sind und sich gern gegenseitig unterstützt wird. Gegenseitig meint hier, nicht nur selbst Fragen zu stellen, sondern sich auch mit hilfreichen Beiträgen zu fremden Fragen einzubringen und die Wünsche des Gruppenbetreibers unbedingt zu akzeptieren.

Eine Gruppe zu führen, bedeutet viel Engagement und verfolgt immer auch einen bestimmten (Geschäfts-)Zweck. Erkenntlich und dankbar zeigen kann man sich übrigens beim Gruppenbetreiber neben dem Kauf seiner Angebote auch mit einer positiven Bewertung.

Achtung: Wie bei allen Aktivitäten in Social Media Kanälen besteht die Gefahr der Verzettelitis. Daher unbedingt die Zeit im Auge behalten und gegebenenfalls vorab limitieren.

Netzwerktreffen, Barcamps und andere Offline-Events

Online-Menschen treffen sich manchmal auch draußen in der realen Welt. Es gibt klassische Netzwerktreffen, zu denen über die sozialen Medien eingeladen wird und die oft mit einem ausgiebigen Frühstück oder abendlichen Restaurantbesuch verbunden sind. Die Teilnehmer stellen sich einander vor und überlegen, wie sie sich in ihrem Business gegenseitig unterstützen können. Manche Netzwerktreffen haben ein Rahmenprogramm wie fachliche Impulsvorträge, Mini-Workshops oder integriertes Masterminden.

Barcamps sind sogenannte Un-Konferenzen. Ganz im Gegensatz zu einer klassischen Konferenz gibt es keine feste Agenda mit vorab terminierten Fachvorträgen oder Workshops. Zu Beginn eines Barcamps stellen Teilnehmer, die zu einer sogenannten Session einladen wollen, Thema und Ziel dieser Session vor und sehen dann, ob und wie viele Interessenten zur festgelegten Zeit kommen. Sessions müssen nicht zwingend Vorträge oder Workshops sein, auch offene Diskussionsrunden zu einem bestimmten Thema sind gern gesehen.

Andere Offline-Events können beispielsweise Kongresse sein, auf denen es Keynotes (Inspirations- oder Motivationsvorträge), fachliche Referate oder auch praktische Workshops gibt. Viele Kongresse oder auch Messen für Online-Unternehmer haben heutzutage einen starken Eventcharakter mit gutem Unterhaltungswert, zum Beispiel Entertainment-Abende.

Kooperationen

Viele Selbstständige aus der digitalen Branche setzen inzwischen  auf Kooperationen, das heißt, sie arbeiten geschäftlich zusammen. Eine Kooperation kann dabei zeitlich begrenzt sein, ausschließlich auf ein gemeinsames Projekt bezogen oder beides. Einfache Kooperationen sind beispielsweise Gastartikel oder Blogparaden.

Gastartikel

Gastartikel selbst zu schreiben oder Artikel von anderen im eigenen Blog/Magazin zu veröffentlichen ist für viele Online-Unternehmer die erste Art der Kooperation. Wer einen Gastartikel schreiben möchte, fragt mit einem konkreten Themenvorschlag oder am besten mit einem ausführlichen Artikel-Exposé beim Blogger seiner Wahl an.

Wer die Anfrage erhält, sollte sich über die Bedingungen für Gastartikel im eigenen Blog/Magazin im Klaren sein und diese auch (schriftlich) kommunizieren. Nur dann können beide Seiten entscheiden, ob die Kooperation passt. Es ist das Recht jedes Blog-/Magazinherausgebers, Gastbeiträge abzulehnen. Gastbeiträge aufzunehmen ist übrigens aufwändiger, als es von außen aussieht, aber das ist ein anderes Thema. Und weil wir vorhin schon über das Give & Take sprachen: Auch ein Gastautor sollte sich überlegen, wie er die Kooperation maximal unterstützen kann.

Blogparaden

Blogparaden sind ebenfalls eine gute Möglichkeit zur Kooperation. Sie dienen genau wie Gastbeiträge der Vernetzung, Sichtbarkeit und Stärkung der eigenen Expertise. Eine Blogparade hat ein großes Thema, zu dem der Gastgeber dieser Blogparade offiziell einlädt und den Zeitrahmen und Ablauf kommuniziert. Wer mitmachen möchte, schreibt seinen Beitrag im eigenen Blog und kommuniziert den Link entsprechend der Vorgaben an den Host der Blogparade.

In unserem Magazin LEMONDAYS findet jeden Herbst eine fest organisierte Blogparade statt. Zur Blogparade im vergangenen Jahr hat Heike selbst sich dem Thema „Sex, Drugs & Rock´n Roll“ gewidmet. Im kommenden Herbst wird es in unserer Blogparade um das Thema „Wohlfühlgewicht in den Wechseljahren“ gehen. Wer als Autor gern teilnehmen würde, kann sich ab sofort per eMail bei uns melden redaktion@lemondays.de

Und wer ausführlicher lesen möchte, wie Blogparaden funktionieren und wann sie sinnvoll sind, dem empfehle ich den Artikel meiner geschätzten Online-Kollegin Birgit Schultz „Was ist eigentlich eine Blogparade? Chancen und Risiken…

Gemeinsame Produkte

Wenn es thematisch passt und die Chemie stimmt, bieten sich auch tiefergehende Kooperationen an. Ich kenne Kollegen, die sehr erfolgreich Online-Kurse oder Wochenend-Workshops gemeinsam durchführen.

Der große Vorteil ist, dass mit einer solchen Kooperation alle Ressourcen nahezu verdoppelt werden. Zu zweit kann mehr Zeit in die Vorbereitung gesteckt werden, der Verkauf läuft intensiver und gleichzeitig an ein größeres Publikum und zudem macht die Durchführung gemeinsam viel mehr Spaß. Und nicht zu vergessen: Wenn man sich optimal ergänzt, vergrößert sich auch das fachliche KnowHow und das Angebot wird für den Kunden attraktiver.

Fazit

Kooperationen sind großartig, um Einzelkämpfer erfolgreiche Unternehmen aufbauen zu lassen. Ein Online-Business bietet vielfältige Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Wer strategisch denkt, wird die passenden Ideen finden und seine Chancen somit vervielfältigen. Und wer gedanklich flexibel bleibt, wird auch wissen, wann es Zeit für einen Wechsel ist. Ob Mastermind-Partner oder gemeinsamer Workshop – nichts muss für immer sein. Hinter allen Entscheidungen sollte die Frage stehen, ob diese Kooperation mir und meinem Business genau jetzt guttut.

Meine große LEMONDAYS Vision führt mich definitiv nicht in einen Alltag wie in „Der Teufel trägt Prada“. Die Zusammenarbeit mit Experten wie Redakteuren, Gastautoren, Technikspezialisten, Grafikdesignern, Steuer- und Rechtsberatern, usw. ist jedoch auch für mich einer der größten Erfolgsfaktoren. In Fettnäpfchen bin ich dabei auch schon getreten und Fehler mache ich auch. Für mich entscheidend ist jedoch die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren und uns und unsere Arbeit gegenseitig wertschätzen. Jede Kooperation kann beflügeln und stärken.

Von Herzen,

Gela Löhr

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