Mein Weg von der Agenturchefin in ein vielfältigeres Leben durch mehr und mehr innere Freiheit

Donate Schreiner gründete 2000 die Healthcare Agentur circle comm. Wegweisende, mit ganz verschiedenen Zielgruppen gemeinsam gestaltete Kampagnen sind das erklärte Steckenpferd der Gründerin und wurden mit den wichtigsten Preisen der Branche ausgezeichnet. Acht Jahre nach Gründung, als die Agentur ziemlich gewachsen war, taucht für sie erstmals überraschend die Frage auf: „Will ich das eigentlich noch?” Es keimt der Wunsch für etwas Neues, aber was? „Kann ich überhaupt etwas anderes?” Neun Jahre später schließt sie die Agentur, ohne einen Plan zu haben was danach folgt. Erst einmal Luft holen und neue Erfahrungen sammeln. Ihr Appell ist so klar wie vermeintlich abgedroschen: „Höre auf deine innere Stimme! Und zwar immer wieder.” Und: „einfach weitermachen” ist nur eine Option.

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Über Weggabelungen – Träume verwirklichen – Handlungsspielräume schaffen

Wie oft sage ich zu meinen Kindern: „Du kannst alles erreichen, was du wirklich willst.“ Ebenso: “Hör auf dein Bauchgefühl. Verwirkliche deine Träume. Leben ist Veränderung“. Und ja, ich glaube daran, schon. Und doch scheint es sozusagen eine tiefere Schicht und Bedeutung dieser Weisheiten (wahlweise Kalendersprüche) zu geben. Denn was sie wirklich bedeuten, wird mir immer noch und irgendwie auch immer wieder noch klarer. Offenbar eröffnet sich die Weisheit dahinter erst im unmittelbaren Erleben.

Ich habe das Glück, dass viele meiner Träume bereits in Erfüllung gegangen sind. Gleichzeitig gab und gibt es Zeiten, in denen ich manches wegdrücke, mehr funktioniere und nicht wage, auf meine innere Stimme zu hören.

Heute ist wohl ein guter Tag zum Schreiben – es ist kälter geworden und regnet – und ich miste im Keller aus. Mit Freude nehme ich zur Kenntnis, dass ich mich wieder eines Kartons Buchhaltung entledigen kann – dem 2008er – dem neben 2007 wirtschaftlich erfolgreichsten Jahr in der Geschichte von circlecomm – mit der Kampagne zur Einführung des neuen HPV Impfstoffes. Was taucht da auf an Gefühlen? Wehmut? Nur ein klein wenig. Erinnerungen an ein großartiges Team. Ja, und Freude an der Zusammenarbeit. Wut, dass ich so lange gebraucht habe, was Neues zu machen? Nicht mehr. Beim Schreddern dann vor allem Gefühle von Freiheit und Dankbarkeit. Dankbarkeit, dass ich eine Arbeit hatte, die mir im Kern immer richtig viel Spaß gemacht hat, und mir jetzt eine gefühlt unbegrenzte Auszeit ermöglicht.

Meine Arbeit selbst gestalten

Eigentlich wollte ich mich nie selbständig machen. Ich fühlte mich als angestellte PR-Beraterin ganz wohl. Doch spätestens als stellvertretende Geschäftsführerin einer Healthcare Agentur wurde ich mit Vielem immer unzufriedener, vor allen Dingen wollte ich die Zusammenarbeit untereinander besser gestalten, stellte aber fest, dass ich viele Pflichten, aber wenig Rechte hatte. Die Konsequenz war klar – zumindest für mein Umfeld. Ich selbst brauchte eine Weile, nicht nur um zu begreifen, „das kann ich alles selbst“, sondern auch – „ich will es, jetzt!“ Keine 3 Monate später, im August 2000 war circlecomm gegründet. Die Location, ein Loft in einer alten Fabrik. Das siebenköpfige Team – überwiegend Vertraute. Die start-up Zeit war einfach nur perfekt. Viel Arbeit – mit fließendem Übergang zu Privatem mit Filmegucken abends zusammen, Chips und Vino von der Tanke. Ich dachte, so kann es weitergehen – und wenn es nicht funktioniert, dann mach ich eben etwas anderes. Zweifel kamen mir nie. Auch wenn Selbständigkeit zunächst nicht mein Traum war, so bot sie mir die erträumte Gestaltungsfreiheit: Ich konnte mir aussuchen, mit wem ich zusammenarbeite. Und dann war da natürlich für mich auch immer der Traum von Kindern: „Ich will Berufstätigkeit und Familie locker unter einen Hut kriegen.“ Und da das damals in Agenturen ein Unding war, noch ein Grund mehr für eine eigene Firma. Knapp vier Jahre nach Gründung kam meine Tochter auf die Welt, die Kombi mit Arbeiten erst mal kein Problem, sie war ein Agenturkind.

Meine Arbeit gestaltet mich zunehmend

Der Agenturname circle comm steht für Veränderung, circle für die Kreisläufe in der Kommunikation. So veränderte sich auch meine Agentur, der Markt, mein Team. Die Agentur wuchs, das Team wurde immer größer und ich immer mehr zur Managerin. Wollte ich das? Nein, eigentlich nicht. Kampagnen im Team zu entwickeln war immer schon meine Leidenschaft, meine neueste, Coaching. Rechnungswesen, Controlling, Vertragswesen – alles kein Hexenwerk, aber nicht so meine Lieblingsbereiche, die aber gerade mit reduzierter Arbeitszeit und wachsender Agentur mehr ins Gewicht fallen.

“Wollte ich das? Ich fragte mich das nicht ernsthaft. Es ging einfach weiter. Es wurde plötzlich mühsam.”

Ich hätte nicht gedacht, dass mich allein das Schreddern der Buchhaltungsunterlagen so tief in die Zeit zurückbringt. Warum machte ich damals weiter? Für mich war es immer ein Privileg, mit den Menschen zusammen arbeiten zu dürfen mit denen ich auf gleicher Wellenlänge bin. Und dann – im Jahr 2008 – entscheiden sich gleich drei meiner engsten Kollegen für eine andere Richtung. Für mich ein tiefer Einbruch, gleichzeitig hatte ich das Gefühl, es muss weitergehen. Die Kampagne war mittendrin, die Firma wuchs weiter… und ich funktionierte. Weitermachen, immer das Beste aus allem machen, viel verdrängen … 

“Meine Konditionierung – Leistung und Loyalität und „nimm dich selbst bloß nicht zu wichtig“

Ich bin in einer Zeit großgeworden, wo Aufstieg durch Leistung und Bildung der Weg war. Schule ging bei uns zu Hause immer vor. Ich komme aus dem Saarland – mein Vater Bergmann und Nebenerwerbslandwirt und meine Mutter Hausfrau und diejenige, die alles zusammenhielt. Arbeiten stand im Vordergrund. An sich selber denken? Der pure Egoismus und total verpönt! Die Bedürfnisse Anderer zu erahnen, zu erfragen war schon immer eine meiner Stärken. Bestimmt auch ein Grund, weshalb unsere Kampagnen so erfolgreich waren. Und meine Coachingausbildung festigte noch meine Haltung. Die Entwicklung Anderer lag mir immer schon am Herzen. 

“Wieso brauchte ich so lange, mich von nicht mehr Passendem zu lösen?”

Und doch – es kam etwas Neues: Mein Traum von einem zweiten Kind ging in Erfüllung, 2009 kam mein Sohn auf die Welt. Gleich zu Beginn meiner Schwangerschaft kündigte der Hauptkunde, die Agentur ging in den Keller, aber ich war erst einmal in meiner Hormonwolke. Egal was kommt, zuerst bringe ich mein Kind auf die Welt! In meiner Familie war ich plötzlich die Hauptversorgerin. Und damit hatte ich das Gefühl, ich kann jetzt nicht mehr aussteigen… Baute die Agentur wieder auf. Es war mühsam!

Zwei Umzüge später – mit wieder neuem und passenderem Team und Kunden – darauf besonnen was ich will und wofür ich stehe, ist die Agentur wieder super erfolgreich. Und doch habe ich immer öfter das Gefühl, dass Viele um mich herum ihre Bedürfnisse viel besser leben als ich: Sabbatical, Arbeiten im Ausland, natürlich Teilzeit, tolle Urlaube …. so viel Arbeitszeitmodelle wie es Mitarbeiter gab. Ich habe sehr viel von meinen jüngeren Kollegen und vor allem meinen Kooperationspartnern gelernt, sie haben mir meine Träume quasi vorgelebt: Und ich stellte mit Grauen für mich fest, dass ich meine Bedürfnisse zusehends der Firma und meinem Team untergeordnet hatte. Stolz darauf, für alle das Passende zu kreieren, habe ich mich komplett aus den Augen verloren. Ich fühlte mich einsam, selbst in einer kleinen Agentur. Ich dachte: “Ich will gar keine Chefin sein!” Wollte ich das jemals?

Chefin eines start ups mit Gleichaltrigen ist etwas komplett anderes als nach etlichen Jahren. Meine Mitarbeiter setzten komplett andere Prioritäten. Und ich… ich fühle, dass meine Prioritäten auch einmal langsam weg von meiner Arbeit gehen sollten. Ich fragte mich zunehmend: “Wann nehme ich mir die Freiheit, meine Urlaubswünsche, meine Wünsche nach einer Auszeit oder was Neuem zu leben?”

Einige Workshops später – die immer zum Ziel hatten „wie lebt circle comm seine Werte mit weniger Präsenz von mir?“ – wird mir immer bewusster, es geht nicht ohne mich, zumindest jetzt noch nicht. Hochmut? Kann ich Verantwortung nicht abgeben? Ich glaube nicht, aber was tun, wenn die abgegebene Verantwortung nicht wirklich angenommen wird? Vielleicht habe ich mir auch immer die Menschen gesucht, mit denen ich gerne zusammengearbeitet habe, die aber nicht wirklich die volle wirtschaftliche Verantwortung übernehmen wollten? Wollte ich das insgeheim gar nicht? circle comm bin ich, durch und durch, meine Werte, meine Vorstellungen – ich kann die Firma so nicht weitergeben. Das Konzept zum Neustart war bereits entwickelt. Also noch einmal die Prioritäten in Richtung Firma setzen? Aber dann kam der Moment als ich mich fragte: “Will ich das wirklich? Nein! Dieses Mal nicht.”

Diese Erkenntnis und als mir zunehmend klar wurde, wie sehr ich das Leben meiner Mutter wiederholte – nur natürlich ganz anders – stieg für mich auch die Bedeutung neue Freiheiten nicht nur für mich, sondern auch für meine Kinder zu schaffen. Sie von quasi vorgefertigten Mustern zu befreien, die in der Familiengeschichte liegen. 

Und plötzlich ist es ganz leicht:
Ich nehme mir die Freiheit, zu tun, was ich will!

Es erforderte keinen außerordentlichen Mut für die Agenturschließung, sondern ausschließlich Klarheit darüber, was ich will bzw. vielleicht im ersten Schritt über das, was ich nicht mehr will. Verbunden mit der Frage: “Was will ich stattdessen?” Ich brauchte keinen Plan B mehr, keine Absicherung.

Erstmal eine Pause und dann Zusammenarbeit anders leben, nicht nur menschlich auf Augenhöhe, sondern auch so, dass Jeder seine Verantwortung selbst trägt. Keine Wehmut, keine Resignation, sondern Klarheit pur …. Und Vorfreude auf das was kommt. 

“Ich will mehr! Weg von meiner Konditionierung auf Leistung und Erfolg, aber was stattdessen?”

Eigentlich wollte ich schon wieder angefangen haben zu arbeiten. Ein Jahr Auszeit – das war meine Vorstellung. Ok, das Abwickeln zog sich dann erst einmal hin. Aber auch jetzt, ich spüre keinen Druck, wieder anfangen zu müssen. Erst einmal möchte ich noch viel mehr von mir erfahren, was will ich noch alles ausprobieren, was ist mir wichtig?

Mittlerweile nenne ich es nachgeholte Elternzeit. Ich fange an zu definieren. Meine Rollen – was will ich? Wie will ich arbeiten? Mit wem? Vor 19 Jahren wusste ich nur, ich will, ich kann, ich mache… aber jetzt ist alles viel bewusster.

Und es ist ein Prozess, der noch nicht zu Ende ist. Wo ist die Sogwirkung am größten? Das Ziel kenne ich noch nicht, aber die Richtung. Im Moment bin ich eine Sammlerin, die all das an Wissen und Erfahrungen einsammelt, was nötig ist, um den nächsten Schritt zu gehen. Dann wird es sich wie ein Puzzle zu meiner neuen Tätigkeit zusammenfügen. Ich probiere einfach all das aus, was mich anzieht, Resonanz-Ausbildung, Yogalehrerin, Arbeiten im Hospiz, im Bildungsbereich… raus aus meinen Business-Ghetto – rein in die Vielfalt. Mein innerer Kompass, meine Werte sind unverändert – und mittlerweile sehr bewusst. Und auch das weiter tun, was ich als Agenturchefin geliebt habe: Menschen inspirieren und begleiten. Am liebsten Menschen an Weggabelungen und am liebsten Mädchen und Frauen. 

“Lebe ich meine Bedürfnisse? Was brauche ich? Diese Frage stelle ich mir heute – immer öfter”

Durch meine neue Ausbildung (Kutschera Resonanz Coach) lerne ich, wie wichtig es ist, in seiner eigenen Resonanz zu sein. Ich lerne, die Bedürfnisse der Anderen sind wichtig und meine Bedürfnisse sind es auch. Ich denke ohne schlechtes Gewissen nur an mich, probiere Neues aus, reise viel ……und lasse schneller von Dingen und Menschen los, gestalte mein Leben immer mehr nach meinen Bedürfnissen und Sehnsüchten.

Es fühlt sich grade an, wie ein weiteres Abschiednehmen. Der ewige Kreislauf, Abschied und Neubeginn: Oder einfach nur eine nächste Welle Ausmisten – Loswerden von dem was nicht mehr passt. Ich löse mich von meinen nicht mehr passenden Mustern und Glaubenssätzen. Der fast letzte Schritt Agenturabwicklung – der Abschied von meiner E-Mail-Adresse, die all die Jahre auch als private E-Mail-Adresse fungierte. Die letzte Archivierung, das Entsorgen von weiteren Materialien ebenso das Reflektieren der letzten Jahre. Die Liquidationsabschluss -Bilanz.

Beim Mittagessen diskutiere ich mit meinen Kindern (15 und 10 Jahre) über das veraltete Schulsystem und über die Frage, warum man in der Schule nicht die wesentlichen Dinge fürs Leben lernt. Das ist es, was ich so sehr an meiner Auszeit liebe: Intensiv Zeit mit meinen Kindern zu verbringen, über Werte zu diskutieren, sie dabei zu unterstützen, in diesem veralteten Schulsystem ihren Weg zu gehen, Vorbild zu sein.

Über meinen Weg, mehr und mehr meine eigenen (inneren) Grenzen sprengen

Träume ändern sich. Ich habe mich entschieden: Für eine gute Balance zwischen meinem zukünftigen Beruf und meinen privaten Träumen. Ich will mich auf das für mich Wesentliche konzentrieren, glücklich sein und gute und gleichwertige Beziehungen leben – und meinen Kindern ein gutes Vorbild sein. Ihnen vorleben, wie wichtig es ist, Träume zu haben und sich diese zu erfüllen. Wie wichtig es ist, sich seiner Werte bewusst zu sein und auf die eigene Intuition zu hören. Sich nicht selbst zu beschränken. Und ich bin sehr neugierig darauf, was noch alles kommt. Mein Leben jetzt: bunter, facettenreicher, unberechenbarer, mit mehr Höhen und mehr Tiefen, ein Tanz.

Donate Schreiner, Coach und Kutschera Resonanz Practitioner

(Donate.schreiner@icloud.com)

 

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Entspannung ist der Schlüssel zum Glück

Heute bloggt für Sie Patricia Wolf, ausgebildete Bühnentänzerin mit Engagements auch in New York, wo sie bereits 1997  ihre erste Yoga-Weiterbildung machte. Sie gibt seit 15 Jahren in Deutschland regelmäßig Kurse. Hier bringt sie Licht ins Dunkel der Angebote und zeigt auf, worauf es bei der Wahl des Lehrers und des Yoga-Stils ankommt. Die ersten Übungen liefert sie gleich mit.
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Suchen Sie mehr Entspannung und Stressabbau in Beruf und Alltag?
Sie interessieren sich für Yoga und suchen Orientierung im Dschungel des vielfältigen Angebotes?

Meine Empfehlung wäre Hatha Yoga.
Der Begriff Hatha Yoga wird für die körperlichen Yoga- Übungen verwendet und bedeutet im weitesten Sinne Anstrengung.
Ha steht für Sonne, Tha für Mond. Es soll also eine ausgewogene Mischung von aktivierenden und entspannenden Übungen praktiziert werden.

Bei meinen Yoga Kursen wende ich während der Yoga- Stellungen zusätzlich gerne ergänzende Prinzipien aus meinem Erfahrungsschatz an. Andere somatische und funktionelle Körper-Techniken wie zum Beispiel Feldenkrais, Alexander-Technik, Skinner-Release-Technik, Body Mind Centering oder Franklin-Technik können Yoga gut ergänzen und haben sich als bereichernd erwiesen.

Damit bereitet man zu Beginn der Praxis den Körper möglichst gut auf die fordernden Asanas (Körperstellungen) vor und kann unnötige Körperspannung zuerst einmal loswerden.
So starten Sie mit optimalen Voraussetzungen und vermindern die Gefahr von Muskelkater und Verletzungen.

Dieses ergänzende Wissen eignete ich mir während der Sportlehrerausbildung und über viele Jahre in meiner Zeit als Tänzerin und Tanzpädagogin an.
Funktionell und organisch zu trainieren, habe ich sehr zu schätzen gelernt, bevor ich mich vermehrt dem Yoga zuwandte.

Diese vorbereitenden Übungen haben mir sowohl bei meiner langjährigen aktiven Bühnenlaufbahn als auch bei der Unterrichtstätigkeit ermöglicht, viele Jahre lang verletzungsfrei zu bleiben.

Trailer Hatha Yoga bei Patricia Wolf.

Entspannung ist der Schlüssel

Probieren Sie es jetzt gleich einmal aus, wenn Sie mögen…
Atmen Sie ein paar mal tief in den Bauch hinunter.
Spüren Sie, wie Sie beim Lesen gerade da sitzen?
Nehmen Sie bitte nur einmal Ihren Körper wahr – ohne etwas verändern zu wollen.
Nun spüren Sie Ihre Fußsohlen, spüren Sie Ihr Gesicht, entspannen Sie den Kiefer und die Schultern.

Hat sich etwas verändert?

Diese wohlige Befreiung, die sich sofort einstellt, erleben Sie beim Yoga noch intensiver und befreiender.

Sehr wichtig ist wie man eine Yoga Stellung, Asana genannt, ausführt. Ob ich meditativ und achtsam übe, den Fokus auf eine gleichmäßige tiefe und zugleich sanfte Atmung lege, ob ich wohlwollend mit meinem Körper umgehe, unnötige Anspannung loswerde – das macht einen großen Unterschied zu anderen Sportarten und Trainingsmethoden aus. Manche Lehrer empfehlen sogar, beim Üben die Augen geschlossen zu lassen.
So können Sie sich ganz auf Ihre Körperwahrnehmung konzentrieren und lassen sich nicht von anderen Teilnehmern ablenken.

Gelassenheit ist Trumpf

Geben Sie den Ehrgeiz an der Garderobe ab.
Leistungsdruck und übertriebener Ehrgeiz beim Üben, können die gegenteilige Wirkung haben und sogar Verletzungen zur Folge haben.

Meine größten Fortschritte und Aha-Effekte erlebe ich immer, wenn ich ganz fokussiert bleibe – in der Haltung eines Beobachters auf den Atem und die Wahrnehmung konzentriert. Man löst sich von den Ergebnissen des Handelns und bleibt offen und neugierig für alles was geschieht. Das wirkt sehr befreiend.

Im Idealfall geht man ans Yoga ganz anders heran als bei anderen sportlichen Aktivitäten.

Zu Beginn der Stunde zum Beispiel trägt eine tiefe und ausführliche Entspannung dazu bei, zunächst einmal Stresshormone und unnötige Anspannung im Körper abzubauen, so dass man danach als Ausgangspunkt mit einem viel besseren Zustand des Körpers für die herausfordernden Stellungen startet.

Inzwischen wurde ja desöfteren wissenschaftlich bei Untersuchungen mit Computertomographie bewiesen, wie wirkungsvoll Entspannungsmethoden, Yoga und Meditation sind und sich auch insbesondere auf das Gehirn positiv auswirken.

Link: Meditation und Bodyscan

Home sweet Home

Bevor Sie zuhause üben, wäre es gut einen Yoga Kurs zu besuchen oder einige Privatstunden bei einem geschulten Personal-Trainer zu nehmen.
Bei der Auswahl des Lehrers können Sie darauf achten, ob sie/er zusätzlich einen Gesundheitsberuf wie zum Beispiel Physiotherapeut, Sportlehrer oder Pädagoge hat. Damit steigen die Chancen, dass Ihr Yoga-Trainer weiß wovon er redet und die passenden Stellungen anleitet.

Nimmt sich der Lehrer Zeit, strahlt er Ruhe aus, ist die Stimme angenehm? Die Anleitungen im Unterricht sind klar verständlich und es wird auf einen achtsamen wohlwollenden Umgang mit dem Körper Wert gelegt? Hält der Lehrer eine professionelle Distanz ein?

Bingo! Dann haben Sie mit großer Wahrscheinlichkeit jemanden gefunden, bei dem Sie gut aufgehoben sein werden.
Lassen Sie sich nicht von schicken Hippie-Hosen, Buddha Statuen oder gestählten Bizeps beeindrucken.

Es gibt leider viele Trainer, die bei dem Yoga Hype mitschwimmen ohne eine fundierte Ausbildung zu besitzen.
Wichtiger als das Aussehen sind immer die Fragen “Wie fühlt es sich an?” und “Tut mir das gut?”!

Lassen Sie sich bei der Kursauswahl unbedingt von Ihrem Bauchgefühl leiten.

“Sthiram Sukham Asanam” empfiehlt Patanjali, der “Oberguru” der Yogis. Patanjali war indischer Gelehrter ca. 200 Jahre vor Christus, der in den berühmten Yoga Sutras die Philosophie des Ashtanga Yoga begründete – der achtgliedrige Yoga Pfad.
Flexibel, leicht und zugleich kraftvoll und stabil sollen die Asanas ausgeführt werden. Dabei können verschiedene Atemtechniken unterstützend wirken.

Hier finden Sie ein ausgewogenes Trainingsprogramm, auch für das Thema Rücken Yoga.

Ursprünglich bildete Hatha Yoga bei der Ausbildung von Yogis auf dem Weg zur Erleuchtung eine Stufe des Pfades.
Weitere Stufen, die der Yogi erklimmt, führen über Atemübungen “Pranayama”, Konzentration, Meditation, ethischen Richtlinien für das Verhalten zum höchsten Ziel: Samadhi – der Zustand der Erleuchtung.

Das Einssein mit dem höchsten Bewusstsein wird als ein Zustand von Glückseligkeit beschrieben.

Auf dem Weg zu diesem hehren Ziel gibt es jedoch Stolpersteine – die sogenannten Kleshas, die es zu überwinden gilt. Wo es menschelt gibt es eben meist auch Neid, Gier, Missgunst und Trägheit.

Wenn Sie mit einem Yoga Kurs starten, werden Sie vielleicht nicht gleich Erleuchtung finden wollen.
Aber Sie werden sogleich die wohltuende Wirkung spüren und mehr Wohlbefinden in ihren (Berufs-)Alltag einladen – egal ob Sie sich für einen Anfänger Kurs oder für eine fortgeschrittene Praxis eintragen.

Für Sportliche oder als Ergänzung zu anderen Sportarten und um Kondition aufzubauen eignet sich das Yoga Trainingsprogramm für Kräftigung und Kondition.

Falls Sie die Philosophie lieber hintenan stellen,anderen das Mantra-Singen überlassen und sich nur auf die körperlichen Auswirkungen konzentrieren, werden trotzdem Ihr Körper, Geist und letzendlich auch Ihre Seele davon profitieren.

Sind Sie am Ende des Tages oder der Woche ausgepowert und möchten die Couch eigentlich gar nicht mehr verlassen?
Hier finden Sie ein Trainingsprogramm, um die Seele baumeln zu lassen mit dem Fokus auf entspannen und regenerieren.

Das Schöne bei Yoga ist, dass Sie es sehr gut in Ihren Alltag integrieren können. Ob Sie sich in einem Kurs anmelden, zuhause üben oder viel unterwegs sind. Sie brauchen im Grunde nur genügend Platz, um sich lang auszustrecken.

Anstatt sich gleich dreimal pro Woche Yoga vorzunehmen und dann am inneren Schweinehund ganz zu scheitern, können Sie sich etwas vornehmen, das wirklich machbar ist und gut in Ihren Zeitplan passt. Zum Beispiel einmal pro Woche einen 90 Minuten Kurs, den Sie ganz regelmäßig besuchen.

Falls Sie oft auf Reisen sind, können Sie auch ein Minimal-Programm, dass Sie jederzeit durchführen können einplanen. Fünf Minuten pro Tag sind immer machbar und man spürt sofort die positive Wirkung.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Om Shanti

Patricia Wolf

patricia.wolf.yogatreff@gmail.com.

Unter dieser Mail-Adresse können Sie auch das Trainingsprogramm für das Thema Rücken-Yoga oder das Training zur Kräftigung und Kondition als DVD bestellen, ebenso wie die Anleitungen zur Entspannung pur.

Aktuelle Kurse und weitere Informationen auf der Homepage:

www.PatriciaWolfYogatreff.jimdo.com

Fotos: Bernd Hentschel

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Eine Chefredakteurin erzählt: Barcamps, Masterminds, Blogparaden – was soll das eigentlich alles?

In diesem Monat bloggt für Sie Angela (Gela) Löhr. Sie ist die Initiatorin, Herausgeberin und Chefredakteurin von LEMONDAYS. Mit diesem Online-Magazin möchte sie Frauen ab Vierzig unterstützen, inspirieren und vernetzen. Frisch und rebellisch. Weiblich und positiv. Mit femininer Weisheit für eine bessere Welt.

Die Tageszeitungen liegen mit frischen gelben Markierungen geordnet auf dem Schreibtisch, die Espressomaschine ist vorgewärmt und die Tasten der Redakteure klappern im vorgelagerten Großraumbüro schon seit Stunden um die Wette.

Spätestens seit Meryl Streep uns in „Der Teufel trägt Prada“ in den glamourösen Alltag der Zeitschriftenverlage hat schauen lassen, haben wir eine gewisse Vorstellung vom Leben einer Herausgeberin und Chefredakteurin.

Cut.

Montagmorgen, halb neun in Hamburg. Mein Blick fällt direkt auf die Rechnungen, die seit Tagen darauf warten, in die Finanzbuchhaltungssoftware einlesen zu werden. „Heute aber!“, denke ich, schnappe mir mein Notizbuch und schlappe in die Küche. Mit einem dampfenden Darjeeling bewaffnet, widme ich mich als erstes der To Do Liste. Direkt an der Küchentheke, weil sich an einem aufgeräumten Platz auch die Gedanken besser sortieren lassen.

Beim Durchsehen der aktuellen Projekte fällt mir wieder einmal auf, wie abwechslungsreich mein Chefredakteurinnen-Alltag ist. Ich konzipiere, schreibe, plane, telefoniere, brainstorme, redigiere, lektoriere, lese, lerne und rechne. Ab und an feiere ich auch, denn das gehört ebenfalls dazu.

Das Herzstück eines Magazins ist jedoch die Redaktion mit RedakteurInnen und GastautorInnen und dem großen Redaktionsplan, mit seinen Monatsthemen und einzelnen Artikeln.

Wenn ich mich in den LEMONDAYS Redaktionsplan vertiefe, bin ich in meinem Element. Ich liebe es, mir gute Themen und konkrete Artikel für unsere Leserinnen zu überlegen, Ideen für neue Bereiche im Magazin zu entwickeln, brandneue Projekte zu konzipieren und LEMONDAYS in meinem Kopf bis über Brigitte Women und Donna hinaus wachsen zu lassen. (Ja, Träume sollten zugelassen und aufgeschrieben werden!)

Fast noch lieber mag ich es allerdings, wenn ich dabei nicht still in meinem Kämmerlein meine Gedanken Pingpong spielen lasse, sondern mir ein echtes Gegenüber auch mal die ehrliche Meinung zu so manch spinnerter Idee geigt.

Zusammen ist man nämlich nicht nur weniger allein, sondern kann auch mehr bewegen. Viel schneller. Und einfach besser.

Für Online-Unternehmer gibt es viele Möglichkeiten, zusammen zu arbeiten oder sogar geschäftlich zu kooperieren.

Einige Kooperationsideen, mit denen ich gute Erfahrungen gesammelt habe, stelle ich  hier vor:

Mastermind-Gruppen

In Mastermind-Gruppen treffen sich Selbstständige, die sich zu ihren geschäftlichen Themen austauschen wollen. Sie erzählen sich von ihren aktuellen Projekten, geben einander Feedback und helfen auf jedwede mögliche Art. Die Treffen erfolgen regelmäßig oder unregelmäßig, persönlich oder per Videokonferenz.

Meine Empfehlung für Mastermind-Gruppen ist, sich Menschen zu suchen, die nicht unbedingt genauso ticken wie man selbst. Das mag durchaus herausfordernd sein, öffnet aber den Blick für manch neue Sichtweise. Wer sich mit seinem Business weiterentwickeln möchte, sollte auch Mastermind-Partner haben, die vielleicht schon einen Schritt weiter sind als man selbst. Der Mix macht´s.

Facebook-Gruppen

Mit persönlich geführten Facebook-Gruppen mache ich immer wieder sehr gute Erfahrungen, um schnell Antworten auf – besonders technische – Fragen zu bekommen. Dabei ist entscheidend, die richtigen Gruppe zu finden, in der Fragen willkommen sind und sich gern gegenseitig unterstützt wird. Gegenseitig meint hier, nicht nur selbst Fragen zu stellen, sondern sich auch mit hilfreichen Beiträgen zu fremden Fragen einzubringen und die Wünsche des Gruppenbetreibers unbedingt zu akzeptieren.

Eine Gruppe zu führen, bedeutet viel Engagement und verfolgt immer auch einen bestimmten (Geschäfts-)Zweck. Erkenntlich und dankbar zeigen kann man sich übrigens beim Gruppenbetreiber neben dem Kauf seiner Angebote auch mit einer positiven Bewertung.

Achtung: Wie bei allen Aktivitäten in Social Media Kanälen besteht die Gefahr der Verzettelitis. Daher unbedingt die Zeit im Auge behalten und gegebenenfalls vorab limitieren.

Netzwerktreffen, Barcamps und andere Offline-Events

Online-Menschen treffen sich manchmal auch draußen in der realen Welt. Es gibt klassische Netzwerktreffen, zu denen über die sozialen Medien eingeladen wird und die oft mit einem ausgiebigen Frühstück oder abendlichen Restaurantbesuch verbunden sind. Die Teilnehmer stellen sich einander vor und überlegen, wie sie sich in ihrem Business gegenseitig unterstützen können. Manche Netzwerktreffen haben ein Rahmenprogramm wie fachliche Impulsvorträge, Mini-Workshops oder integriertes Masterminden.

Barcamps sind sogenannte Un-Konferenzen. Ganz im Gegensatz zu einer klassischen Konferenz gibt es keine feste Agenda mit vorab terminierten Fachvorträgen oder Workshops. Zu Beginn eines Barcamps stellen Teilnehmer, die zu einer sogenannten Session einladen wollen, Thema und Ziel dieser Session vor und sehen dann, ob und wie viele Interessenten zur festgelegten Zeit kommen. Sessions müssen nicht zwingend Vorträge oder Workshops sein, auch offene Diskussionsrunden zu einem bestimmten Thema sind gern gesehen.

Andere Offline-Events können beispielsweise Kongresse sein, auf denen es Keynotes (Inspirations- oder Motivationsvorträge), fachliche Referate oder auch praktische Workshops gibt. Viele Kongresse oder auch Messen für Online-Unternehmer haben heutzutage einen starken Eventcharakter mit gutem Unterhaltungswert, zum Beispiel Entertainment-Abende.

Kooperationen

Viele Selbstständige aus der digitalen Branche setzen inzwischen  auf Kooperationen, das heißt, sie arbeiten geschäftlich zusammen. Eine Kooperation kann dabei zeitlich begrenzt sein, ausschließlich auf ein gemeinsames Projekt bezogen oder beides. Einfache Kooperationen sind beispielsweise Gastartikel oder Blogparaden.

Gastartikel

Gastartikel selbst zu schreiben oder Artikel von anderen im eigenen Blog/Magazin zu veröffentlichen ist für viele Online-Unternehmer die erste Art der Kooperation. Wer einen Gastartikel schreiben möchte, fragt mit einem konkreten Themenvorschlag oder am besten mit einem ausführlichen Artikel-Exposé beim Blogger seiner Wahl an.

Wer die Anfrage erhält, sollte sich über die Bedingungen für Gastartikel im eigenen Blog/Magazin im Klaren sein und diese auch (schriftlich) kommunizieren. Nur dann können beide Seiten entscheiden, ob die Kooperation passt. Es ist das Recht jedes Blog-/Magazinherausgebers, Gastbeiträge abzulehnen. Gastbeiträge aufzunehmen ist übrigens aufwändiger, als es von außen aussieht, aber das ist ein anderes Thema. Und weil wir vorhin schon über das Give & Take sprachen: Auch ein Gastautor sollte sich überlegen, wie er die Kooperation maximal unterstützen kann.

Blogparaden

Blogparaden sind ebenfalls eine gute Möglichkeit zur Kooperation. Sie dienen genau wie Gastbeiträge der Vernetzung, Sichtbarkeit und Stärkung der eigenen Expertise. Eine Blogparade hat ein großes Thema, zu dem der Gastgeber dieser Blogparade offiziell einlädt und den Zeitrahmen und Ablauf kommuniziert. Wer mitmachen möchte, schreibt seinen Beitrag im eigenen Blog und kommuniziert den Link entsprechend der Vorgaben an den Host der Blogparade.

In unserem Magazin LEMONDAYS findet jeden Herbst eine fest organisierte Blogparade statt. Zur Blogparade im vergangenen Jahr hat Heike selbst sich dem Thema „Sex, Drugs & Rock´n Roll“ gewidmet. Im kommenden Herbst wird es in unserer Blogparade um das Thema „Wohlfühlgewicht in den Wechseljahren“ gehen. Wer als Autor gern teilnehmen würde, kann sich ab sofort per eMail bei uns melden redaktion@lemondays.de

Und wer ausführlicher lesen möchte, wie Blogparaden funktionieren und wann sie sinnvoll sind, dem empfehle ich den Artikel meiner geschätzten Online-Kollegin Birgit Schultz „Was ist eigentlich eine Blogparade? Chancen und Risiken…

Gemeinsame Produkte

Wenn es thematisch passt und die Chemie stimmt, bieten sich auch tiefergehende Kooperationen an. Ich kenne Kollegen, die sehr erfolgreich Online-Kurse oder Wochenend-Workshops gemeinsam durchführen.

Der große Vorteil ist, dass mit einer solchen Kooperation alle Ressourcen nahezu verdoppelt werden. Zu zweit kann mehr Zeit in die Vorbereitung gesteckt werden, der Verkauf läuft intensiver und gleichzeitig an ein größeres Publikum und zudem macht die Durchführung gemeinsam viel mehr Spaß. Und nicht zu vergessen: Wenn man sich optimal ergänzt, vergrößert sich auch das fachliche KnowHow und das Angebot wird für den Kunden attraktiver.

Fazit

Kooperationen sind großartig, um Einzelkämpfer erfolgreiche Unternehmen aufbauen zu lassen. Ein Online-Business bietet vielfältige Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Wer strategisch denkt, wird die passenden Ideen finden und seine Chancen somit vervielfältigen. Und wer gedanklich flexibel bleibt, wird auch wissen, wann es Zeit für einen Wechsel ist. Ob Mastermind-Partner oder gemeinsamer Workshop – nichts muss für immer sein. Hinter allen Entscheidungen sollte die Frage stehen, ob diese Kooperation mir und meinem Business genau jetzt guttut.

Meine große LEMONDAYS Vision führt mich definitiv nicht in einen Alltag wie in „Der Teufel trägt Prada“. Die Zusammenarbeit mit Experten wie Redakteuren, Gastautoren, Technikspezialisten, Grafikdesignern, Steuer- und Rechtsberatern, usw. ist jedoch auch für mich einer der größten Erfolgsfaktoren. In Fettnäpfchen bin ich dabei auch schon getreten und Fehler mache ich auch. Für mich entscheidend ist jedoch die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren und uns und unsere Arbeit gegenseitig wertschätzen. Jede Kooperation kann beflügeln und stärken.

Von Herzen,

Gela Löhr

Hier finden Sie LEMONDAYS, das Wechseljahre-Magazin, mit all seinen Artikeln und Interviews:

https://lemondays.de/

https://www.facebook.com/lemondays.de

https://www.instagram.com/lemondays.de/

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Die Gewinner des digitalen Zeitalters

Diesen Monat schreibt an dieser Stelle Sandra Mackowiak. Sie ist Int. Life & Business Coach und Facilitator bei Wilson Learning, Soul Entrepreneur. Ausgestattet mit einem Bachelor-Abschluss, über einem Jahrzehnt Erfahrung in der Unternehmensbranche und Expertise in Führung und Vertrieb im Direktvertriebsmarkt, ist sie auf der Mission, für andere einen Unterschied im Leben und Business zu machen. Ihr Blogbeitrag ist ein flammendes  Plädoyer die eigenen Lebensarbeitsträume zu hinterfragen und dies als Chance zur persönlichen Veränderung gerade in Zeiten des digitalen Wandels zu begreifen. Lassen Sie sich provozieren!

Als ich vor zwei Jahren meinen traditionellen Job an den Nagel gehängt habe, dachte ich der Wandel fängt erst an, um dann festzustellen, dass er schon längst in vollem Gange ist. Aber warum scheint dies in so vielen Köpfen und auch Unternehmen nicht anzukommen? Ein Ende der Routinen bricht an. Wer einen einfachen Job sucht wird enttäuscht. Überall verraten Statistiken und Prognosen die “schaurige” Zukunft. Viele Jobs werden wegfallen, alles was mit künstlicher Intelligenz umgesetzt werden kann und keinerlei Emotion bedarf wird einfach ersetzt.

Über das Ausmaß sind sich viele scheinbar nicht bewusst. Auch ich war es nicht, als ich vor zwei Jahren ging… Pläne hatte ich keine. Doch irgendwie kam ich auf diesen Umwegen zu der Erkenntnis, dass der Weg der zunächst so steinig schien mir noch rechtzeitig die unbegrenzten Möglichkeiten des digitalen Zeitalters aufzeigte.

So stehe ich nun hier, ein Bein im eigenen Coaching Business um anderen den Weg zu weisen und mit dem anderen Bein in einem jungen Tech Startup, das eine App entwickelt für Influencer. Zwei Standbeine, in denen ich bisher nicht ersetzt werden kann. Die mir Sicherheit geben. Ich würde sagen, ich bin ein Gewinner des digitalen Zeitalters. Oder was denken wohl die anderen?

Wer sind die Gewinner? Wer bleibt auf der Strecke?

Wie lange wollen die Menschen noch die Dinge aufschieben, die jetzt schon notwendig sind damit sie das Leben und die so begehrte Sicherheit bekommen, die allen zusteht? Warten sie auf den großen Knall oder reichen vielleicht diese Zeilen zur Einsicht, dass die Zeit JETZT ist! Man jetzt handeln und seine Träume nicht auf morgen verschieben sollte.

Denn schon morgen könnte alles anders sein. Nichts ist sicherer als die Veränderung. Und niemand kann uns mehr Sicherheit geben als wir selbst!

Nie war die Welt schnelllebiger, was gestern noch IN war ist morgen schon OUT. So viele warten fünf Tage lang auf zwei Tage Freizeit. Sehen sie denn nicht, dass beides Lebenszeit ist? Unsere Zeit, Ihre Zeit! Doch was ist das Geheimnis? Was war mein Geheimnis dem Ersatz durch Algorithmen zu entkommen?

Fakt ist, aktuell arbeiten viele Menschen 40 Stunden ihr Leben lang für den Traum eines anderen. Wie wäre es die Dringlichkeit zu verspüren vielleicht nur 3-10 Jahre 60-80 Stunden pro Woche den eigenen Traum zu leben? Pocht bei diesem Gedanken das Herz nicht ein wenig mehr? Wieviele Menschen setzen auf eine Lebensgrundlage, die von anderen abhängt? Aber, Festanstellung mit sozialer Absicherung war gestern und wird im digitalen Zeitalter zur Ausnahme.

An die Rente glaube ich nicht mehr.  Der demographische Wandel lässt es erahnen. Also habe ich mich damals gefragt, wie schaffe ich mir die eigene Lebensgrundlage, wenn der traditionelle Weg mich meine mentale Gesundheit gekostet hat. Nie wieder wollte ich zurück. Menschen kündigen keine Jobs, sie kündigen die Umstände, die Vorgesetzten oder Kollegen.

Als Gen Y Jahrgang war der Ruf nach Freiheit groß. Es hat seine Zeit gebraucht meine innere Stimme zu verstehen. Dass ich nicht mehr gehorchen will – sondern ich mich entfalten und aktiv gestalten will. Wir sind Creative Minds – wir wollen selbstbestimmt und frei diese Welt in der wir leben formen und zu einem besseren Ort machen.

Wir funktionieren nicht wie Maschinen.

Doch wer hat den Mut? Wer spürt die Dringlichkeit nach der eigenen Schöpferkraft? Lasst uns Arbeit neu entdecken!

Mir ist das gelungen. Ich liebe was ich tue, tue was ich liebe. Ich werde nie wieder arbeiten, denn ich gestalte die Zukunft. Vor allem die eigene.

Warum?

Weil der wichtigste Job ist uns selbst zu lieben, gerne auch in Form von Selbstdisziplin etwas eigenes auf die Beine zu stellen oder anderen zu helfen dies zu tun.

Hierarchie war gestern – Netzwerk ist heute.

Gemeinsam sind wir stärker..

Somit sage ich: Weg mit den alten verstaubten Strukturen. Auch Unternehmen können sich neu entdecken und ihre Mitarbeiter zu mehr Intrapreneurship bewegen, was zugleich die Selbstmotivation steigert.

Seid Entrepreneur des Lebens, denn nicht ihr seid Teil von einem Business, euer Business ist Teil von euch und eurem Leben.

Manchmal braucht es nur einen kleinen Perspektivwechsel um etwas zu entdecken, das schon längst da ist. Eine Welt, die entdeckt werden will damit wir blühen können. Eine Welt die vom Überfluss lebt!

Kann ich das alles belegen, nein! Nicht notwendig. Es ist meine Wahrheit. Ich habe lange Zeit anderen mehr geglaubt als mir und meinem Gefühl. Man erzieht uns im Mangel, dabei ist so viel da! Es werden Grenzen gezeichnet wo eigentlich gar keine sind. Klein halten, Masken aufsetzen, Status polieren.

Geht es nicht um weitaus mehr im Leben? Sich selbst sein zu dürfen in einer Welt mit noch nie dagewesene Chancen, um jeden Tag das Leben zu feiern!

Das sind die Gewinner des digitalen Zeitalters!

Veränderung erfordert Anpassungsfähigkeit! Auch Unternehmen sollten dies tun, sonst verlieren sie die Potenziale der Neuzeit, die ihren eigenen Weg gehen werden. Warum? Weil wir’s können und die Digitalisierung es zulässt.

Egal an welchem Punkt der Karriereleiter oder im Leben man sich befindet, der Wandel betrifft alle. Viele verweigern sich noch. Somit ist absehbar, dass einige aus der Spur geworfen werden. Als Coach ist es meine Mission Menschen darauf vorzubereiten und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen. Sinn zu finden in dem was sie tun oder verändern wollen.

Menschen die auf den großen Knall warten werden überfordert sein. Coaching gewinnt täglich an Bedeutung und bietet die Chance seine Potenziale zu entdecken und aus der Kraft heraus zu handeln anstatt sich den Umständen zu ergeben. Coaching bietet die Vorbereitung auf Veränderung. Den Mut zu wecken, Verantwortung zu übernehmen und proaktiv eine Roadmap zu gestalten für das eigene Leben.

Ein Leader in seinem eigenen Leben zu sein. Denn schon längst umschreibt Leadership nicht nur die Führungskräfte in einem Unternehmen. Wir alle sind Leader unseres Lebens. Als Coach bin ich Sparringspartner für viele diesen Leader in sich zu entdecken. Es ist schade, wie viele Menschen sich zurücknehmen und dadurch aufs Spiel setzen auch ein Gewinner zu werden.

Es erfordert einen Mindset-Shift, ein Umdenken und die Bereitschaft für sich einzustehen. Für viele erscheint dies als Schwäche, doch es ist der Schlüssel des neuen Zeitalters gemeinsam zu wachsen und zu gestalten.

Ich mag jünger sein als viele Unternehmer, ich mag nicht so erfahren sein wie die “alten Hasen” im Business und Leben. Aber wer, wenn nicht wir – als Jahrgänge, die jetzt gerade die Zukunft gestalten und den Wandel prägen – sollte die Antworten “besser” kennen. Wir sind diejenige, die die Brücke schlagen wollen.

Life und Business kann man heute nicht trennen. All dies betrifft Unternehmen sowie jeden einzelnen Menschen gleichermaßen.Die Zeiten an denen man seine Persönlichkeit am Firmentor abgegeben hat sind vorbei. Leben war noch nie so wertvoll. Es ist ein Geschenk. Zu viele Menschen leben jedoch hinter einer Illusion, weil sie Angst haben zu viel Glück auszuhalten.

Wer hat sich schon mal gefragt, wie viel Glück man aushalten könnte und wann man nicht umsonst gelebt hat?

Diese Antworten sollten der Antrieb sein etwas wunderbares zu schaffen. Dann kann man nur gewinnen!

Als Coach sehe ich es als unterlassene Hilfeleistung an, wenn ich den Menschen nicht helfe Taten folgen zu lassen. “Quantum Leap – Quantensprung in die Rolle deines Lebens!” Mit diesem Seminar-Erlebnis möchte ich den Menschen zum ersten Schritt in freies und selbstbestimmtes Leben verhelfen ganz nach dem Motto – “create a life you are madly in love with”.

Ich habe den Sprung gewagt – wer noch?

Sandra Mackowiak

Kontaktmöglichkeiten zu Sandra:

Persönliche Coaching-Anfragen: sandra@sandramackowiak.com

Instagram: https://www.instagram.com/_sandramac_/

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/sandra-mackowiak-298962156/

Internet: www.sandramackowiak.com

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Tragfähige Entscheidungen in einer Gruppe – geht das ?

An dieser Stelle bloggt heute Markus Rossmann. Er ist Diplom-Informatiker, Kommunikations-Trainer und Scrum-Master (CSM). Seit über 20 Jahren arbeitet er in der Software-Entwicklung. Dort hat er gelernt, dass es essenziell ist, sich über die Art der Zusammenarbeit in Teams Gedanken zu machen, anstatt sich auf die rein technische Lösung eines Problems zu fokussieren. Er findet, dass es  besonders spannend wird, wenn gewohnte Denkmuster hinterfragt werden – das möchte er in diesem Beitrag mit Ihnen ausprobieren.

Wenn Sie in einer Gruppe eine Entscheidung treffen:
Machen Sie das ganz normal – so wie immer?

In der Software-Entwicklung hat sich schon vor längerem herausgestellt, dass die Entwicklungs-Projekte an Komplexität immer mehr zunehmen, und deswegen die traditionelle Projektplanung schlichtweg nicht mehr funktioniert. Die Software-Branche hat sich daraufhin auf agiles Arbeiten eingestellt – kurze Entwicklungszyklen mit handlungsfähigen Teams, die dynamisch auf Veränderungen reagieren können.
Kommunikation auf Augenhöhe und Selbstorganisation sind die Schlüsselworte, die man nun in den Fluren nicht nur der Software-Entwickler hört – auch andere Branchen schauen mittlerweile erwartungsvoll auf diese agilen Methoden.

Eine Frage, auf die ich in diesen Fluren noch selten eine befriedigende Antwort gehört habe ist, wie es denn funktioniert, dass selbstorganisierte Entwicklungsteams auf Augenhöhe zusammen Entscheidungen treffen, die langfristig tragfähig sind.
Dabei hat die Art, wie Entscheidungen getroffen werden, eine weitreichende Auswirkung auf alle Prozesse einer Organisation – wird jedoch meist recht unbewusst gehandhabt.

Wie eine Entscheidung “normal” abläuft

Meist geht das ungefähr so: Die Gruppe trifft sich, um endlich den nicht zufriedenstellenden Zustand XYZ neu zu regeln. Nach heftiger, anstrengender und am Ende emotionaler Diskussion über nicht so sehr klare Vorschläge kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem jemand gereizt äußert, dass nun endlich einen Beschluss gefasst werden muss – verbunden mit der Aufforderung über den Vorschlag, der am lautesten in der Gruppe diskutiert wurde, abzustimmen.
In der Tat findet sich eine Mehrheit für eine mehr oder weniger präzise Formulierung einer Lösungs-Idee – doch bleibt der fade Beigeschmack, dass es neben Gewinnern auch Verlierer gibt, die die beschlossene Lösung nicht wirklich mittragen werden – aber sie wurden ja überstimmt und fügen sich … irgendwie.

Wir sind das Mehrheitsprinzip gewohnt.

Abstimmungen nach dem Mehrheitsprinzip sind für uns der normale Weg einer Gruppenentscheidung – wir haben uns daran gewöhnt, die Nachteile dieser Methode hinzunehmen:

  • Bei der Vorbereitung der Abstimmung geht es darum, den eigenen Lösungsvorschlag hervorzuheben – und die Lösung der Gegenseite ins negative Licht zu stellen – will man ja die Gruppe davon überzeugen für die eigenen Idee zu stimmen. Nicht umsonst gibt es den Begriff “Wahl-Kampf” –  der Begriff “Wahl-Zusammenarbeit” ist eher unüblich.
  • Der Teil der Gruppe mit dem größten Mehrheitsanteil (womöglich nur die relative Mehrheit) kann letztendlich bestimmen wo es langgeht – der Rest der Gruppe hat sich dem Beschluss unterzuordnen ohne Einfluss auf die Lösung zu haben.
  • Stimmen werden auf alternative Vorschläge verteilt  – somit ist es kontraproduktiv wenn ein Lager verschiedene Lösungen einreicht – das schmälert die eigene Chance sich durchzusetzen. 
Was ist eine nachhaltige Lösung?

Experimente mit anderen Methoden zur Entscheidungsfindung haben gezeigt, dass das Verfahren mit dem eine Entscheidung getroffen wird einen wesentlichen Einfluss sowohl auf den Prozess vor der Entscheidung, als auch auf die Tragfähigkeit der Umsetzung der beschlossenen Lösung hat.

Für eine tragfähige, nachhaltige Lösung kommt es weniger darauf an, wieviele Gruppenmitglieder eine Lösung als die beste ansehen.  Vielmehr geht es darum, den Widerstand den eine Lösung in der gesamten Gruppe erzeugt, möglichst gering zu halten.
Wird eine Lösung umgesetzt die in der Gruppe hohe Widerstände mobilisiert, dann erzeugt das Ablehnung und langfristig Probleme in der Gruppe, selbst wenn eine (relative) Mehrheit  diese Lösung toll findet.

Wie findet man eine nachhaltige Lösung?

Lassen Sie uns mal einen anderen Weg gehen als den gewohnten:
Der erste Schritt ist, sich nicht nur auf einzelne wenige Lösungen zu beschränken, sondern alle die Vorschläge zuzulassen die sinnvolle Alternativen beschreiben.

Im nächsten Schritt bewerten alle Gruppenmitglieder einzeln jede der verschieden Lösungen jeweils mit ihrem sogenannten “Widerstandswert”, einer Zahl zwischen 0 und 10:

“0” heißt: “Ich habe kein Problem damit wenn dieser Vorschlag umgesetzt wird”

“10” heißt: “Wenn dieser Vorschlag umgesetzt wird habe ich ein riesiges Problem mit dem ich nicht leben kann”

“1” -“9” : In Zwischenwerten kann man ein subjektives Bild abgeben, wie stark der persönliche Widerstand ist.

Addiert man die einzelnen Widerstandswerte der Gruppenmitglieder für einen Vorschlag, dann erhält man den Gruppen-Widerstand gegen diese eine Lösung. Der Wert ist ein Hinweis darauf, wieviele Probleme die Umsetzung dieses Vorschlags in der gesamten Gruppe erzeugen würde.

Nimmt man nun den Vorschlag mit dem geringsten Gruppen-Widerstand als beschlossene Lösung, dann hat man diejenige Lösung gefunden, die bei der Umsetzung die geringsten Bauchschmerzen in der Gruppe erzeugt – und somit die besten Chancen hat, langfristig tragfähig zu sein – was einem Konsens am nächsten kommt.

Eine andere Diskussionskultur entsteht

Interessant ist, dass sich mit dem Entscheiden mittels Gruppen-Widerständen auch die Art der Diskussion in der Gruppe ändert:

  • Um den eigenen Vorschlag in der Gruppe durchzusetzen, hilft es nicht mehr die Vorteile der eigenen Idee anzupreisen. Vielmehr lohnt es sich den anderen zuzuhören, ihre Probleme zu verstehen und daraufhin den eigenen Vorschlag so anzupassen, dass die Widerstände der anderen ausgeräumt werden.
  • Es lohnt sich nun auch, verschiedene Alternativen ins Rennen zu bringen, da nicht um Stimmen konkurriert werden muss. Der Zwang zur Lagerbildung entfällt – die Gruppe kann zusammen daran arbeiten gemeinsam unterschiedliche Lösungen zu entwickeln.

Und das funktioniert? – Das funktioniert!

Das hier beschriebene Prinzip wurde von einer Gruppe von Mediatoren entwickelt, und unter der Bezeichnung “Systemisches Konsensieren” veröffentlicht. Bisher haben diese Methode viele Organisationen, Vereine und sogar öffentliche Verwaltungen mit wachsender Begeisterung eingesetzt.

Man muss auch nicht gleich mit allen gewohnten Prozessen brechen. Es lohnt sich schon immens, wenn man die Ideen des Systemischen Konsensierens alleine dafür benutzt, um die Diskussion über mögliche Lösungsvorschläge zielgerichtet zu moderieren – über die darüber gefundene tragfähigste Lösung kann man ja immer noch mit dem Mehrheitsprinzip abstimmen –  ganz normal – wie immer.

Die Beschäftigung mit diesem Prinzip zeigt, dass es dabei um weit mehr als das reine Entscheidungsverfahren geht – plötzlich ist man mittendrin in der Arbeit mit Gruppenprozessen und im Nachdenken über Organisationsformen. Plötzlich ist man mitten drin ein wertschätzendes Miteinander zu erarbeiten – genau das, worum es bei der Einführung von agilen Arbeitsmethoden im Grunde geht.

Die Herausforderung, vor der Firmen nun stehen, ist die noch recht offene Frage, wie eine Transformation hin zu einer wirklich agil arbeitenden Organisation erfolgen kann – eine Organisation die den Einzelnen Vertrauen entgegenbringt und Verantwortung überlassen kann – inklusive der Frage wie Kunden darin auf Augenhöhe eingebunden werden.

Die Auseinandersetzung mit dem hier vorgestellte Entscheidungs-Prinzip bietet dazu eine Vielfalt von Gedanken und Anregungen um eingespielte Muster von anderen Perspektiven zu betrachten – und damit neue Arbeitsweisen zu ermöglichen.

Wenn Sie Interesse an mehr Information oder einem Erfahrungs-Austausch zu diesem Thema haben: Ich bin gespannt auf Ihre Gedanken und Fragen – und gebe gerne einen tieferen Einblick!

Sie erreichen mich per Mail unter mro_training@posteo.de

Markus Rossmann

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Betrachtungen über Veränderung zum PICUS Geburtstag

Och nee, keine Jubiläums-PR! Diese leicht antiquierte Disziplin ist doch nur Pflichtübung. Oft genug peinlich, ganz sicher aber langweilig. “Wir sind toll und uns gibt´s jetzt schon soooo lange und das haben wir unseren Kunden und Investoren zu verdanken, die noch viel toller sind als wir!” Uff….

Was ist also die Leitidee dieses Jubiläums-Blogbeitrags?
“5 Jahre PICUS Communications – Mut zur Veränderung!”

Ich möchte heute über den Wandel sprechen. Als ich mich 2014 zur Selbstständigkeit entschied war mir klar, dass sich vieles ändern würde:
Keine regelmäßigen Zahlungseingänge mehr, dafür langwierige Akquise, aufgeschobene Projekte und jede Menge Bürokratie. Ich habe das Glück, dass mir Ungewissheit von meinen Reisen her sehr vertraut ist und keine Angst macht. Außerdem bin ich Berufsoptimistin. Ich sah für mich vor allem mehr Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung, mehr Entscheidungsfreiheit über das, was ich beruflich tun wollte und ich brachte viel Neugier mit, auf das, was eine Selbstständigkeit im Gepäck hat.

Der Sprung wurde abgefedert durch Kunden in meinem Umfeld, die mir den Schritt zutrauten. Menschen, die gute Erfahrungen mit mir gemacht hatten und für die es überhaupt nicht merkwürdig klang, dass ich “mein eigenes Ding” machen wollte. Für diese Unterstützung bin ich bis heute sehr dankbar.

Da noch eine weitere 5 mein Leben bestimmt (1968 geboren!) blicke ich auf einiges an Berufserfahrung zurück. In meinen Agenturjahren haben wir Pressetexte noch per Post und Fax verschickt. Hintergrundrecherche lief über Universitätsbibliotheken. Dann kam Internet für Alle und Social Media. Nun steht uns mit der Beschleunigung der Digitalisierung durch künstliche Intelligenz die nächste massive Veränderung der Arbeitswelt bevor. Ich frage mich, was dieser Wandel für meine Kunden bedeutet und wie ich mich und meine Leistungen verändern muss, damit ich Antworten liefere, auf die Herausforderungen der Zukunft.

Wenn ich über künstliche Intelligenz in der PR nachdenke, fallen mir eine Reihe von Tätigkeiten ein, die möglicherweise vor meinem Renteneintrittsalter von Computern erledigt werden. Die semantische Analyse ist heute schon so gut, dass zielgruppengerechte Pressetexte wohl auf absehbare Zeit von “R2D2” geschrieben werden können. Die Übersetzung in andere Sprachen übernimmt Google und Co.
Veranstaltungen finden online mit Hilfe von Virtual-Reality-Brillen in 3D- Konferenzräumen statt. Schön für´s Klima, weil weniger geflogen wird und mein Avatar sieht 20 Jahre jünger aus als ich! Aber was macht das mit mir, meinen Kunden, mit Journalisten, Ärzten und Patienten, wenn wir uns zunehmend in Welten bewegen, die nicht real sind? Mich treibt als Biologin auch die Frage um, wie unser Gehirn – das evolutionär noch nicht im Digitalen angekommen ist – damit zurechtkommt. Wir werden Techniken und neue Methoden am Arbeitsplatz brauchen, die uns im Gleichgewicht halten. Müssen wir nicht auch andere Wege der Kommunikation entwickeln, um uns neu zu organisieren? Ich empfinde eine gewisse innere Unruhe darüber, nicht abwarten zu wollen, wie sich die Dinge entwickeln. Ich möchte lieber mitgestalten. Da ist ein Prozess in Gang gekommen, für den ich noch mehr Raum und Zeit brauche. Dazu gleich mehr.

Spurwechsel – PICUS in der freien Redaktion

Dass ich in einer Lebensphase angekommen bin, in der sich für Frauen sehr viel verändert, habe ich oben bereits angedeutet. Ich habe den Stier bei den Hörnern gepackt und zu einem Wandel genutzt, bei dem mein Wissen als Biologin ebenso zum Einsatz kommt, wie meine Liebe zum Schreiben. Das online Magazin Lemondays richtet sich speziell an Frauen in den Wechseljahren. Ich bin mittendrin und als freie Redakteurin mit Begeisterung dabei.

Perspektivwechsel – PICUS im Sabbatical

Warum ich das Sabbatical für eine “Potenzialzeit” halte, die nicht nur Arbeitnehmern, sondern auch Arbeitgebern Vorteile bringt, habe ich einmal in einem Beitrag auf LinkedIn zusammengefasst. Dieser steht auch hier zum Download bereit. Meine Stammkunden kennen das Ritual schon, der PICUS muss alle 7 Jahre ausfliegen. Den eigenen Kulturkreis verlassen, den Kopf frei machen für frische Ideen, neue Eindrücke als Inspirationsquelle nutzen. Jetzt ist es wieder soweit. Auch das ist Veränderung. Ich tausche die Pumps gegen Trekking-Sandalen und den MINI gegen einen Land Rover. An Ostern 2019 geht es für ein Jahr Richtung Osten. Da ich das Schreiben auch in der Potenzialzeit nicht lassen kann, gibt es unsere Reisegeschichte im Autowanderer-Blog.

Platzwechsel – Gastautoren übernehmen den picus blog

Diese Neuigkeit erfüllt mich mit der größten Freude:
Persönlichkeiten mit speziellen Lebenswegen, aus meinem Netzwerk, bereichern den PICUS Blog mit ihren Innenansichten. Ich kann jetzt schon versprechen, dass Sie eine große Themenvielfalt erwartet. Freuen Sie sich also mit mir auf die nächsten Monate in denen Gastautoren an diesem Platz ihr Wissen und ihre Erfahrung mit Ihnen teilen.

Ab Juni 2020 bin ich wieder für Sie da.
Ich wünsche Ihnen bis dahin viel Mut zur Veränderung!

Ihre Heike Specht

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Der Tanz der Worte und wie man ihn choreografiert – Interviewtechnik

Erinnern Sie sich noch? Ein großer Raum, antiquiertes Interieur, leicht aufgeregtes Gelächter und unsicheres Gehabe. Man steht sich paarweise gegenüber und hofft, dass das was kommt für keinen schmerzhaft oder peinlich wird: Tanzstunde! Zu Anfang Fußtritte. Sie führt, weil er den Takt nicht hört. Gezerre und Gestolper. Aber es wird von Stunde zu Stunde besser.

Ein Lächeln mischt sich in die ernsten Mienen. Die Bewegungen werden runder. Während keiner von Beiden mehr wirklich daran glaubt, platzt plötzlich der Knoten und es fühlt sich an wie Fliegen!

Der Vergleich drängt sich Ihnen vielleicht nicht unmittelbar auf, aber zwischen dem klassischen Paartanz und dem journalistischen Interview gibt es eine ganze Reihe von Parallelen.

Das Interview ist eine kommunikative Disziplin
mit festen Regeln, 
die man erlernen kann. 

Ich schlage vor, dass wir uns dem Thema schrittweise nähern.
Gehen wir einmal davon aus, Ihr Unternehmen hat gerade eine Pressemitteilung verschickt. Diese wird von Journalisten als Gesprächseinladung interpretiert.

Aufforderung zum Tanz – Wer ist der Richtige?

Da Ihre Ressourcen begrenzt sind, werden Sie Interview-Anfragen priorisieren. Aber nach welchen Kriterien suchen Sie Ihren Partner aus? Machen Sie den folgenden Check: Erreiche ich mit diesem Medium direkt meine primären Zielgruppen? Kann die Zeitung oder Fachzeitschrift mit hohen Leserzahlen punkten? Schreibt der Journalist für eine Nachrichtenagentur, von der andere Medien ihre Inhalte beziehen? Ist das Medium in meinem Geschäftsbereich meinungsbildend oder gar meinungsführend? Entsteht hier ein Übersichtsartikel in dem die Konkurrenz zu Wort kommt, so dass es von Vorteil ist, selbst Position zu beziehen? Schon eine dieser Fragen mit “Ja” zu beantworten kann Grund genug sein, das Interview zu machen.

Das Warm-Up – Vorbereitung zum Aufeinandertreffen

Interviews sind eine sehr gute Gelegenheit, einem breiten Publikum die eigene Story zu erzählen.  Sie haben die Möglichkeit gezielt Botschaften zu setzen, die Ihnen wichtig sind. Aber dieser Austausch birgt auch Risiken. Dann nämlich, wenn Sie ohne Vorbereitung in das Gespräch gehen. Sprechen Sie mit dem Journalisten über sein Informationsbedürfnis. Wo möchte er in Bezug auf ihre Neuigkeiten in die Tiefe gehen? Was hat er möglicherweise nicht verstanden? Wenn möglich antizipieren sie Fragen zu diesem Themenkomplex, oder lassen Sie sich die Fragen aus der Redaktion im Vorfeld zusenden.

Die Schrittfolge im Geiste durchgehen – Kernbotschaften

Als nächstes formulieren Sie Kernbotschaften, die Sie selbst im Beitrag zu Ihrem Interview lesen oder hören möchten. Überlegen Sie sich, wie Sie von den Fragen eine Brücke hin zu diesen Kernbotschaften schlagen können. Sie kennen das Prinzip aus den Abendnachrichten. Nur, dass sich viele Politiker die Brücke schenken, sie sprechen einfach – egal welche Frage – über das was sie sagen wollen. Unsere Nachrichtenmoderatoren sind gut geschult, ihnen das nicht durchgehen zu lassen. Machen Sie es besser! Üben Sie! Und scheuen Sie sich nicht, in einer Unterhaltung ihre drei Kernaussagen immer wieder unterzubringen. Wiederholung ist ein guter Lehrmeister. Jetzt erkennen Sie auch, warum es eine gute Idee ist, das Interview nicht direkt bei der Anfrage zu machen, sondern sich Zeit für die Vorbereitung zu nehmen. Die meisten Journalisten haben zumindest ein paar Stunden bis zum Redaktionsschluss. Größere Beiträge lassen mehr Spielraum.

Ausgangsposition – Haltung annehmen

Interviews sind für Ungeübte Stress-Situationen. Also vermeiden Sie unnötigen Ärger durch unbequeme Stühle und schlecht sitzende Krawatten. Findet das Gespräch in Ihren Räumen statt, dann wählen Sie einen Ort, an dem Sie sich wohlfühlen. Müssen Sie an einen anderen Treffpunkt kommen, entscheiden Sie, ob Sie sitzen oder stehen wollen. Lassen Sie sich bei Filmaufnahmen die Einstellung zeigen. Achten Sie auf angemessene aber bequeme Kleidung.
Üben Sie den festen Stand
.

Den Takt halten – Die (Gesprächs-)Führung übernehmen

Jetzt kann der Tanz beginnen. Die größte Falle hierbei ist, dass Sie sich rein darauf konzentrieren auf die Frage zu antworten. Sie haben viele Fakten im Kopf, die Sie meinen, erläutern zu müssen. Sie wollen freundlich sein und füllen jede Gesprächspause mit Wortbeiträgen.  Alles nicht dramatisch, wenn Sie sich an folgendes erinnern: Sie sind der Spezialist in ihrem Fachgebiet und wissen daher immer deutlich mehr als ihr Gesprächspartner. Selektieren Sie und platzieren Sie Ihre Kernbotschaften. Beschreiben Sie Sachverhalte möglichst ohne Fremdworte in kurzen Sätzen. Bringen Sie Beispiele zur Erläuterung. Sprechen Sie wo es sich anbietet in Bildern. Bedienen Sie Emotionen.  Lassen Sie persönliche Erfahrung einfließen. All das ist deutlich spannender als Zahlen und Fakten. Machen Sie sich bewusst, dass Journalisten an Menschen und ihren Geschichten interessiert sind. Bleiben Sie gelassen, auch bei kritischen Fragen. Lächeln Sie freundlich, auch bei Telefoninterviews. Korrigieren Sie ihren Gesprächspartner, wenn seine Aussage falsch ist.

Haltung bewahren bis die Musik aus ist – Die Verabschiedung

Wer nicht regelmäßig Interviews gibt, verliert Konzentration und Anspannung, wenn der Journalist das Ende des Interviews signalisiert. Denken Sie daran, dass alles was Sie danach sagen ebenso im Beitrag erscheinen kann. Bleiben Sie beim Thema. Bieten Sie an, offen gebliebene Punkte oder weiteres Pressematerial nachzureichen. Journalisten haben keine Verpflichtung dazu, bieten im Print-Bereich aber häufig die Zitat-Freigabe an. Fragen Sie proaktiv danach. Notieren Sie sich außerdem den Erscheinungstermin des Beitrags. Printmedien schicken Ihnen auf Anfrage ein Belegexemplar.
Nehmen Sie sich die Zeit das Interview nachzuarbeiten. Welche Kernbotschaften hat der Journalist aufgegriffen? Aus welcher Aussage hat er die Headline abgeleitet? An welcher Stelle bin ich falsch verstanden worden? So lernen Sie aus Erfahrung und machen es beim nächsten Mal noch besser.

Wenn Sie diese Tipps beim nächsten Interview-Termin parat haben wollen, dann können Sie die PowerPoint-Präsentation dazu gerne hier herunterladen. Stöbern Sie noch im Bereich Downloads nach weiteren Empfehlungen.

Aus jahrelanger Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass die Theorie ein guter Anfang ist, besser wäre es allerdings, am konkreten Beispiel zu üben. Dazu können Sie gerne ein Medientraining buchen.

 

 

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Mantren zur Königsdisziplin Pressetext

Ich verrate hier etwas sehr persönliches: Meine Morgenroutine umfasst das Singen von Mantren. Das bringt mich positiv in den Tag. Wenn es später hektisch wird, kann ich mir das Gefühl wieder ins Gedächtnis rufen. Das gibt mir Gelassenheit und Energie für die Aufgaben die vor mir liegen.

Sie mögen sich jetzt zu Recht fragen, was das mit Public Relations zu tun hat. Ich sage es einmal so: Mantren sind Leitsätze, die sich bei häufiger Wiederholung in ihrer Bedeutung im Leben manifestieren. Als PR-Beraterin sehe ich es als meine Aufgabe an, meinen Kunden solche Leitsätze an die Hand zu geben.

In meiner Arbeit, nicht nur für mittelständische Unternehmen ohne eigene Kommunikationsabteilung, fallen mir wiederkehrend eine Reihe von Missverständnissen auf, wenn es um das Thema Pressetexte geht. Die folgenden Mantren sollen Hilfestellung sein, diese Herausforderung in Zukunft besser zu meistern.

“Ich habe eine konkrete Botschaft”

Die Motivation für den Pressetext ist sehr entscheidend. „Die Konkurrenz ist dauernd in den Medien und wir nie“, ist eine Beobachtung, aber kein Anlass. Gute Gelegenheiten, um auf die eigenen Stärken aufmerksam zu machen, sind unternehmerische Meilensteine wie etwa ein Neubau oder Firmenjubiläum, die Vergrößerung des Mitarbeiterteams (in einer strukturschwachen Gegend) oder Produktneuentwicklungen. Nicht mehr als drei kurze und prägnante Aussagen, die den eigenen Markenkern treffen und den Unterschied zur Konkurrenz ausmachen, sind der Grundstein für einen gelungenen Text. Beispiele belegen und beleben diese Aussagen. Wörtliche Rede unabhängiger Dritter erhöht nicht nur die Glaubwürdigkeit, sondern macht einen Text zudem emotionaler.

Ich spreche die Sprache meines Publikums”

Wann spricht uns ein Text an? Wenn er mich in meiner Lebenssituation abholt, auf meine Bedürfnisse einzahlt, mir konkrete Hilfestellung bietet, oder mein Bedürfnis nach Inhalten stillt. Daher sollten die Botschaften daraufhin abgeklopft werden, ob sie die Menschen, denen ich etwas mitzuteilen habe, auch erreichen. Dies erfordert einen Perspektiv-Wechsel, der anstrengend sein kann. Die Herausforderung wird umso größer, je vielfältiger das Publikum ist. Im Idealfall würde eine Nachricht an verschiedene Adressaten wie Investoren, Fach- oder Laienpublikum unterschiedlich sprachlich verpackt. Den Luxus verschiedener Pressemitteilungen zur selben Sache können sich aber nur wenige leisten. Daher müssen Kompromisse gefunden werden. Ein in Redaktionen willkommener Ansatz ist, den Inhalt der Meldung in leicht verständlicher Form zu Beginn zusammenzufassen.  Auch kurze, einfach formulierte Überschriften sind zwingend, denn die Redaktion entscheidet in Sekundenbruchteilen über die Relevanz einer Presse-Erklärung für ihre Leser. Unverständliches wird aussortiert.

Mein Pressetext ist eine Einladung zum Gespräch”

Ein „Aha!-Moment“ ist für so manchen die Erkenntnis, dass der Versand des Pressetextes nicht das Ende, sondern der Anfang der Kommunikation ist. Mit der Verbreitung einer Meldung signalisiere ich Journalisten, dass ich sie einlade, aktiv das Gespräch mit mir zu suchen. In einer Mitteilung von 400 bis 800 Worten kann das Thema, das dem Unternehmen so wichtig ist, selten in allen Facetten behandelt werden. Daher sollten Nachfragen von Journalisten gewünscht und nicht gefürchtet sein. Ein Presseaussand kann daher auch nur erfolgen, wenn im Nachgang Ansprechpartner aus dem Unternehmen verfügbar sind. Mein Rat ist, bereits parallel zur Entwicklung des Pressetextes mit einem schriftlichen Fragen- und Antworten-Katalog zu beginnen. Dies erfordert, sich in Journalisten hineinzuversetzen, um den Gesprächsverlauf zu antizipieren. Je nachdem wie viel Erfahrung im Umgang mit Medien besteht, ist spätestens jetzt der Zeitpunkt für ein Medientraining gekommen. Bei komplexen Sachverhalten, wie beispielsweise neuen klinischen Studien (um bei der Gesundheitskommunikation zu bleiben), tut man gut daran, anschauliches Material in Form von Grafiken, Bildern oder Schemazeichnungen bereit zu halten.

„Ich überlasse die Verbreitung meiner Nachricht nicht dem Zufall”

Kleine oder mittelständische Unternehmen haben selten hauseigene Verteiler mit Adressen von Redaktionen und Journalisten. Hierfür gibt es Dienstleister, die ihre Kontakte regelmäßig auf Aktualität überprüfen. Über die Zeit ist aber ein Netzwerk guter Kontakte zu den wichtigsten Fach-Medien des Kerngeschäfts, sowie zu Nachrichtenagenturen und regionalen sowie überregionalen Zeitungen hilfreich. Dieses Netzwerk lässt sich dadurch aufbauen, dass man den Kontakt in die Redaktion – insbesondere nach einem Presseaussand – proaktiv sucht. Dieses telefonische Nachfassen gehört zum Handwerk jeder PR-Beratung.

Darüber hinaus ist ein Pressebereich im online Unternehmensauftritt heute Standard. Dieser wird aber nur gefunden, wenn über die Mitteilung gesprochen wird. Social Media-Kanäle sind hilfreiche Werkzeuge, um die eigene Meldung auch online zu verbreiten.

„Ich analysiere und wachse an der Erfahrung”

Seitdem Information online überall und jederzeit verfügbar ist, kann sie auch gemessen werden. Zugriffszahlen auf die Originalmeldung, Verweildauer auf der Internetseite, Verbreitungsgrad bzw. Interaktion auf Social Media liefern wertvolle Informationen über die Reichweite der Meldung. Wichtig ist aber auch die inhaltliche Analyse der redaktionellen Beiträge. Bin ich richtig verstanden worden? Wurden meine Kernbotschaften übernommen? Welche meiner Aussagen wurden von den Medien als wichtig erachtet? All das kann helfen den Erfolg eines Presseaussands zu beurteilen. Evaluation ist sinnvoll, weil sie dem Lernen dient. Denn nach dem Pressetext ist vor dem Pressetext.

Diese Tipps gibt es kurz zusammengefasst als PowerPoint-Folien im Bereich Downloads.

Wären diese Mantren für Sie nichts als kalter Kaffee, hätten Sie sicher nicht bis zum Ende gelesen. Wenn Sie jetzt das Gefühl haben, ich sollte Ihnen vor der nächsten Pressemitteilung auf den Zahn fühlen und die Lücken schließen, dann nehmen Sie gerne Kontakt auf.

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Sieben Botschaften für den erfolgreichen Agentur-Pitch

Sie sind ungeliebt aber gehören zum PR-Alltag, Pitches um neue Kunden und Projekte. Anspruchsvoll in der Vorbereitung, Zeit- und Ressourcen-intensiv und allzu oft auf der Basis mangelhafter Kunden-Briefings haben sie sich zu wahren Kapitalfressern für Agenturen entwickelt. Selbst wer als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgeht hat noch ein langes Tauziehen mit dem Einkauf sowie Marketing- und PR-Verantwortlichen vor sich, bis der Jahresetat steht. Von den geforderten kreativen Ideen ist bis dahin mangels Budget kaum noch etwas übrig. Trotz alledem ist man auch beim nächsten Mal wieder dabei. Umso wichtiger ist eine makellose Vorbereitung, damit sich der Aufwand am Ende rechnet.

Ich habe im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte sowohl auf Agenturseite als auch in international tätigen Unternehmen gearbeitet und dabei zahllose Pitches erlebt. Mehr als einmal war ich überrascht was alles schiefgehen kann. Dramatisch ist, dass vieles davon vermeidbar wäre. Mein Eindruck ist, dass in der Vorbereitung die Unternehmensperspektive nicht immer berücksichtigt wird. Die folgende Checkliste fasst meine Erfahrungen zusammen.

Der Startschuss: Die Capabilities-Präsentation

Das „Schaulaufen“ mit bunten Bildern, Claims und Fallbeispielen gehört zwar zu jedem guten Prozess, für die beteiligten Kollegen auf Kundenseite ist dies allerdings eine erste große Herausforderung. Nach der dritten Präsentation grüßt täglich das Murmeltier. Keine Frage, Standardangaben wie Agenturgröße, Vernetzungsgrad und Erfahrung sind ein Muss, aber wenn die gewählten Fallbeispiele weder zur eigenen Branche noch zum angefragten Thema passen, gibt das bereits Abzüge. Schwerer noch wiegen Unaufmerksamkeiten, wenn z.B. bei der Anrede ein cut and paste übersehen wurde, so dass der Kunde für den zuletzt gepitcht wurde erkennbar ist.

Kernbotschaft Nr.1:
In der Kürze liegt die Würze.
Finales Korrekturlesen der Folien durch Kollegen, die sich nicht auf den Inhalt, sondern auf die Form konzentrieren, ist zwingend. Referenzen sollten für den Kunden und sein Thema relevant sein.

Erste persönliche Kontaktaufnahme:
Das telefonische Re-Briefing

Die Chancen die in einem ersten telefonischen Kontakt mit dem Kunden liegen werden meiner Erfahrung nach zu selten genutzt. Selbst wenn das Briefing so klar formuliert ist, dass keine Fragen offenbleiben (ein Idealfall der so häufig ist wie das Wandeln über Wasser), gibt dies die Gelegenheit abzuklopfen, ob man mit dem eigenen strategischen Ansatz auf dem richtigen Weg ist. Oft genug haben sich die Mitarbeiter in den Fachabteilungen des Kunden in der Zwischenzeit mehr Gedanken über das Projekt gemacht und haben proaktiv weitere Hintergrundinformationen anzubieten. Bis dahin hat man in der Regel eine Geheimhaltungserklärung unterschrieben und gelangt so an Fakten, die sonst unzugänglich bleiben.

Kernbotschaft Nr.2:
Das Angebot eines Re-Briefings als Chance annehmen und gegebenenfalls um einen Termin bitten, falls dieser im Prozess nicht vorgesehen ist. Das zeigt Engagement, Beratungskompetenz und positioniert das Agenturteam bereits zu dieser frühen Phase als Sparringspartner.

Der große Tag: Die Agenturpräsentation vor Ort

Kreativität gepaart mit Kompetenz wird erwartet, der Schwerpunkt bei der Bewertung durch die Unternehmen liegt nach meiner Erfahrung darüber hinaus in folgenden Bereichen:

Ich möchte die Menschen kennenlernen, mit denen ich täglich zusammenarbeite. Die Chemie im Team sollte stimmen.

Sehr häufig erlebt: Die Agentur präsentiert sich mit Geschäftsführer und branchenspezifischem Senior-Executive, die sich die rhetorischen Bälle zuwerfen. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass ich beide als Kunde wiedersehe. Ich habe es im täglichen Leben mit dem Berater zu tun der die Präsentation erstellt hat, im Pitch aber nur zwei Folien präsentieren darf. Manchmal sind freie Mitarbeiter dabei die an der Strategie mitgearbeitet haben, die für das Projekt aber gar nicht zur Verfügung stehen. Abzüge gibt es auch, wenn nach kurzer Zeit klar wird, dass sich das Agenturteam in dieser Konstellation zum ersten Mal trifft. Die Chemie zwischen den Präsentierenden stimmt nicht, das Gefühl von Harmonie stellt sich nicht ein und Teilen des Teams fehlt massiv Hintergrundwissen.

Kernbotschaft Nr.3:
Im Gespräch sollten unbedingt die Talente viele Redebeiträge haben, die das Projekt im täglichen Austausch mit dem Kunden betreuen. Wenn es über die Account-Leads hinaus weitere Spezialisten gibt, wie z.B. ein Social-Media Team, dann können diese die Präsentation bereichern. Mein Tipp: Nachfragen wie viele Personen von Seiten des Kunden anwesend sein werden, so dass das Verhältnis zwischen Agentur und Kunde in etwa stimmt.

  • Ich kann erkennen, dass die Agentur meine Herausforderung verstanden hat.

  • Wenn die Situationsanalyse meine Fakten aus dem Briefing wortgenau auf einem Slide zusammenfasst, dann ist das eine Fleißaufgabe, aber keine strategische Leistung. In der Regel sind die Probleme weitaus vielschichtiger. Wer mit einer eigenen SWOT-Analyse aufwartet wird höchstwahrscheinlich auch mit seinem Maßnahmenpaket richtigliegen.

Kernbotschaft Nr.4:
Die Agentur die zeigen kann, dass sie durch eine eigene Bestandsaufnahme die Lücken im Briefing schließen kann, hat die Nase vorne.

Ich möchte gefordert werden, damit ich Beratungskompetenz live erlebe.

Zu einer guten Situationsanalyse gehört, die Maßnahmen die in Bezug auf das Projekt bisher unternommen wurden, unter die Lupe zu nehmen. Was ist gut, was kann verbessert werden. Man gewinnt einen Pitch nicht nur mit Zustimmung, sondern auch mit leichtem Gegendruck.

Kernbotschaft Nr.5:
Das Selbstbewusstsein zu haben auch einmal der Kundenperspektive zu widersprechen ist förderlich, solange es gute Argumente für die eigene Position gibt.

Die Agentur zeigt im Pitch die Professionalität die ich im Projekt erwarte.

Eigentlich selbstverständlich, aber trotzdem nicht alltäglich. Ich werde nur wenig Zeit für die Interaktion mit meinen Agenturpartnern haben, also zähle ich darauf, dass wir im vorgegebenen Zeitrahmen die anstehenden Aufgaben bewältigen. Dieses Zeitmanagement gilt auch für den Pitch. Wenn 90 Minuten vereinbart sind, sollte die Agentur nach 60 Minuten beim Thema Evaluation angekommen sein, damit Zeit für Diskussion bleibt. Zu guten Projektmanagement gehört ein nachvollziehbarer roter Faden. Wenn dieser schon in der Präsentation fehlt, befürchte ich für das Tagesgeschäft schlimmes.

Die Folien sind übersichtlich nach den gängigen Regeln gestaltet, das gesprochene Wort ergänzt die Bildsprache. Insbesondere Produktnamen des Kunden sind korrekt geschrieben. Die Kostenplanung beweist, dass Budgettreue selbstverständlich ist. Damit die kreativen Maßnahmen trotzdem Eingang in die Präsentation finden, wird das Budget in „Basispaket“ und „erweiterter Maßnahmenkatalog“ aufgeteilt.

Kernbotschaft Nr.6:
Der Kunde leitet aus der Pitch-Präsentation die Qualität der künftigen Zusammenarbeit ab. Daher besonderes Augenmerk legen auf Zeit- und Projektmanagement sowie Budgettreue.

Natürlich will ich auch Kreativität in der Maßnahmengestaltung sehen

Mehr als einmal habe ich es jedoch erlebt, dass die Antwort auf alle Fragen ein spezifisches Werkzeug ist, also eine Eigenentwicklung der Agentur oder ihrer Partner. Ein Pitch ist keine Verkaufsveranstaltung. Wenn das tool gut ist, kommt es zum Einsatz. Es taugt aber nicht als Vehikel, um einen Pitch zu gewinnen.

Insbesondere wenn der Kunde nachweislich Neuland betritt sind PR-Standardlösungen ein Fall für die Tonspur. Auf den Folien darf sich jetzt das Feuerwerk der Innovationen entzünden. Meine Kollegen und mich haben die Konzepte am meisten überzeugt, welche die Konkurrenz mitgedacht haben.

Kernbotschaft Nr.7:
Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollten drei Fragen beantworten: A.Welche Taktiken unterscheiden mich von anderen im Markt und sind dabei aufmerksamkeitsstark? B.Welche Maßnahmen zahlen auf die Bedürfnisse meiner Kunden ein und holen diese in ihrer Lebenssituation ab? C.
Wie kann ich Beziehungen zu Anspruchsgruppen aufbauen und mit diesen in der PR zum gegenseitigen Nutzen zusammenarbeiten?

Wenn die Luft raus ist – Das De-Briefing

In Unternehmen die auf die Qualität ihrer internen Prozesse Wert legen ist der Einkauf verpflichtet die Bewertung der Agenturen innerhalb eines Pitches schriftlich festzuhalten. Mein Rat ist, diese Begründung bei einer Entscheidung gegen die Agentur einzufordern. Das ist zwar für beide Seiten unangenehm, zwingt aber die Unternehmen zur Sachlichkeit und gibt Ihnen die Möglichkeit aus einer Niederlage Einsichten zu gewinnen und Ihre Schlüsse daraus zu ziehen.

Ich hoffe, diese Innenansichten helfen bei der Vorbereitung auf den nächsten PR-Pitch und wünsche viel Erfolg!    
Suchen Sie einen Profi mit unverstelltem Blick auf Ihr Konzept? Wünschen Sie sich einen Probelauf vor Publikum mit Unternehmensblickwinkel? Dann  sprechen Sie mich gerne an!

 

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