Dein Körper ist ein weiser Coach: Interne Kommunikation mal anders

Heute bloggt für Sie Ilona Tamas, Autorin, Redakteurin und Gesundheitspraktikerin. Sie schreibt über ihre Lieblingsthemen Frauengesundheit, weibliche Sexualkultur und Genuss an körperlichem Erleben und betreut Webseiten für Firmen und Institutionen, wenn das Thema ihr zusagt.
Als Gesundheitspraktikerin für Frauenmassage und weibliche Sexualkultur arbeitet Ilona mit Frauen, die sich mehr Genuss mit ihrem Körper wünschen und Freude mit ihrer Sexualität erleben wollen.

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Die Kommunikation mit Körperorganen kannte ich bis vor fünf Jahren nur von Otto, dem Komiker: „Milz an Großhirn, Milz an Großhirn: Was ist denn da los bei euch?“ Was Otto so komisch im Sketch beschreibt, die Kommunikation der Körperorgane untereinander, habe ich in einem körperorientierten Coaching kennengelernt. Das körperorientierte Coaching macht sich die Kommunikation mit dem Körper zunutze, um eine „gesunde“ Lebensweise, z.B. im Beruf, in Beziehungen oder bei körperlichen Beschwerden zu gestalten. Als ich im körperorientierten Coaching angefangen habe mit meinem Körper zu sprechen, hatte das wenig von der Komik, wie bei Otto, sondern war richtungsweisend für mich, mein Leben neu zu ordnen und zu gestalten. Diese besondere Art von Kommunikation – Gespräche mit dem Körper  – möchte ich hier vorstellen.

Auf der Suche nach neuen beruflichen Perspektiven kam ich in Kontakt mit meinem Körper

Ein Samstagvormittag vor fünf Jahren. Ich saß in einem Seminarraum und wollte neue Perspektiven für mein Berufsleben finden. Die Seminarleiterin erklärte die Aufgabe: Ich sollte ein Gespräch führen mit meinem Körper. Die Methode ist im Grunde einfach: Ich stellte meinem Körper Fragen. Dem Körper Fragen stellen? Wofür sollte das gut sein? Die Absicht war, vom Körper Tipps und Hinweise zu bekommen, z.B. wie ich ein gesundheitsförderliches Berufsleben gestalten könnte. Eine der Fragen, die ich meinem Körper damals stellte, lautete: „Was brauchst du nicht mehr in deinem Leben?“ Die Antwort aus meinem Körperinneren kam prompt und unmissverständlich: „Das Angestellten-Dasein als Redakteurin.“ Himmelherrschaft, mein Körper war also der Meinung, dass er auf meinen Angestellten-Job verzichten konnte. Ich war seit mehr als 20 Jahren Angestellte im gleichen Unternehmen und arbeitete als Redakteurin in der Abteilung “Communications”. Schon einige Jahre hatte ich den Eindruck, dass „die Firma“ und ich uns auseinandergelebt hatten. Ich war bereit für eine Veränderung, aber so radikal hatte ich es bisher nicht ausgedrückt.

Jetzt war es ausgesprochen! Hinter diese Information konnte ich nicht mehr zurück. Die Dinge nahmen ihren Lauf: 2 Jahre später hatte sich die Trennung von meinem Arbeitgeber vollzogen. Heute bin ich selbständige Redakteurin und schreibe über Themen, die mich wirklich interessieren und viel mit mir zu tun haben: Frauengesundheit, weibliche Sexualkultur und Genuss an körperlichem Erleben.

Der Kontakt mit meinem Körper schenkte mir ein neues Körperbild

In unserer Gesellschaft ähnelt das Bild, das wir vom Körper haben, mehr einer Maschine, die bitteschön funktionieren soll. Auch ich dachte so. Ich redete davon, was mein Körper für mich tun sollte: Bei der Arbeit funktionieren, fit sein, gut aussehen, genügsam sein, mich nicht im Stich lassen.

Ganz ehrlich: Wie oft hatte ich meinen Körper schon im Stich gelassen? Hatte ihm zu wenig Schlaf gegönnt, zu wenige Pausen, weil eine Arbeit noch fertig werden sollte. Wie oft saß ich zu lange unbeweglich vor dem Computer. Gerne auch mal mit Kopf- oder Nackenschmerzen und überhörte stur alle Signale meines Körpers. „Nacken an Großhirn, Nacken an Großhirn, mach doch bitte mal Pause und bewege dich, damit ich mich entspannen kann!“ „Jaja, gleich, antwortete das Großhirn. „Nur eben schnell noch diesen Beitrag fertigschreiben.“

Die Dialoge mit meiner Körperweisheit, die bei diesem körperorientierten Coaching geführt wurden, drehten dieses alte Körperbild und die Kommunikations-Hierarchie auf den Kopf: Ich habe meinen Körper gefragt, was ich für ihn tun kann und er ließ es mich wissen. Zuvor lief die Kommunikation ja vor allem in die andere Richtung: Ich ließ meinen Körper wissen, was er für mich tun konnte.

Negative Kommunikation mit mir selbst fand ich ganz normal

Innere Dialoge führen wir ja alle ganz gerne, oft unbewusst und automatisch. Früher drehten sich meine Selbstgespräche vor allem darum, was ich alles nicht kann. Da sprach der innere Kritiker laut aus, was er über mich dachte. Die altbekannten Themen eben: Das habe ich dir doch gleich gesagt … was bildest du dir ein, als ob du dir so etwas erlauben könntest … glaub bloß nicht, dass das klappt … und so weiter. Diese negativen Stimmen machten sich auch nach dem körperorientierten Coaching lautstark bemerkbar. Aber jetzt gab es auch diese andere Stimme in mir – eine freundliche und weise Stimme. Ich hatte jetzt die Wahl, der alten Leier über Misserfolge und Scheitern zuzuhören oder der neuen positiven Stimme zu folgen, die mir Mut machte und mich bestärkte. Auf diese negativen inneren Dialoge, die mich klein und mutlos machen, kann ich inzwischen gut verzichten.

Aus Dialogen mit meinem Körper gehe ich gestärkt hervor

Die Kommunikation mit meinem Körperinnenleben stärkt mich. Sie bringt mich mit meinem Bauchgefühl und meiner Intuition in Kontakt. Meine Körperweisheit weiß, was gut für mich ist. Der Weg in die Selbständigkeit hat sich für mich als goldrichtig erwiesen. Ich habe wieder Freude beim Arbeiten. Fragen nach dem Sinn meines Tuns stelle ich mir keine mehr: Ich schreibe aus ganzem Herzen gerne über meine Lieblingsthemen. Davon profitiert auch mein Körper, ich erlebe weniger Anspannung und mehr Lebensfreude. Im Sommer verlege ich mein Schreib-Büro nach draußen auf die Terrasse oder gleich in ferne Länder. Diesen Sommer habe ich fünf Wochen auf Reisen verbracht, täglich einige Stunden gearbeitet und mindestens genau so viel Zeit im Liegestuhl oder am Strand verbracht.

3 Dinge brauche ich für meinen Körper-Dialog: Entspannung, Fantasie und meine 5 Sinne

Elemente, die mich beim Dialog mit meinem Körper unterstützen sind Entspannung, Fantasie und meine fünf Sinne. In den Dialog mit dem Körper starte ich aus einem entspannten Zustand heraus, z.B. nach einer kurzen Meditation. Die Entspannung vertiefe ich, indem ich vor meinem inneren Auge eine Landschaft auftauchen lasse. Eine Landschaft oder ein Ort, an dem ich mich wohl fühle. Mein Wohlfühlort ist meist eine grüne Wiese mit Blumen zwischen sanften Hügeln und unter blauem Himmel. So heidimäßig halt. An meinem Wohlfühlort kann ich mit meinen fünf Sinnen das Summen der Bienen hören, den lauen Wind auf meiner Haut spüren, höre das Klingen der Kuhglocken und habe den Duft der Blumenwiese in der Nase. Von diesem Ort aus starte ich die Reise, um in Kontakt mit meinem Körper zu kommen. Manchmal führt mich meine Fantasiereise auch in meinen Körper hinein. Im körperorientierten Coaching reisen Menschen oft zu einem Kraftort im Körper oder zu einem Ort, der etwas über das Coaching-Thema weiß. Mit diesem Ort nehme ich dann Kontakt auf. Gehe in einen Dialog mit diesem Ort und kann wichtige Fragen stellen, vor 5 Jahren lautete meine Frage: „Was brauchst du nicht mehr in deinem Leben“? Die Antworten aus dem Körperinneren sind so vielfältig und individuell wie die Menschen und die Themen, die sie in das Coaching mitbringen. Meine Fragen an den Körper beziehen sich meist darauf, was mein Körper braucht, um sich gut zu fühlen und was ihm Kraft und Energie bringt. Die Antworten meines Körpers beziehen sich dann darauf, was gesundheitsfördernd für mich ist und es mir ermöglicht, mehr Zeit zu verbringen, in der ich mich gut fühle und weniger Zeit, in der es mir nicht gut geht. In der Kommunikation mit dem Körper erhalte ich Hinweise, wie ich mein Leben gesünder, stimmiger und mehr im Einklang mit mir selbst gestalten kann. Aus den Informationen und Bildern aus dem Körperinneren kann ich eine Art „Gesundheitsrezept“ erstellen, das mir hilft, mein Leben kraftvoll und vital zu führen.

Mein Körper und ich sind auf diese Art inzwischen beste Freunde geworden.

Das wünsche ich Ihnen auch!

Herzlichst,

Ilona Tamas

Kontaktmöglichkeiten zu Ilona Tamas:
Als Redakteurin und Webdesignerin: Wortmerken Texte und Webdesign
Als Gesundheitspraktikerin für Frauen-Massage und weibliche Sexualkultur: Ilona Tamas Coaching

Wenn körperorientiertes Coaching auch interessant für Sie ist, können Sie hier mehr darüber erfahren Körperorientiertes Coaching nach der Methode Wildwuchs

 

Mein Weg von der Agenturchefin in ein vielfältigeres Leben durch mehr und mehr innere Freiheit

Donate Schreiner gründete 2000 die Healthcare Agentur circle comm. Wegweisende, mit ganz verschiedenen Zielgruppen gemeinsam gestaltete Kampagnen sind das erklärte Steckenpferd der Gründerin und wurden mit den wichtigsten Preisen der Branche ausgezeichnet. Acht Jahre nach Gründung, als die Agentur ziemlich gewachsen war, taucht für sie erstmals überraschend die Frage auf: „Will ich das eigentlich noch?” Es keimt der Wunsch für etwas Neues, aber was? „Kann ich überhaupt etwas anderes?” Neun Jahre später schließt sie die Agentur, ohne einen Plan zu haben was danach folgt. Erst einmal Luft holen und neue Erfahrungen sammeln. Ihr Appell ist so klar wie vermeintlich abgedroschen: „Höre auf deine innere Stimme! Und zwar immer wieder.” Und: „einfach weitermachen” ist nur eine Option.

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Über Weggabelungen – Träume verwirklichen – Handlungsspielräume schaffen

Wie oft sage ich zu meinen Kindern: „Du kannst alles erreichen, was du wirklich willst.“ Ebenso: “Hör auf dein Bauchgefühl. Verwirkliche deine Träume. Leben ist Veränderung“. Und ja, ich glaube daran, schon. Und doch scheint es sozusagen eine tiefere Schicht und Bedeutung dieser Weisheiten (wahlweise Kalendersprüche) zu geben. Denn was sie wirklich bedeuten, wird mir immer noch und irgendwie auch immer wieder noch klarer. Offenbar eröffnet sich die Weisheit dahinter erst im unmittelbaren Erleben.

Ich habe das Glück, dass viele meiner Träume bereits in Erfüllung gegangen sind. Gleichzeitig gab und gibt es Zeiten, in denen ich manches wegdrücke, mehr funktioniere und nicht wage, auf meine innere Stimme zu hören.

Heute ist wohl ein guter Tag zum Schreiben – es ist kälter geworden und regnet – und ich miste im Keller aus. Mit Freude nehme ich zur Kenntnis, dass ich mich wieder eines Kartons Buchhaltung entledigen kann – dem 2008er – dem neben 2007 wirtschaftlich erfolgreichsten Jahr in der Geschichte von circlecomm – mit der Kampagne zur Einführung des neuen HPV Impfstoffes. Was taucht da auf an Gefühlen? Wehmut? Nur ein klein wenig. Erinnerungen an ein großartiges Team. Ja, und Freude an der Zusammenarbeit. Wut, dass ich so lange gebraucht habe, was Neues zu machen? Nicht mehr. Beim Schreddern dann vor allem Gefühle von Freiheit und Dankbarkeit. Dankbarkeit, dass ich eine Arbeit hatte, die mir im Kern immer richtig viel Spaß gemacht hat, und mir jetzt eine gefühlt unbegrenzte Auszeit ermöglicht.

Meine Arbeit selbst gestalten

Eigentlich wollte ich mich nie selbständig machen. Ich fühlte mich als angestellte PR-Beraterin ganz wohl. Doch spätestens als stellvertretende Geschäftsführerin einer Healthcare Agentur wurde ich mit Vielem immer unzufriedener, vor allen Dingen wollte ich die Zusammenarbeit untereinander besser gestalten, stellte aber fest, dass ich viele Pflichten, aber wenig Rechte hatte. Die Konsequenz war klar – zumindest für mein Umfeld. Ich selbst brauchte eine Weile, nicht nur um zu begreifen, „das kann ich alles selbst“, sondern auch – „ich will es, jetzt!“ Keine 3 Monate später, im August 2000 war circlecomm gegründet. Die Location, ein Loft in einer alten Fabrik. Das siebenköpfige Team – überwiegend Vertraute. Die start-up Zeit war einfach nur perfekt. Viel Arbeit – mit fließendem Übergang zu Privatem mit Filmegucken abends zusammen, Chips und Vino von der Tanke. Ich dachte, so kann es weitergehen – und wenn es nicht funktioniert, dann mach ich eben etwas anderes. Zweifel kamen mir nie. Auch wenn Selbständigkeit zunächst nicht mein Traum war, so bot sie mir die erträumte Gestaltungsfreiheit: Ich konnte mir aussuchen, mit wem ich zusammenarbeite. Und dann war da natürlich für mich auch immer der Traum von Kindern: „Ich will Berufstätigkeit und Familie locker unter einen Hut kriegen.“ Und da das damals in Agenturen ein Unding war, noch ein Grund mehr für eine eigene Firma. Knapp vier Jahre nach Gründung kam meine Tochter auf die Welt, die Kombi mit Arbeiten erst mal kein Problem, sie war ein Agenturkind.

Meine Arbeit gestaltet mich zunehmend

Der Agenturname circle comm steht für Veränderung, circle für die Kreisläufe in der Kommunikation. So veränderte sich auch meine Agentur, der Markt, mein Team. Die Agentur wuchs, das Team wurde immer größer und ich immer mehr zur Managerin. Wollte ich das? Nein, eigentlich nicht. Kampagnen im Team zu entwickeln war immer schon meine Leidenschaft, meine neueste, Coaching. Rechnungswesen, Controlling, Vertragswesen – alles kein Hexenwerk, aber nicht so meine Lieblingsbereiche, die aber gerade mit reduzierter Arbeitszeit und wachsender Agentur mehr ins Gewicht fallen.

“Wollte ich das? Ich fragte mich das nicht ernsthaft. Es ging einfach weiter. Es wurde plötzlich mühsam.”

Ich hätte nicht gedacht, dass mich allein das Schreddern der Buchhaltungsunterlagen so tief in die Zeit zurückbringt. Warum machte ich damals weiter? Für mich war es immer ein Privileg, mit den Menschen zusammen arbeiten zu dürfen mit denen ich auf gleicher Wellenlänge bin. Und dann – im Jahr 2008 – entscheiden sich gleich drei meiner engsten Kollegen für eine andere Richtung. Für mich ein tiefer Einbruch, gleichzeitig hatte ich das Gefühl, es muss weitergehen. Die Kampagne war mittendrin, die Firma wuchs weiter… und ich funktionierte. Weitermachen, immer das Beste aus allem machen, viel verdrängen … 

“Meine Konditionierung – Leistung und Loyalität und „nimm dich selbst bloß nicht zu wichtig“

Ich bin in einer Zeit großgeworden, wo Aufstieg durch Leistung und Bildung der Weg war. Schule ging bei uns zu Hause immer vor. Ich komme aus dem Saarland – mein Vater Bergmann und Nebenerwerbslandwirt und meine Mutter Hausfrau und diejenige, die alles zusammenhielt. Arbeiten stand im Vordergrund. An sich selber denken? Der pure Egoismus und total verpönt! Die Bedürfnisse Anderer zu erahnen, zu erfragen war schon immer eine meiner Stärken. Bestimmt auch ein Grund, weshalb unsere Kampagnen so erfolgreich waren. Und meine Coachingausbildung festigte noch meine Haltung. Die Entwicklung Anderer lag mir immer schon am Herzen. 

“Wieso brauchte ich so lange, mich von nicht mehr Passendem zu lösen?”

Und doch – es kam etwas Neues: Mein Traum von einem zweiten Kind ging in Erfüllung, 2009 kam mein Sohn auf die Welt. Gleich zu Beginn meiner Schwangerschaft kündigte der Hauptkunde, die Agentur ging in den Keller, aber ich war erst einmal in meiner Hormonwolke. Egal was kommt, zuerst bringe ich mein Kind auf die Welt! In meiner Familie war ich plötzlich die Hauptversorgerin. Und damit hatte ich das Gefühl, ich kann jetzt nicht mehr aussteigen… Baute die Agentur wieder auf. Es war mühsam!

Zwei Umzüge später – mit wieder neuem und passenderem Team und Kunden – darauf besonnen was ich will und wofür ich stehe, ist die Agentur wieder super erfolgreich. Und doch habe ich immer öfter das Gefühl, dass Viele um mich herum ihre Bedürfnisse viel besser leben als ich: Sabbatical, Arbeiten im Ausland, natürlich Teilzeit, tolle Urlaube …. so viel Arbeitszeitmodelle wie es Mitarbeiter gab. Ich habe sehr viel von meinen jüngeren Kollegen und vor allem meinen Kooperationspartnern gelernt, sie haben mir meine Träume quasi vorgelebt: Und ich stellte mit Grauen für mich fest, dass ich meine Bedürfnisse zusehends der Firma und meinem Team untergeordnet hatte. Stolz darauf, für alle das Passende zu kreieren, habe ich mich komplett aus den Augen verloren. Ich fühlte mich einsam, selbst in einer kleinen Agentur. Ich dachte: “Ich will gar keine Chefin sein!” Wollte ich das jemals?

Chefin eines start ups mit Gleichaltrigen ist etwas komplett anderes als nach etlichen Jahren. Meine Mitarbeiter setzten komplett andere Prioritäten. Und ich… ich fühle, dass meine Prioritäten auch einmal langsam weg von meiner Arbeit gehen sollten. Ich fragte mich zunehmend: “Wann nehme ich mir die Freiheit, meine Urlaubswünsche, meine Wünsche nach einer Auszeit oder was Neuem zu leben?”

Einige Workshops später – die immer zum Ziel hatten „wie lebt circle comm seine Werte mit weniger Präsenz von mir?“ – wird mir immer bewusster, es geht nicht ohne mich, zumindest jetzt noch nicht. Hochmut? Kann ich Verantwortung nicht abgeben? Ich glaube nicht, aber was tun, wenn die abgegebene Verantwortung nicht wirklich angenommen wird? Vielleicht habe ich mir auch immer die Menschen gesucht, mit denen ich gerne zusammengearbeitet habe, die aber nicht wirklich die volle wirtschaftliche Verantwortung übernehmen wollten? Wollte ich das insgeheim gar nicht? circle comm bin ich, durch und durch, meine Werte, meine Vorstellungen – ich kann die Firma so nicht weitergeben. Das Konzept zum Neustart war bereits entwickelt. Also noch einmal die Prioritäten in Richtung Firma setzen? Aber dann kam der Moment als ich mich fragte: “Will ich das wirklich? Nein! Dieses Mal nicht.”

Diese Erkenntnis und als mir zunehmend klar wurde, wie sehr ich das Leben meiner Mutter wiederholte – nur natürlich ganz anders – stieg für mich auch die Bedeutung neue Freiheiten nicht nur für mich, sondern auch für meine Kinder zu schaffen. Sie von quasi vorgefertigten Mustern zu befreien, die in der Familiengeschichte liegen. 

Und plötzlich ist es ganz leicht:
Ich nehme mir die Freiheit, zu tun, was ich will!

Es erforderte keinen außerordentlichen Mut für die Agenturschließung, sondern ausschließlich Klarheit darüber, was ich will bzw. vielleicht im ersten Schritt über das, was ich nicht mehr will. Verbunden mit der Frage: “Was will ich stattdessen?” Ich brauchte keinen Plan B mehr, keine Absicherung.

Erstmal eine Pause und dann Zusammenarbeit anders leben, nicht nur menschlich auf Augenhöhe, sondern auch so, dass Jeder seine Verantwortung selbst trägt. Keine Wehmut, keine Resignation, sondern Klarheit pur …. Und Vorfreude auf das was kommt. 

“Ich will mehr! Weg von meiner Konditionierung auf Leistung und Erfolg, aber was stattdessen?”

Eigentlich wollte ich schon wieder angefangen haben zu arbeiten. Ein Jahr Auszeit – das war meine Vorstellung. Ok, das Abwickeln zog sich dann erst einmal hin. Aber auch jetzt, ich spüre keinen Druck, wieder anfangen zu müssen. Erst einmal möchte ich noch viel mehr von mir erfahren, was will ich noch alles ausprobieren, was ist mir wichtig?

Mittlerweile nenne ich es nachgeholte Elternzeit. Ich fange an zu definieren. Meine Rollen – was will ich? Wie will ich arbeiten? Mit wem? Vor 19 Jahren wusste ich nur, ich will, ich kann, ich mache… aber jetzt ist alles viel bewusster.

Und es ist ein Prozess, der noch nicht zu Ende ist. Wo ist die Sogwirkung am größten? Das Ziel kenne ich noch nicht, aber die Richtung. Im Moment bin ich eine Sammlerin, die all das an Wissen und Erfahrungen einsammelt, was nötig ist, um den nächsten Schritt zu gehen. Dann wird es sich wie ein Puzzle zu meiner neuen Tätigkeit zusammenfügen. Ich probiere einfach all das aus, was mich anzieht, Resonanz-Ausbildung, Yogalehrerin, Arbeiten im Hospiz, im Bildungsbereich… raus aus meinen Business-Ghetto – rein in die Vielfalt. Mein innerer Kompass, meine Werte sind unverändert – und mittlerweile sehr bewusst. Und auch das weiter tun, was ich als Agenturchefin geliebt habe: Menschen inspirieren und begleiten. Am liebsten Menschen an Weggabelungen und am liebsten Mädchen und Frauen. 

“Lebe ich meine Bedürfnisse? Was brauche ich? Diese Frage stelle ich mir heute – immer öfter”

Durch meine neue Ausbildung (Kutschera Resonanz Coach) lerne ich, wie wichtig es ist, in seiner eigenen Resonanz zu sein. Ich lerne, die Bedürfnisse der Anderen sind wichtig und meine Bedürfnisse sind es auch. Ich denke ohne schlechtes Gewissen nur an mich, probiere Neues aus, reise viel ……und lasse schneller von Dingen und Menschen los, gestalte mein Leben immer mehr nach meinen Bedürfnissen und Sehnsüchten.

Es fühlt sich grade an, wie ein weiteres Abschiednehmen. Der ewige Kreislauf, Abschied und Neubeginn: Oder einfach nur eine nächste Welle Ausmisten – Loswerden von dem was nicht mehr passt. Ich löse mich von meinen nicht mehr passenden Mustern und Glaubenssätzen. Der fast letzte Schritt Agenturabwicklung – der Abschied von meiner E-Mail-Adresse, die all die Jahre auch als private E-Mail-Adresse fungierte. Die letzte Archivierung, das Entsorgen von weiteren Materialien ebenso das Reflektieren der letzten Jahre. Die Liquidationsabschluss -Bilanz.

Beim Mittagessen diskutiere ich mit meinen Kindern (15 und 10 Jahre) über das veraltete Schulsystem und über die Frage, warum man in der Schule nicht die wesentlichen Dinge fürs Leben lernt. Das ist es, was ich so sehr an meiner Auszeit liebe: Intensiv Zeit mit meinen Kindern zu verbringen, über Werte zu diskutieren, sie dabei zu unterstützen, in diesem veralteten Schulsystem ihren Weg zu gehen, Vorbild zu sein.

Über meinen Weg, mehr und mehr meine eigenen (inneren) Grenzen sprengen

Träume ändern sich. Ich habe mich entschieden: Für eine gute Balance zwischen meinem zukünftigen Beruf und meinen privaten Träumen. Ich will mich auf das für mich Wesentliche konzentrieren, glücklich sein und gute und gleichwertige Beziehungen leben – und meinen Kindern ein gutes Vorbild sein. Ihnen vorleben, wie wichtig es ist, Träume zu haben und sich diese zu erfüllen. Wie wichtig es ist, sich seiner Werte bewusst zu sein und auf die eigene Intuition zu hören. Sich nicht selbst zu beschränken. Und ich bin sehr neugierig darauf, was noch alles kommt. Mein Leben jetzt: bunter, facettenreicher, unberechenbarer, mit mehr Höhen und mehr Tiefen, ein Tanz.

Donate Schreiner, Coach und Kutschera Resonanz Practitioner

(Donate.schreiner@icloud.com)

 

Die Gewinner des digitalen Zeitalters

Diesen Monat schreibt an dieser Stelle Sandra Mackowiak. Sie ist Int. Life & Business Coach und Facilitator bei Wilson Learning, Soul Entrepreneur. Ausgestattet mit einem Bachelor-Abschluss, über einem Jahrzehnt Erfahrung in der Unternehmensbranche und Expertise in Führung und Vertrieb im Direktvertriebsmarkt, ist sie auf der Mission, für andere einen Unterschied im Leben und Business zu machen. Ihr Blogbeitrag ist ein flammendes  Plädoyer die eigenen Lebensarbeitsträume zu hinterfragen und dies als Chance zur persönlichen Veränderung gerade in Zeiten des digitalen Wandels zu begreifen. Lassen Sie sich provozieren!

Als ich vor zwei Jahren meinen traditionellen Job an den Nagel gehängt habe, dachte ich der Wandel fängt erst an, um dann festzustellen, dass er schon längst in vollem Gange ist. Aber warum scheint dies in so vielen Köpfen und auch Unternehmen nicht anzukommen? Ein Ende der Routinen bricht an. Wer einen einfachen Job sucht wird enttäuscht. Überall verraten Statistiken und Prognosen die “schaurige” Zukunft. Viele Jobs werden wegfallen, alles was mit künstlicher Intelligenz umgesetzt werden kann und keinerlei Emotion bedarf wird einfach ersetzt.

Über das Ausmaß sind sich viele scheinbar nicht bewusst. Auch ich war es nicht, als ich vor zwei Jahren ging… Pläne hatte ich keine. Doch irgendwie kam ich auf diesen Umwegen zu der Erkenntnis, dass der Weg der zunächst so steinig schien mir noch rechtzeitig die unbegrenzten Möglichkeiten des digitalen Zeitalters aufzeigte.

So stehe ich nun hier, ein Bein im eigenen Coaching Business um anderen den Weg zu weisen und mit dem anderen Bein in einem jungen Tech Startup, das eine App entwickelt für Influencer. Zwei Standbeine, in denen ich bisher nicht ersetzt werden kann. Die mir Sicherheit geben. Ich würde sagen, ich bin ein Gewinner des digitalen Zeitalters. Oder was denken wohl die anderen?

Wer sind die Gewinner? Wer bleibt auf der Strecke?

Wie lange wollen die Menschen noch die Dinge aufschieben, die jetzt schon notwendig sind damit sie das Leben und die so begehrte Sicherheit bekommen, die allen zusteht? Warten sie auf den großen Knall oder reichen vielleicht diese Zeilen zur Einsicht, dass die Zeit JETZT ist! Man jetzt handeln und seine Träume nicht auf morgen verschieben sollte.

Denn schon morgen könnte alles anders sein. Nichts ist sicherer als die Veränderung. Und niemand kann uns mehr Sicherheit geben als wir selbst!

Nie war die Welt schnelllebiger, was gestern noch IN war ist morgen schon OUT. So viele warten fünf Tage lang auf zwei Tage Freizeit. Sehen sie denn nicht, dass beides Lebenszeit ist? Unsere Zeit, Ihre Zeit! Doch was ist das Geheimnis? Was war mein Geheimnis dem Ersatz durch Algorithmen zu entkommen?

Fakt ist, aktuell arbeiten viele Menschen 40 Stunden ihr Leben lang für den Traum eines anderen. Wie wäre es die Dringlichkeit zu verspüren vielleicht nur 3-10 Jahre 60-80 Stunden pro Woche den eigenen Traum zu leben? Pocht bei diesem Gedanken das Herz nicht ein wenig mehr? Wieviele Menschen setzen auf eine Lebensgrundlage, die von anderen abhängt? Aber, Festanstellung mit sozialer Absicherung war gestern und wird im digitalen Zeitalter zur Ausnahme.

An die Rente glaube ich nicht mehr.  Der demographische Wandel lässt es erahnen. Also habe ich mich damals gefragt, wie schaffe ich mir die eigene Lebensgrundlage, wenn der traditionelle Weg mich meine mentale Gesundheit gekostet hat. Nie wieder wollte ich zurück. Menschen kündigen keine Jobs, sie kündigen die Umstände, die Vorgesetzten oder Kollegen.

Als Gen Y Jahrgang war der Ruf nach Freiheit groß. Es hat seine Zeit gebraucht meine innere Stimme zu verstehen. Dass ich nicht mehr gehorchen will – sondern ich mich entfalten und aktiv gestalten will. Wir sind Creative Minds – wir wollen selbstbestimmt und frei diese Welt in der wir leben formen und zu einem besseren Ort machen.

Wir funktionieren nicht wie Maschinen.

Doch wer hat den Mut? Wer spürt die Dringlichkeit nach der eigenen Schöpferkraft? Lasst uns Arbeit neu entdecken!

Mir ist das gelungen. Ich liebe was ich tue, tue was ich liebe. Ich werde nie wieder arbeiten, denn ich gestalte die Zukunft. Vor allem die eigene.

Warum?

Weil der wichtigste Job ist uns selbst zu lieben, gerne auch in Form von Selbstdisziplin etwas eigenes auf die Beine zu stellen oder anderen zu helfen dies zu tun.

Hierarchie war gestern – Netzwerk ist heute.

Gemeinsam sind wir stärker..

Somit sage ich: Weg mit den alten verstaubten Strukturen. Auch Unternehmen können sich neu entdecken und ihre Mitarbeiter zu mehr Intrapreneurship bewegen, was zugleich die Selbstmotivation steigert.

Seid Entrepreneur des Lebens, denn nicht ihr seid Teil von einem Business, euer Business ist Teil von euch und eurem Leben.

Manchmal braucht es nur einen kleinen Perspektivwechsel um etwas zu entdecken, das schon längst da ist. Eine Welt, die entdeckt werden will damit wir blühen können. Eine Welt die vom Überfluss lebt!

Kann ich das alles belegen, nein! Nicht notwendig. Es ist meine Wahrheit. Ich habe lange Zeit anderen mehr geglaubt als mir und meinem Gefühl. Man erzieht uns im Mangel, dabei ist so viel da! Es werden Grenzen gezeichnet wo eigentlich gar keine sind. Klein halten, Masken aufsetzen, Status polieren.

Geht es nicht um weitaus mehr im Leben? Sich selbst sein zu dürfen in einer Welt mit noch nie dagewesene Chancen, um jeden Tag das Leben zu feiern!

Das sind die Gewinner des digitalen Zeitalters!

Veränderung erfordert Anpassungsfähigkeit! Auch Unternehmen sollten dies tun, sonst verlieren sie die Potenziale der Neuzeit, die ihren eigenen Weg gehen werden. Warum? Weil wir’s können und die Digitalisierung es zulässt.

Egal an welchem Punkt der Karriereleiter oder im Leben man sich befindet, der Wandel betrifft alle. Viele verweigern sich noch. Somit ist absehbar, dass einige aus der Spur geworfen werden. Als Coach ist es meine Mission Menschen darauf vorzubereiten und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen. Sinn zu finden in dem was sie tun oder verändern wollen.

Menschen die auf den großen Knall warten werden überfordert sein. Coaching gewinnt täglich an Bedeutung und bietet die Chance seine Potenziale zu entdecken und aus der Kraft heraus zu handeln anstatt sich den Umständen zu ergeben. Coaching bietet die Vorbereitung auf Veränderung. Den Mut zu wecken, Verantwortung zu übernehmen und proaktiv eine Roadmap zu gestalten für das eigene Leben.

Ein Leader in seinem eigenen Leben zu sein. Denn schon längst umschreibt Leadership nicht nur die Führungskräfte in einem Unternehmen. Wir alle sind Leader unseres Lebens. Als Coach bin ich Sparringspartner für viele diesen Leader in sich zu entdecken. Es ist schade, wie viele Menschen sich zurücknehmen und dadurch aufs Spiel setzen auch ein Gewinner zu werden.

Es erfordert einen Mindset-Shift, ein Umdenken und die Bereitschaft für sich einzustehen. Für viele erscheint dies als Schwäche, doch es ist der Schlüssel des neuen Zeitalters gemeinsam zu wachsen und zu gestalten.

Ich mag jünger sein als viele Unternehmer, ich mag nicht so erfahren sein wie die “alten Hasen” im Business und Leben. Aber wer, wenn nicht wir – als Jahrgänge, die jetzt gerade die Zukunft gestalten und den Wandel prägen – sollte die Antworten “besser” kennen. Wir sind diejenige, die die Brücke schlagen wollen.

Life und Business kann man heute nicht trennen. All dies betrifft Unternehmen sowie jeden einzelnen Menschen gleichermaßen.Die Zeiten an denen man seine Persönlichkeit am Firmentor abgegeben hat sind vorbei. Leben war noch nie so wertvoll. Es ist ein Geschenk. Zu viele Menschen leben jedoch hinter einer Illusion, weil sie Angst haben zu viel Glück auszuhalten.

Wer hat sich schon mal gefragt, wie viel Glück man aushalten könnte und wann man nicht umsonst gelebt hat?

Diese Antworten sollten der Antrieb sein etwas wunderbares zu schaffen. Dann kann man nur gewinnen!

Als Coach sehe ich es als unterlassene Hilfeleistung an, wenn ich den Menschen nicht helfe Taten folgen zu lassen. “Quantum Leap – Quantensprung in die Rolle deines Lebens!” Mit diesem Seminar-Erlebnis möchte ich den Menschen zum ersten Schritt in freies und selbstbestimmtes Leben verhelfen ganz nach dem Motto – “create a life you are madly in love with”.

Ich habe den Sprung gewagt – wer noch?

Sandra Mackowiak

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