Adventskalender Interview – 24 Fragen an den Weihnachtsmann

Heute bin ich mit einer echten Celebrity zum Gespräch verabredet, dem CEO des Weihnachtsgeschenke-Express-Dienstes. Er gibt normalerweise keine Interviews. Weil ich ihm zusichere, dass er ungesehen kommen und gehen kann, macht er eine Ausnahme. Ich sitze also nach Anbruch der Dunkelheit am Wohnzimmertisch und warte. Es dauert nicht lange, da poltert es im Schornstein. Kurz darauf nippt der gut gelaunte Dicke mit Rauschebart an einer Tasse Ingwer-Tee. Sein Schlitten parkt derweil auf dem Dach unseres Lofts. Die Rentiere summen leise „Happy“ von Pharrell Williams und wippen mit dem Geweih im Takt.

1. Eine Frage vorweg, wie darf ich Sie ansprechen? Bevorzugen Sie heiliger Nikolaus, Weihnachtsmann oder Santa Claus?

Ich habe da keine Vorliebe, du kannst sagen was dir gut über die Lippen kommt. Meine Rentiere nennen mich Nico, das Christkind sagt Santa.

2. Ist Weihnachten dieses Jahr auch für den Weihnachtsmann anders?

Es ist viel schwieriger Geschenke ungesehen zu deponieren. Es sind ja alle permanent zu Hause. Und dann diese modernen Kamine! Die haben keine Schornsteine mit vernünftigem Durchmesser mehr. Deshalb bin ich vor Jahren schon dazu übergegangen einfach zu klingeln. Macht auch mehr Spaß, weil die Kinder lustige Verse aufsagen oder schräge Lieder singen.

3. Aber Sie ergreifen doch sicher besondere Sicherheitsmaßnahmen, um nicht zum Super-Spreader zu werden, bei der Menge an Haushalten, die Sie besuchen?

Ja natürlich, auch ich bin in diesem Jahr mit Maske unterwegs. Die Elfen haben sie mit ihrem Sternenstaub verziert, das sind Botschaften für die Kinder. Ich habe für jedes zu Hause eine andere.

4. Haben Sie überhaupt noch genug Geschäft? Ich könnte mir vorstellen, dass es zunehmend schwieriger wird, sich gegen Amazon, Zalando und Co. durchzusetzen.

Ganz im Gegenteil! Kooperationen im B2B-Bereich erleichtern meine Aufgabe. Früher haben die Menschenkinder einen Wunschzettel ausgefüllt, den mussten meine himmlischen Helfer abholen und die Besorgungen machen. Jetzt nimmt die Familie die Bestellung selbst vor und ich kooperiere direkt mit den Online-Shops, auch wenn ich über die Geschäftsmodelle dieser Dienstleister nicht wirklich glücklich bin. Effizienzsteigerung ist auch in meinem Business nötig, da es immer mehr Menschenkinder werden, die ich besuche.

5. Das habe ich mich schon immer gefragt: Wie schaffen Sie es, so viele Orte auf der Erde gleichzeitig aufzusuchen?

Bedenke, dass das Konzept der Zeit eure Erfindung ist, weil es euch leichter fällt, Ereignisse in lineare Abfolge zu sortieren. Ich bin auf dieses Konstrukt nicht angewiesen. Ich komme daher sehr gut zurecht.

6. Wie kommt denn eigentlich ihr Auftritt bei der jungen Generation an? Wäre als Beförderungsmittel ein E-Schlitten oder zumindest ein Hybrid nicht zeitgemäßer?

Ach Kindchen, meine Rentiere sind so ökologisch wie Beförderung nur sein kann, das  liebt die Generation „Fridays for Future“. Und Menschen aller Altersklassen stehen auf Nostalgie zur Weihnachtszeit. Mein Rentier Rudolph ist ja inzwischen populärer als ich.

7. Zerstört das Internet nicht den Glauben an Ihre Existenz? Ich könnte mir vorstellen, dass Sie vielerorts gar nicht mehr erwartet werden.

Ich weiß, dass insgeheim selbst die auf mich warten, die nicht an mich glauben. Für mich ist das gar kein Widerspruch, sondern Ausdruck einer zutiefst menschlichen Sehnsucht nach Anerkennung. Auf diese Einsätze freue ich mich, weil ich hier nicht mit einem Arm voller Geschenke auflaufen muss, sondern ein gutes Gespräch führen kann. Das bringt mich selbst auch weiter.

8. Wie wird man eigentlich Weihnachtsmann oder anders gesagt, welche Ausbildung würden Sie Lesern empfehlen, die Weihnachtsmann werden wollen?

Da müssen wir unterscheiden! Ich habe eine Menge Doppelgänger, die in Einkaufszentren oder auf Weihnachtsmärkten arbeiten und sich z.B. mit Kindern ablichten lassen, oder auf Firmenfeiern die Supervision des Wichtelns übernehmen. Dazu braucht man vor allem Geduld, Humor und einen dicken Bauch. Den echten Weihnachtsmann gibt es nur einmal. Dazu wird man von höherer Stelle berufen.

9. Wie halten Sie sich fit und gesund?

Da sprichst du einen wunden Punkt an. Ich liebe Süßigkeiten und probiere gerne aus, was ich verschenke. Das Christkind schimpft mit mir, weil mein Bauch immer dicker wird. Die Engel haben sich ein Fitness-Programm ausgedacht. Wenn ich die erforderlichen Einheiten nicht schaffe, setzt mich Rudi unterwegs ab. Solltet ihr also einen leeren Schlitten am Firmament sehen, bin ich mal wieder unter meinen Möglichkeiten geblieben.

10. Mir fällt auf, dass Sie zumindest in meiner Lebenszeit keinen Tag gealtert sind. Machen Sie den Job denn immer noch gerne? Oder ist die Rente schon in Sicht?

Also das mit dem Alter ist so eine Sache. Ich bin eine Art Projektionsfläche, in der jeder sieht, was er oder sie sehen will. Mein wahres Alter ist dabei unwesentlich. Ich betrachte das was ich tue nicht als Job, sondern als Lebenszweck. Daher bleibe ich, bis ich keine Menschen mehr berühren kann.

11. Wo verbringen Sie eigentlich den Rest des Jahres? Anders gefragt: Wo wohnt der Weihnachtsmann?

Ich weiß, dass darüber viel spekuliert wird. Der Nordpol, Lappland und Grönland sind ebenso in der Diskussion wie Spanien. Die Wahrheit ist, ich bin überall da zu Hause, wo Glück entsteht. Allerdings werde ich selten erkannt, weil ich dann ohne den ganzen Weihnachtszirkus unterwegs bin.

12. In Ihrem Namen wird häufig erpresserisch gehandelt: „Wenn du nicht XY machst, dann bringt der Weihnachtsmann dieses Jahr keine Geschenke!“ Finden Sie das in Ordnung?

Ich bin recht amüsiert, wenn ich solche Formulierungen höre, denn ich kenne kein Kind, das sich dadurch ernsthaft beeindrucken lässt. Die Verunsicherten schreiben mir höchstens Briefe. Nein, das Problem sehe ich eher an anderer Stelle: Mit dem Weihnachtsmann zu drohen zeugt davon, dass der eigene Verhandlungsspielraum bereits weit geschrumpft ist. Wer diese Karte im Frühjahr ziehen muss, hat ein sehr langes Jahr vor sich…Im Übrigen stelle ich die Frage „Bist du denn auch brav gewesen?“ heute kaum noch. Es war einfach zu peinlich, wie oft statt der Kinder ihre Eltern betroffen dreingeschaut haben.

13. Sie haben zuvor über das Glück gesprochen, ist das die Währung in der Sie bezahlt werden?

Ja das stimmt. Materiell bin ich seit Jahrhunderten mit allem versorgt was ich brauche und mir und meinen Rentieren geht es gut, solange die Menschen in der Lage sind sich gegenseitig Freude zu bringen, Liebe auszustrahlen und selbstlos das Wohl des anderen im Blick zu haben, wenn auch nur für einen Augenblick.

14. Wie funktioniert eigentlich die Abgrenzung zwischen Ihnen und dem Christkind? Ich habe nie verstanden wer wann kommt.

Das ist eine Frage der Beauftragung. Wer das Christkind bestellt, bekommt auch das Christkind. Meine Marketing-Strategie funktioniert aber offenbar besser, denn ich werde deutlich häufiger angefragt. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass ich etwas robuster gebaut bin. Das eher ätherische Christkind wird anders wahrgenommen. Ihr nimmt man nicht ab, dass sie einen Kühlschrank bringen kann, obwohl sie das natürlich drauf hat.

15. Und was ist Ihre Marketing-Strategie?

Ich habe die bekannteste Marke der Welt davon überzeugen können mit mir zusammenzuarbeiten. Seither reißen sich die Marketing-Strategen der Konsumgüterindustrie um meine Bildrechte. Lustig finde ich, dass mich der Hauptsponsor – die Getränkemarke – jedes Jahr mit einem neuen roten Mantel ausstattet, der dann auf allen anderen Produkten auch zu sehen ist. Diese Art von Guerilla-Marketing funktioniert seit fast 90 Jahren!

16. Gibt es irgendwelche Hürden für die erfolgreiche Ausübung ihres Business?

Natürlich! Da wir schon festgestellt haben, dass meine Währung Emotionen sind, stoße ich überall dort an Grenzen, wo positive Gefühle blockiert, unterdrückt oder durch äußere Umstände verhindert werden. Insofern ist das Weihnachtsfest 2020 eine Herausforderung, schon weil weniger Menschen zusammenkommen.

17. Und wie bemisst sich Ihr Erfolg?

Erfolg ist für mich die Summe an positiven Energien im Raum: Strahlende Kinderaugen, ein Lächeln, ein Händedruck, Freudentränen, eine Umarmung, ein „Dankeschön!“ das von Herzen kommt. Das trägt uns in den Himmel hinauf und motiviert uns für das nächste Jahr.

18. Wann ist denn der beste Zeitpunkt, um Sie zu beauftragen?

Früher – als hauptsächlich mit Wunschzetteln auf Papier gearbeitet wurde – konnte es schon mal passieren, dass mir und meinem Team etwas durchging. Heute werden alle Wünsche elektronisch erfasst. Daher ist es unwesentlich, wann der Wunsch geäußert wird. Es hilft allerdings, wenn es ein Herzenswunsch ist, von dem sowohl der Beschenkte als auch der Schenkende etwas hat. Diese Herzenswünsche bekommen einen Vermerk und werden gesondert behandelt.

19. Ich verreise gerne, vor allem zum Jahresende. Wie stellen Sie denn sicher, dass Geschenke auch dann zugestellt werden, wenn der Empfänger nicht zu Hause ist?

Das ist einfach! Jeder Wunsch wird automatisch mit dem Funkeln der Seele versehen, für die er bestimmt ist. Das ist unverwechselbar, so wie dein Fingerabdruck. Wenn ich das Geschenk zustelle, scanne ich die Erdoberfläche nach diesem Funkeln ab. Hat bisher immer geklappt.

20. Es gibt leider immer wieder Geschenke die man furchtbar findet. Was ist denn da schiefgegangen? Und wie gebe ich die zurück?

Das passiert eigentlich nur, wenn jemand ein Geschenk in deinem Namen bestellt und nicht gut genug darüber nachgedacht hat, was zu dir passt. Uns fällt das meist schon bei der Bestellung auf, aber wir dürfen uns nicht einmischen. Es wird gebracht was geordert wurde. Glücklicherweise arbeiten wir ja – wie zuvor schon erwähnt – inzwischen mit Dienstleistern zusammen, bei denen man die Geschenke problemlos zurückgeben kann.

21 a) Was sind die Top 3 der Geschenke-Liste für das Jahr 2020?

Es werden in diesem Jahr viele Bücher verschenkt, auch Sachbücher zu teilweise sehr komplexen Themen. Das ist ein Trend, den ich sehr schön finde. Außerdem stehen mobile Endgeräte hoch im Kurs und schließlich (der Weihnachtsmann verdreht die Augen) Unmengen von Toilettenpapier.

21 b) Wie stehen Sie denn persönlich dazu, dass sich die Geschenkewünsche im Laufe kürzester Zeit von Apfel, Nuss und Mandelkern zu elektronischen Unterhaltungsmedien mit teils exorbitanten Preisen verändert haben?

Es ist nicht meine Rolle die Bestellungen zu bewerten, aber mir bleibt der Anstieg der materiellen Geschenkewerte in Industrienationen natürlich nicht verborgen. Ich vermute das hängt mit dem System zusammen, das ihr Kapitalismus nennt. Bei Kindern kommt die soziale Kontrolle noch hinzu. Da wird nach den Schulferien verglichen, wer ein Smartphone bekommen hat und wer lange Unterhosen. Euer System belohnt nicht gerade die mit der wetterfesten Kleidung.

22. Werde ich und meine Leser auch etwas bekommen?

Zumindest dieses Interview!

23. Hat denn der Weihnachtsmann auch einen Wunsch für Weihnachten 2020?

Ich wünsche mir, dass ihr eurer Intuition vertraut, dass ihr achtsam werdet für eure eigenen Bedürfnisse und die derer um euch herum und schließlich, dass ihr von euren Kindern lernt die Welt mit Neugier zu betrachten, so als würdet ihr sie zum ersten Mal sehen.

24. Was möchten Sie den Menschen die diesen Blog lesen sonst noch mit auf den Weg geben?

Ich teile mit euch zum Abschluss gerne meine 10 Nikolaus´schen Prinzipien:

  1. Locker bleiben
  2. Regelmäßig Pausen machen – ab in die Natur!
  3. Selbstbewusstsein heißt, sich des eigenen Wertes bewusst sein
  4. Hilfe in Anspruch zu nehmen ist ein Zeichen der Stärke
  5. Atmen – Muskeln entspannen
  6. Wasser trinken
  7. Fehler als Chancen zum Wachstum nutzen
  8. Gut vorbereitete Kommunikation ist besser als schlecht vorbereitetes Schweigen
  9. Positive Gedanken erzeugen positives Handeln erzeugt positive Ergebnisse
  10. Nie ohne Schal, Mütze, Handschuhe und Sonnenmilch aus dem Haus!

Ich danke Ihnen für dieses Gespräch!

Gerne geschehen. Ich muss jetzt auch weiter… Ho, ho, ho!

Bildnachweis: Photo by Lynda Hinton on Unsplash

Vier sichere Wege, um in die Medien zu kommen

Zugegeben, die wenigsten Dinge im Leben sind sicher, aber über die Headline habe ich eines erreicht: Du bist neugierig geworden. Journalisten geht es nicht anders. Sie bekommen mehrere hundert Emails am Tag und müssen in Bruchteilen einer Minute entscheiden, ob der Inhalt für ihre Leser relevant ist. Du kannst ihnen dabei helfen.
Mit diesen vier Tipps zeige ich dir wie.

Das richtige Medium auswählen

Die erste Frage die du dir stellen musst ist: Wo treffe ich die Menschen an, die ich mit meinen Botschaften  erreichen will? Oder anders gesagt: Was lesen meine Kunden? In Deutschland gibt es neben einer ausgeprägten Zeitungslandschaft eine Vielfalt an Zeitschriften für teils eng umgrenzte Interessengebiete, von A wie Auto bis Z wie Zen. Dazu kommen Fachzeitschriften für unterschiedliche Disziplinen wie z.B. Medizin, Forschung oder Technik. Es ist sinnlos einen Artikel über Autos einem Magazin vorzuschlagen das Backrezepte druckt. Klingt logisch, kommt aber immer wieder vor. Der sogenannte „Verteiler“ für die Aussendung der Medieninformation ist eine Gießkanne. Es besser zu machen erfordert einiges an Rechercheaufwand, der sich im Ergebnis aber lohnt.

Helfen statt zu nerven

Stell dir folgendes vor: Eine gute Fee begegnet einem Journalisten und gewährt ihm einen Wunsch. Was glaubst du antwortet er? Meine Vermutung ist, „mehr Zeit für meine Artikel.“ Journalisten leiden chronisch unter Zeitmangel, für die Recherche ebenso wie für den Beitrag. Darüber hinaus müssen sie sich permanent in neue Themengebiete einarbeiten. Heute ein Artikel über Viren, morgen über Venenleiden. Das heißt, sie können in einem Thema nie so tief drinstecken wie ein Experte. Sie sind also auf die Unterstützung von Menschen angewiesen, die sich auskennen. Das ist deine Chance! Biete dich als Experte auf deinem Themengebiet an. Aber Vorsicht, Falle: Faktenwissen ist zwar wichtig, aber damit alleine überzeugst du keinen Journalisten, denn:

“Journalisten suchen vor allem Geschichten die ihre Leser fesseln.”

Gute Geschichten machen neugierig, überraschen mit unerwarteten Wendungen, sind emotional und bauen einen Bezug zum Leben der Leser auf. Sie sind ganz sicher keine Aneinanderreihung von Marketing-Botschaften über ein Produkt. Frage dich also, wie du deine persönliche oder Unternehmens-Geschichte zu einem Leser-Erlebnis machst. Welche Hürden hast du genommen, um zum Erfolg zu kommen? Es geht um Erfahrungen, weniger um Eigenschaften. Ich gebe dir ein Beispiel: Wer heute über Autos schreibt nutzt selten die Begriffe Beschleunigung oder Spritverbrauch. Artikel über Fahrzeuge sprechen von Sicherheit der Familie oder dem Spaß im Urlaub. Wenn du Journalisten mit deiner Geschichte in ihrer Arbeit entlastest, werden sie dir mit Interesse zuhören, statt dich genervt loswerden zu wollen.

Zeigen, dass du „einer von ihnen“ bist

Journalisten schreiben nicht zum Selbstzweck. Sie sind von den Geschichten die sie erzählen häufig nicht einmal betroffen. Was bedeutet das? Ein Journalist trägt die Brille seiner Leser. Er versetzt sich in die Lage der Menschen, die seine Zeitung, Zeitschrift oder online-Publikation abonnieren. Für dich bedeutet das, dich mit dem Medium auseinanderzusetzen. Du weißt inzwischen, welche Medien deine Kunden lesen (Punkt 1 in dieser Liste). Frage dich also, welche Bedürfnisse diese Menschen haben. Wie kannst du diese befriedigen? Kannst du z.B. ein Problem lösen das die Leser umtreibt?

Leser springen selten wie Bienen von einer Blüte zur anderen. Sie fühlen sich ihrem Medium verpflichtet, mit dem sie gemeinsame Werte teilen. Für welche Werte stehst du? Gibt es hier Anknüpfungspunkte? Wie passt deine Dienstleistung oder dein Produkt in dieses Bild? Aktuelle Stichworte wären beispielsweise Nachhaltigkeit, ökologisches Bewusstsein, Gleichberechtigung oder soziale Verantwortung.

Leser fühlen sich bei einem Medium gut aufgehoben, das ihre Sprache spricht. Daraus ergibt sich, dass einheitlich formulierte Pressetexte die an hunderte Redaktionen gleichzeitig verschickt werden nur selten gelesen werden. Es sei denn es handelt sich um Revolutionen ihres Bereichs, die das Leben der Menschen auf grundlegende Weise verändern. Das ist zugegeben rar.

Ausnahmen von dieser Regel stellen Fachzeitschriften dar. Fachjournalisten sind explizit an Ergebnissen aus der wissenschaftlichen Forschung und Entwicklung interessiert. Aber auch hier gilt: Selbst wenn Fachjournalisten ein Spezialgebiet haben – in dem sie sich sehr gut auskennen – eine Fachbegriff-Schlacht ist unangebracht. Die Essenz der Veröffentlichung sollte für jeden verständlich formuliert sein.

Wenn dich das Thema Pressetexte intensiver beschäftigt, dann empfehle ich dir meinen Blogbeitrag „Mantren zur Königsdisziplin Pressetext“.

Einen Anlass haben

Eines ist bis hierhin wahrscheinlich deutlich geworden: Du kannst viel verbrannte Erde hinterlassen, wenn du Journalisten ihre Zeit stielst. Es gilt der viel zitierte Grundsatz, „keine zweite Chance für einen guten ersten Eindruck.“ Kommuniziere mit Journalisten, wenn du wirklich etwas zu sagen hast. Der Anlass kann aus dem Unternehmen selbst geboren sein, wie z.B. die offizielle Eröffnung bei Firmengründung oder ein Jubiläum. Die Aufmerksamkeit wird in diesem Fall natürlich lokal begrenzt sein, schafft dafür aber Möglichkeiten nicht nur die Lokalredakteure der Zeitungen, sondern auch von Rundfunk und Fernsehen einzuladen.

Wenn du mit deiner Geschichte in die Medien kommen willst, dann verbinde sie mit Anlässen die zum Thema passen. Das kann eine bestimmte Jahreszeit oder ein Feiertag sein (z.B. besinnliche Weihnachten oder der Tag der Arbeit). Es gibt auch nationale wie internationale Aktionstage (z.B. Valentinstag oder Muttertag). Schließlich sind fixe Tage, Wochen oder gar Monate im Jahr einem bestimmten Thema gewidmet, um die Aufmerksamkeit dafür zu erhöhen. So gibt es z.B. für verschiedene Krankheiten Aktionstage, um auf das Schicksal und die Bedürfnisse der Menschen mit diesen Krankheiten aufmerksam zu machen. Journalisten sind immer auf der Suche nach Menschen – Beispielen – die zu diesen Anlässen passen. Das kannst du nutzen.

Wenn deine Geschichte gereift ist, suche den direkten Kontakt zum Journalisten in der Redaktion. Da ein Telefonat den Ungeübten meist Schweißperlen auf die Stirn treibt, kannst du zur Alternative Email greifen. Zuvor solltest du allerdings die Adresse recherchiert haben, denn die allgemeinen „Briefkästen“ der Redaktionen die mit info@, kontakt@ oder redaktion@ anfangen sind ein schwarzes Loch. Jetzt brauchst du noch eine Betreff-Zeile, die zum Klick führt und dann „ab die Post!“

Das Beste zum Schluss

Du hast bis hierhin gelesen, daher beschäftigt dich das Thema offenbar intensiv. Wenn du zum Team „Pressearbeit selber machen“ gehörst, dann habe ich zwei Empfehlungen für dich (unbezahlte Werbung):

  • Marike Frick hält auf ihrer Plattform „Was Journalisten wollen“ sehr viele praktische Tipps bereit. Auf ihrem YouTube Kanal plaudert sie locker aus ihrem journalistischen Nähkästchen.
  • Angela Löhr bietet in ihrer Schreibwerkstatt zum Beispiel Kurse über „griffige Headlines“ an.

Falls du jedoch denkst: „Ich gebe die Kompetenz Public Relations lieber an einen Profi ab, weil ich mich so besser auf mein Kerngeschäft konzentrieren kann“, dann bist du bei mir richtig.

Ich schaue mir an wo du in Sachen Außendarstellung stehst und wir überlegen gemeinsam, wie die nächsten Schritte aussehen können. Nimm dazu gerne Kontakt auf.

Du möchtest zuerst mehr über mich erfahren? Dann empfehle ich dir einen Blick  in die Rubrik „so arbeite ich“.

Viel Erfolg bei deinen Projekten wünscht dir

P.S.: Dir als aufmerksamem PICUS-Blog Leser ist sicher aufgefallen, dass ich vom „sie” zum „du” übergegangen bin. Mir fällt es jetzt viel leichter einen Bezug zu dir und deinen täglichen kommunikativen Herausforderungen aufzubauen. Ich möchte gerne mit dir in einen Dialog kommen. Das heißt aber nicht, dass ich im realen Umgang auf professionelle Etikette verzichte. Ich halte es, wie es für meine Kunden angenehm ist. Ob „Sie”, „Sie und Vorname” oder „Du” macht für mich keinen Unterschied. Wenn ich für Sie arbeite, sind wir ein starkes Team.

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Eine Chefredakteurin erzählt: Barcamps, Masterminds, Blogparaden – was soll das eigentlich alles?

In diesem Monat bloggt für Sie Angela (Gela) Löhr. Sie ist die Initiatorin, Herausgeberin und Chefredakteurin von LEMONDAYS. Mit diesem Online-Magazin möchte sie Frauen ab Vierzig unterstützen, inspirieren und vernetzen. Frisch und rebellisch. Weiblich und positiv. Mit femininer Weisheit für eine bessere Welt.

Die Tageszeitungen liegen mit frischen gelben Markierungen geordnet auf dem Schreibtisch, die Espressomaschine ist vorgewärmt und die Tasten der Redakteure klappern im vorgelagerten Großraumbüro schon seit Stunden um die Wette.

Spätestens seit Meryl Streep uns in „Der Teufel trägt Prada“ in den glamourösen Alltag der Zeitschriftenverlage hat schauen lassen, haben wir eine gewisse Vorstellung vom Leben einer Herausgeberin und Chefredakteurin.

Cut.

Montagmorgen, halb neun in Hamburg. Mein Blick fällt direkt auf die Rechnungen, die seit Tagen darauf warten, in die Finanzbuchhaltungssoftware einlesen zu werden. „Heute aber!“, denke ich, schnappe mir mein Notizbuch und schlappe in die Küche. Mit einem dampfenden Darjeeling bewaffnet, widme ich mich als erstes der To Do Liste. Direkt an der Küchentheke, weil sich an einem aufgeräumten Platz auch die Gedanken besser sortieren lassen.

Beim Durchsehen der aktuellen Projekte fällt mir wieder einmal auf, wie abwechslungsreich mein Chefredakteurinnen-Alltag ist. Ich konzipiere, schreibe, plane, telefoniere, brainstorme, redigiere, lektoriere, lese, lerne und rechne. Ab und an feiere ich auch, denn das gehört ebenfalls dazu.

Das Herzstück eines Magazins ist jedoch die Redaktion mit RedakteurInnen und GastautorInnen und dem großen Redaktionsplan, mit seinen Monatsthemen und einzelnen Artikeln.

Wenn ich mich in den LEMONDAYS Redaktionsplan vertiefe, bin ich in meinem Element. Ich liebe es, mir gute Themen und konkrete Artikel für unsere Leserinnen zu überlegen, Ideen für neue Bereiche im Magazin zu entwickeln, brandneue Projekte zu konzipieren und LEMONDAYS in meinem Kopf bis über Brigitte Women und Donna hinaus wachsen zu lassen. (Ja, Träume sollten zugelassen und aufgeschrieben werden!)

Fast noch lieber mag ich es allerdings, wenn ich dabei nicht still in meinem Kämmerlein meine Gedanken Pingpong spielen lasse, sondern mir ein echtes Gegenüber auch mal die ehrliche Meinung zu so manch spinnerter Idee geigt.

Zusammen ist man nämlich nicht nur weniger allein, sondern kann auch mehr bewegen. Viel schneller. Und einfach besser.

Für Online-Unternehmer gibt es viele Möglichkeiten, zusammen zu arbeiten oder sogar geschäftlich zu kooperieren.

Einige Kooperationsideen, mit denen ich gute Erfahrungen gesammelt habe, stelle ich  hier vor:

Mastermind-Gruppen

In Mastermind-Gruppen treffen sich Selbstständige, die sich zu ihren geschäftlichen Themen austauschen wollen. Sie erzählen sich von ihren aktuellen Projekten, geben einander Feedback und helfen auf jedwede mögliche Art. Die Treffen erfolgen regelmäßig oder unregelmäßig, persönlich oder per Videokonferenz.

Meine Empfehlung für Mastermind-Gruppen ist, sich Menschen zu suchen, die nicht unbedingt genauso ticken wie man selbst. Das mag durchaus herausfordernd sein, öffnet aber den Blick für manch neue Sichtweise. Wer sich mit seinem Business weiterentwickeln möchte, sollte auch Mastermind-Partner haben, die vielleicht schon einen Schritt weiter sind als man selbst. Der Mix macht´s.

Facebook-Gruppen

Mit persönlich geführten Facebook-Gruppen mache ich immer wieder sehr gute Erfahrungen, um schnell Antworten auf – besonders technische – Fragen zu bekommen. Dabei ist entscheidend, die richtigen Gruppe zu finden, in der Fragen willkommen sind und sich gern gegenseitig unterstützt wird. Gegenseitig meint hier, nicht nur selbst Fragen zu stellen, sondern sich auch mit hilfreichen Beiträgen zu fremden Fragen einzubringen und die Wünsche des Gruppenbetreibers unbedingt zu akzeptieren.

Eine Gruppe zu führen, bedeutet viel Engagement und verfolgt immer auch einen bestimmten (Geschäfts-)Zweck. Erkenntlich und dankbar zeigen kann man sich übrigens beim Gruppenbetreiber neben dem Kauf seiner Angebote auch mit einer positiven Bewertung.

Achtung: Wie bei allen Aktivitäten in Social Media Kanälen besteht die Gefahr der Verzettelitis. Daher unbedingt die Zeit im Auge behalten und gegebenenfalls vorab limitieren.

Netzwerktreffen, Barcamps und andere Offline-Events

Online-Menschen treffen sich manchmal auch draußen in der realen Welt. Es gibt klassische Netzwerktreffen, zu denen über die sozialen Medien eingeladen wird und die oft mit einem ausgiebigen Frühstück oder abendlichen Restaurantbesuch verbunden sind. Die Teilnehmer stellen sich einander vor und überlegen, wie sie sich in ihrem Business gegenseitig unterstützen können. Manche Netzwerktreffen haben ein Rahmenprogramm wie fachliche Impulsvorträge, Mini-Workshops oder integriertes Masterminden.

Barcamps sind sogenannte Un-Konferenzen. Ganz im Gegensatz zu einer klassischen Konferenz gibt es keine feste Agenda mit vorab terminierten Fachvorträgen oder Workshops. Zu Beginn eines Barcamps stellen Teilnehmer, die zu einer sogenannten Session einladen wollen, Thema und Ziel dieser Session vor und sehen dann, ob und wie viele Interessenten zur festgelegten Zeit kommen. Sessions müssen nicht zwingend Vorträge oder Workshops sein, auch offene Diskussionsrunden zu einem bestimmten Thema sind gern gesehen.

Andere Offline-Events können beispielsweise Kongresse sein, auf denen es Keynotes (Inspirations- oder Motivationsvorträge), fachliche Referate oder auch praktische Workshops gibt. Viele Kongresse oder auch Messen für Online-Unternehmer haben heutzutage einen starken Eventcharakter mit gutem Unterhaltungswert, zum Beispiel Entertainment-Abende.

Kooperationen

Viele Selbstständige aus der digitalen Branche setzen inzwischen  auf Kooperationen, das heißt, sie arbeiten geschäftlich zusammen. Eine Kooperation kann dabei zeitlich begrenzt sein, ausschließlich auf ein gemeinsames Projekt bezogen oder beides. Einfache Kooperationen sind beispielsweise Gastartikel oder Blogparaden.

Gastartikel

Gastartikel selbst zu schreiben oder Artikel von anderen im eigenen Blog/Magazin zu veröffentlichen ist für viele Online-Unternehmer die erste Art der Kooperation. Wer einen Gastartikel schreiben möchte, fragt mit einem konkreten Themenvorschlag oder am besten mit einem ausführlichen Artikel-Exposé beim Blogger seiner Wahl an.

Wer die Anfrage erhält, sollte sich über die Bedingungen für Gastartikel im eigenen Blog/Magazin im Klaren sein und diese auch (schriftlich) kommunizieren. Nur dann können beide Seiten entscheiden, ob die Kooperation passt. Es ist das Recht jedes Blog-/Magazinherausgebers, Gastbeiträge abzulehnen. Gastbeiträge aufzunehmen ist übrigens aufwändiger, als es von außen aussieht, aber das ist ein anderes Thema. Und weil wir vorhin schon über das Give & Take sprachen: Auch ein Gastautor sollte sich überlegen, wie er die Kooperation maximal unterstützen kann.

Blogparaden

Blogparaden sind ebenfalls eine gute Möglichkeit zur Kooperation. Sie dienen genau wie Gastbeiträge der Vernetzung, Sichtbarkeit und Stärkung der eigenen Expertise. Eine Blogparade hat ein großes Thema, zu dem der Gastgeber dieser Blogparade offiziell einlädt und den Zeitrahmen und Ablauf kommuniziert. Wer mitmachen möchte, schreibt seinen Beitrag im eigenen Blog und kommuniziert den Link entsprechend der Vorgaben an den Host der Blogparade.

In unserem Magazin LEMONDAYS findet jeden Herbst eine fest organisierte Blogparade statt. Zur Blogparade im vergangenen Jahr hat Heike selbst sich dem Thema „Sex, Drugs & Rock´n Roll“ gewidmet. Im kommenden Herbst wird es in unserer Blogparade um das Thema „Wohlfühlgewicht in den Wechseljahren“ gehen. Wer als Autor gern teilnehmen würde, kann sich ab sofort per eMail bei uns melden redaktion@lemondays.de

Und wer ausführlicher lesen möchte, wie Blogparaden funktionieren und wann sie sinnvoll sind, dem empfehle ich den Artikel meiner geschätzten Online-Kollegin Birgit Schultz „Was ist eigentlich eine Blogparade? Chancen und Risiken…

Gemeinsame Produkte

Wenn es thematisch passt und die Chemie stimmt, bieten sich auch tiefergehende Kooperationen an. Ich kenne Kollegen, die sehr erfolgreich Online-Kurse oder Wochenend-Workshops gemeinsam durchführen.

Der große Vorteil ist, dass mit einer solchen Kooperation alle Ressourcen nahezu verdoppelt werden. Zu zweit kann mehr Zeit in die Vorbereitung gesteckt werden, der Verkauf läuft intensiver und gleichzeitig an ein größeres Publikum und zudem macht die Durchführung gemeinsam viel mehr Spaß. Und nicht zu vergessen: Wenn man sich optimal ergänzt, vergrößert sich auch das fachliche KnowHow und das Angebot wird für den Kunden attraktiver.

Fazit

Kooperationen sind großartig, um Einzelkämpfer erfolgreiche Unternehmen aufbauen zu lassen. Ein Online-Business bietet vielfältige Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Wer strategisch denkt, wird die passenden Ideen finden und seine Chancen somit vervielfältigen. Und wer gedanklich flexibel bleibt, wird auch wissen, wann es Zeit für einen Wechsel ist. Ob Mastermind-Partner oder gemeinsamer Workshop – nichts muss für immer sein. Hinter allen Entscheidungen sollte die Frage stehen, ob diese Kooperation mir und meinem Business genau jetzt guttut.

Meine große LEMONDAYS Vision führt mich definitiv nicht in einen Alltag wie in „Der Teufel trägt Prada“. Die Zusammenarbeit mit Experten wie Redakteuren, Gastautoren, Technikspezialisten, Grafikdesignern, Steuer- und Rechtsberatern, usw. ist jedoch auch für mich einer der größten Erfolgsfaktoren. In Fettnäpfchen bin ich dabei auch schon getreten und Fehler mache ich auch. Für mich entscheidend ist jedoch die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren und uns und unsere Arbeit gegenseitig wertschätzen. Jede Kooperation kann beflügeln und stärken.

Von Herzen,

Gela Löhr

Hier finden Sie LEMONDAYS, das Wechseljahre-Magazin, mit all seinen Artikeln und Interviews:

https://lemondays.de/

https://www.facebook.com/lemondays.de

https://www.instagram.com/lemondays.de/

Betrachtungen über Veränderung zum PICUS Geburtstag

Och nee, keine Jubiläums-PR! Diese leicht antiquierte Disziplin ist doch nur Pflichtübung. Oft genug peinlich, ganz sicher aber langweilig. “Wir sind toll und uns gibt´s jetzt schon soooo lange und das haben wir unseren Kunden und Investoren zu verdanken, die noch viel toller sind als wir!” Uff….

Was ist also die Leitidee dieses Jubiläums-Blogbeitrags?
“5 Jahre PICUS Communications – Mut zur Veränderung!”

Ich möchte heute über den Wandel sprechen. Als ich mich 2014 zur Selbstständigkeit entschied war mir klar, dass sich vieles ändern würde:
Keine regelmäßigen Zahlungseingänge mehr, dafür langwierige Akquise, aufgeschobene Projekte und jede Menge Bürokratie. Ich habe das Glück, dass mir Ungewissheit von meinen Reisen her sehr vertraut ist und keine Angst macht. Außerdem bin ich Berufsoptimistin. Ich sah für mich vor allem mehr Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung, mehr Entscheidungsfreiheit über das, was ich beruflich tun wollte und ich brachte viel Neugier mit, auf das, was eine Selbstständigkeit im Gepäck hat.

Der Sprung wurde abgefedert durch Kunden in meinem Umfeld, die mir den Schritt zutrauten. Menschen, die gute Erfahrungen mit mir gemacht hatten und für die es überhaupt nicht merkwürdig klang, dass ich “mein eigenes Ding” machen wollte. Für diese Unterstützung bin ich bis heute sehr dankbar.

Da noch eine weitere 5 mein Leben bestimmt (1968 geboren!) blicke ich auf einiges an Berufserfahrung zurück. In meinen Agenturjahren haben wir Pressetexte noch per Post und Fax verschickt. Hintergrundrecherche lief über Universitätsbibliotheken. Dann kam Internet für Alle und Social Media. Nun steht uns mit der Beschleunigung der Digitalisierung durch künstliche Intelligenz die nächste massive Veränderung der Arbeitswelt bevor. Ich frage mich, was dieser Wandel für meine Kunden bedeutet und wie ich mich und meine Leistungen verändern muss, damit ich Antworten liefere, auf die Herausforderungen der Zukunft.

Wenn ich über künstliche Intelligenz in der PR nachdenke, fallen mir eine Reihe von Tätigkeiten ein, die möglicherweise vor meinem Renteneintrittsalter von Computern erledigt werden. Die semantische Analyse ist heute schon so gut, dass zielgruppengerechte Pressetexte wohl auf absehbare Zeit von “R2D2” geschrieben werden können. Die Übersetzung in andere Sprachen übernimmt Google und Co.
Veranstaltungen finden online mit Hilfe von Virtual-Reality-Brillen in 3D- Konferenzräumen statt. Schön für´s Klima, weil weniger geflogen wird und mein Avatar sieht 20 Jahre jünger aus als ich! Aber was macht das mit mir, meinen Kunden, mit Journalisten, Ärzten und Patienten, wenn wir uns zunehmend in Welten bewegen, die nicht real sind? Mich treibt als Biologin auch die Frage um, wie unser Gehirn – das evolutionär noch nicht im Digitalen angekommen ist – damit zurechtkommt. Wir werden Techniken und neue Methoden am Arbeitsplatz brauchen, die uns im Gleichgewicht halten. Müssen wir nicht auch andere Wege der Kommunikation entwickeln, um uns neu zu organisieren? Ich empfinde eine gewisse innere Unruhe darüber, nicht abwarten zu wollen, wie sich die Dinge entwickeln. Ich möchte lieber mitgestalten. Da ist ein Prozess in Gang gekommen, für den ich noch mehr Raum und Zeit brauche. Dazu gleich mehr.

Spurwechsel – PICUS in der freien Redaktion

Dass ich in einer Lebensphase angekommen bin, in der sich für Frauen sehr viel verändert, habe ich oben bereits angedeutet. Ich habe den Stier bei den Hörnern gepackt und zu einem Wandel genutzt, bei dem mein Wissen als Biologin ebenso zum Einsatz kommt, wie meine Liebe zum Schreiben. Das online Magazin Lemondays richtet sich speziell an Frauen in den Wechseljahren. Ich bin mittendrin und als freie Redakteurin mit Begeisterung dabei.

Perspektivwechsel – PICUS im Sabbatical

Warum ich das Sabbatical für eine “Potenzialzeit” halte, die nicht nur Arbeitnehmern, sondern auch Arbeitgebern Vorteile bringt, habe ich einmal in einem Beitrag auf LinkedIn zusammengefasst. Dieser steht auch hier zum Download bereit. Meine Stammkunden kennen das Ritual schon, der PICUS muss alle 7 Jahre ausfliegen. Den eigenen Kulturkreis verlassen, den Kopf frei machen für frische Ideen, neue Eindrücke als Inspirationsquelle nutzen. Jetzt ist es wieder soweit. Auch das ist Veränderung. Ich tausche die Pumps gegen Trekking-Sandalen und den MINI gegen einen Land Rover. An Ostern 2019 geht es für ein Jahr Richtung Osten. Da ich das Schreiben auch in der Potenzialzeit nicht lassen kann, gibt es unsere Reisegeschichte im Autowanderer-Blog.

Platzwechsel – Gastautoren übernehmen den picus blog

Diese Neuigkeit erfüllt mich mit der größten Freude:
Persönlichkeiten mit speziellen Lebenswegen, aus meinem Netzwerk, bereichern den PICUS Blog mit ihren Innenansichten. Ich kann jetzt schon versprechen, dass Sie eine große Themenvielfalt erwartet. Freuen Sie sich also mit mir auf die nächsten Monate in denen Gastautoren an diesem Platz ihr Wissen und ihre Erfahrung mit Ihnen teilen.

Ab April 2020 bin ich wieder für Sie da.
Ich wünsche Ihnen bis dahin viel Mut zur Veränderung!

Ihre Heike Specht